Donnerstag, 3. Oktober 2013

GRAUSELIGFEST


GRAUSELIGFEST

Man hat geladen heute,
Dass ich die Zeit vergeude.
Mit Worten fabuliere,
Den Auftakt hier nun ziere.
Nun, so dachte ich mir auch.
Eine Story von dem Brauch.
Könnte eure Lust nicht stören,
Wäre angenehm zu hören.
Also ging ich unverdrossen
Auf die Wiesn. Fand erst Gossen.
Einladend nicht für jedermann,
Sah ich, die brunzende Madame.
Auch zeigte sich dort mancher Hahn.
Erleichterte mit Pullern dann,
Den Körperinhalt auf den Weg.
Hier tät‘ es Not, zu bau‘n manch‘ Steg.

Dem Duftgemisch nachjagend.
Mein Auge sieht vielsagend.
Die Busen mancher Kindl,
Oft Etikettenschwindel.
Laut ist es hier und schwanger,
Die Luft. Mir wird es banger,
Von dieser feuchten Hitze,
Der Menschen. So ich schwitze.

Ich denke mir, setz dich jetzt hin.
Doch im Getümmel machts kein Sinn.
Niedergerungen werd‘ ich dann,
Von Rosi‘s Hundert Kilogramm.
Die Rosi ist ‘ne‘ Kellnerin.
Zwängt Seidel zwischen Brust und Kinn.
Das Dekolletee groß,  wie‘n Tender.
Sucht als Stütze einen Ständer.

Ein lausig laues Lüftchen
Und dieses stinke Düftchen,
Gezogen in die Lungen.
Behinderte Atmungen.
Ich möcht‘ es nicht verhehlen.
Euch auch hier Lust empfehlen.
Lasst sie euch nicht verdrießen,
mit allzu häufig Niesen.

Doch vorsicht, wer zu heftig niest,
Dem schon mal Bier am Schädel fliest.
Fäuste in den Magengruben
Stammen dann von bösen Buben.
Mich wundert nichts in diesem Stall.
Besoff‘ne lümmeln überall.
Der Fabelwirt ist hier der Chef.
Er legt kaum Sorgfalt auf den Treff.

Die Haupsach‘ für ihn ist das Geld.
Wenn maßlos prasst in dieser Welt,
die grenzdebile Klientel.
Von denen viele, ein Kamel.
Schlagerfuzzis, Pistengänger,
Möchtestars und Opernsänger.
Alle wollen in die Presse.
Präsentieren nur die Fresse.

Fühlen sich dann auch noch sauber,
Wenn verfestigt sich der Zauber.
Ihrer Stunkpopularität.
Ja dann mieft es. Fatal, zu spät.
Das einfach‘ Volk, und Bussiwelt,
Benehm‘n sich trunken, gleich im Zelt.
Kein Unterschied doch alle pur,
Faseln sie ohne Denkkultur.

Ein lausig laues Lüftchen
Mit diesem stinke Düftchen,
Zerstörte Illusionen,
Entstand‘ne Wutaktionen.
Ich kann es nicht verhehlen.
Zu bitten. Schont, die Kehlen.
Singt nicht mit im Chorgesang,
Freiheit, lebt sie, ohne Zwang.

Kommt ein Betrunk‘ner dann zu Fall.
Die Notfallhelfer überall.
Flott sind sie kompetent zur Stell‘
Und helfen achtsam, ideell.
Auch, wenn ihr nun die Liter stemmt
Und euer Wille bald enthemmt.
Bedenkt, bei jeder vollen Mass,
Vernunft zu zeigen, ist nie krass.

Verlässt man sich auf Schall und Rauch,
Bleibt nicht viel übrig, nur ein Hauch.
Und dieses Lüftchen, meistens stinkt,
Ein Wrack der Mensch. Er sich betrinkt.
So schließt der Kreis sich immerfort.
Kannst fliehen mehrmals von dem Ort,
Der dir die Daseinsfreude nahm.
Der Alltag ist kein Kinderkram.

Das alles was ich heut‘ erlebt,
War abgefahren und es bebt
In meinem Innern etwas Groll.
Die Wiesn sind nicht wirklich toll.
So wie das echte Leben geigt,
Wird Schwulstiges zu viel gezeigt.
Ansprüche reduziert man halt,
Auch damit wird man meist sehr alt.

Ein lausig laues Lüftchen
In diesem stinke Düftchen.
Getrunken wird nun Hopfen.
Verursacht kein Herzklopfen.
Ich möcht‘ es nicht verhehlen.
Zu bitten. Nicht krakeelen.
Obwohl, ihr viel belesen.
Der Geist verfliegt am Tresen.


 ©picture&poem by: ChapTer Kronfeld





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