Donnerstag, 24. Oktober 2013

NIEMALS SO NETT DAS SONETT



NIEMALS SO NETT DAS SONETT


Ich traf sie. Lange her. Es war sehr vage.
Diese Frau erschien mir gleich doppelt so nett,
Als jene Anderen, aus dem Tanzballett.
Sie war die Meine, nun für alle Tage.

Nach Wochen erstmals stellte ich die Frage.
Warum erscheinst von vorne du, wie ein Brett?
Ohne Busen. Hast auch sonst nirgendwo Fett.
Die Antwort formulierte sie als Klage.

Mein Lebtag lang sehnte ich mich nach Liebe.
Oft wurde ich geschlagen und getreten.
Zum Frühstück bekam ich oft drei Hiebe.

Auch mußte ich den ganzen Tag lang beten.
Doch eines Tages kamen fünf Diebe.
Die taten den Busen dann flacher kneten.


 
 ©picture&sonett by: ChapTer Kronfeld











Freitag, 18. Oktober 2013

eisfüße



eisfüße


blätter im forst
liebe im frost
Menschen im wald
winter kommt bald

wird dann nicht schön
förster wird sehn
gleich deine tat
besser wär‘s bad

mach es daheim
beim kerzenschein
hast dann mehr ruh
nackt ohn‘ tabu

jetzt die moral
denk‘ rational
spaß erleben
lässt sex schweben


 ©picture&poem by: ChapTer Kronfeld







Montag, 14. Oktober 2013

TATORT



TATORT

Die Schwiele hat sich einen Zorn gepachtet.
Sieht nichts. Es hängt ein Dunst vor ihrem Auge.
Das Hühnersehorgan verklebt, es schmachtet,
Nach frischer Luft. Will raus aus dieser Lauge.

Die angesammelt sich in derbem Schuhwerk.
Benannt wird sie auch oft als Käsesoße.
Dick ist's, das Auge, doch wirklich nur ein Zwerg.
Gefangen ohne Brille, Hut und Hose.

So verzehrt es, stetig sich in seiner Wut,
Einmal jetzt rauszukommen aus der Socke.
Drückt und quetscht bis alles Rot gefärbt mit Blut.
Gern wär es jetzt schneeweiß, wie eine Flocke.

Doch Zweckarbeit verursacht oftmals Spuren.
Gib niemals auf den Wunsch nach klugen Zielen.
Wer dies erfüllt sich auf den Lebenstouren.
Fortan, er zeigt auf seiner Seele, Schwielen.

Trag diese Hornhaut dann mit Stolz und Würde,
Jetzt bist du Mensch und solcher auch geblieben.
Freigeist gepaart mit Herz, nimmt jede Hürde.
Vertrau nur dir und Taten deiner Lieben.



 ©picture&poem by: ChapTer Kronfeld






Donnerstag, 10. Oktober 2013

EMPATHIE




EMPATHIE


schämen sollst dich, mensch.
wenn andere ertrinken.
in deinem wohlstand.


ersticken wirst du.

im erdboden versinken.
geißel politik.




©picture&haiku by: ChapTer Kronfeld







 

Sonntag, 6. Oktober 2013

LAMPEDUSA



LAMPEDUSA


Menschen
Fliehen Heimat.
Bett und Tisch
Verlassen.
Alle sehnen,
Rechtsstaat.
Tod frisst Flüchtlingsmassen.

Überall
Gestorben.
Keine Tränen fließen.
Seelen sind verdorben.
Zäune,
Alle schließen.

Sperren unsre Augen.
Elend,
Wir nicht sehen.
Unsre Herzen taugen
Nichts,
Trotz Menschenflehen.




©picture&poem by: ChapTer Kronfeld




  

Donnerstag, 3. Oktober 2013

GRAUSELIGFEST


GRAUSELIGFEST

Man hat geladen heute,
Dass ich die Zeit vergeude.
Mit Worten fabuliere,
Den Auftakt hier nun ziere.
Nun, so dachte ich mir auch.
Eine Story von dem Brauch.
Könnte eure Lust nicht stören,
Wäre angenehm zu hören.
Also ging ich unverdrossen
Auf die Wiesn. Fand erst Gossen.
Einladend nicht für jedermann,
Sah ich, die brunzende Madame.
Auch zeigte sich dort mancher Hahn.
Erleichterte mit Pullern dann,
Den Körperinhalt auf den Weg.
Hier tät‘ es Not, zu bau‘n manch‘ Steg.

Dem Duftgemisch nachjagend.
Mein Auge sieht vielsagend.
Die Busen mancher Kindl,
Oft Etikettenschwindel.
Laut ist es hier und schwanger,
Die Luft. Mir wird es banger,
Von dieser feuchten Hitze,
Der Menschen. So ich schwitze.

Ich denke mir, setz dich jetzt hin.
Doch im Getümmel machts kein Sinn.
Niedergerungen werd‘ ich dann,
Von Rosi‘s Hundert Kilogramm.
Die Rosi ist ‘ne‘ Kellnerin.
Zwängt Seidel zwischen Brust und Kinn.
Das Dekolletee groß,  wie‘n Tender.
Sucht als Stütze einen Ständer.

Ein lausig laues Lüftchen
Und dieses stinke Düftchen,
Gezogen in die Lungen.
Behinderte Atmungen.
Ich möcht‘ es nicht verhehlen.
Euch auch hier Lust empfehlen.
Lasst sie euch nicht verdrießen,
mit allzu häufig Niesen.

Doch vorsicht, wer zu heftig niest,
Dem schon mal Bier am Schädel fliest.
Fäuste in den Magengruben
Stammen dann von bösen Buben.
Mich wundert nichts in diesem Stall.
Besoff‘ne lümmeln überall.
Der Fabelwirt ist hier der Chef.
Er legt kaum Sorgfalt auf den Treff.

Die Haupsach‘ für ihn ist das Geld.
Wenn maßlos prasst in dieser Welt,
die grenzdebile Klientel.
Von denen viele, ein Kamel.
Schlagerfuzzis, Pistengänger,
Möchtestars und Opernsänger.
Alle wollen in die Presse.
Präsentieren nur die Fresse.

Fühlen sich dann auch noch sauber,
Wenn verfestigt sich der Zauber.
Ihrer Stunkpopularität.
Ja dann mieft es. Fatal, zu spät.
Das einfach‘ Volk, und Bussiwelt,
Benehm‘n sich trunken, gleich im Zelt.
Kein Unterschied doch alle pur,
Faseln sie ohne Denkkultur.

Ein lausig laues Lüftchen
Mit diesem stinke Düftchen,
Zerstörte Illusionen,
Entstand‘ne Wutaktionen.
Ich kann es nicht verhehlen.
Zu bitten. Schont, die Kehlen.
Singt nicht mit im Chorgesang,
Freiheit, lebt sie, ohne Zwang.

Kommt ein Betrunk‘ner dann zu Fall.
Die Notfallhelfer überall.
Flott sind sie kompetent zur Stell‘
Und helfen achtsam, ideell.
Auch, wenn ihr nun die Liter stemmt
Und euer Wille bald enthemmt.
Bedenkt, bei jeder vollen Mass,
Vernunft zu zeigen, ist nie krass.

Verlässt man sich auf Schall und Rauch,
Bleibt nicht viel übrig, nur ein Hauch.
Und dieses Lüftchen, meistens stinkt,
Ein Wrack der Mensch. Er sich betrinkt.
So schließt der Kreis sich immerfort.
Kannst fliehen mehrmals von dem Ort,
Der dir die Daseinsfreude nahm.
Der Alltag ist kein Kinderkram.

Das alles was ich heut‘ erlebt,
War abgefahren und es bebt
In meinem Innern etwas Groll.
Die Wiesn sind nicht wirklich toll.
So wie das echte Leben geigt,
Wird Schwulstiges zu viel gezeigt.
Ansprüche reduziert man halt,
Auch damit wird man meist sehr alt.

Ein lausig laues Lüftchen
In diesem stinke Düftchen.
Getrunken wird nun Hopfen.
Verursacht kein Herzklopfen.
Ich möcht‘ es nicht verhehlen.
Zu bitten. Nicht krakeelen.
Obwohl, ihr viel belesen.
Der Geist verfliegt am Tresen.


 ©picture&poem by: ChapTer Kronfeld





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