Dienstag, 2. Mai 2017

JAHRESZEITENTRAUMBAUM

 
 
 
JAHRESZEITENTRAUMBAUM

Es fröstelt Winterwind.
Die kahlen Zweige raunen
Manch Singsang in das Ohr.
Wie zarte Symphonien,
Durch wippend' Peitschenklang,
Beschleicht Wohltönendes
Den Lebensraum.
Ich lausche, markig Gartenbaum.

All Knospenaugen
Brechen auf.
Zeit kürzerer Nächte kommt zuhauf.
Noch oft, der Sonnenlauf verhangen.
Manch Vogel balzt.
Hörst du dies sehnend Bangen?
Ich lausche, markig Gartenbaum.

Aus sprießend Schössling treiben Blüten.
Der Lebenssaft für Pflanz' und Tier.
Die Luft vibriert
Mit Zwitschern und dem flügelnd Summen.
Die Seele dürstet nach des Sommers Saum.
Ich lausche, markig Gartenbaum.

Es ist vollbracht.
Des Erdenlebens unbändig Wonne
Erstarkt durch den Zenit der Sonne.
Das Blätterdach raunt Achtsamkeit.
Um mich nur Kriegsgeschrei und Leid.
Ratlos lausch ich dem Gartenbaum.

 

  text by: Herr Wortranken  
 
 
 
 


Mittwoch, 8. März 2017

SUCHWEGE

 
 
 
 
 
 
 
 SUCHWEGE

Ein langer Weg auf Teppichboden;
Das Ziel vor Augen, beidseitig, Sicht.
Unsich'rer Trott in Abendroben.
Nur Etikette, weist Denen Pflicht.

In eignem Haushalt nützt die Diele,
Zum Abstand wahren, Anrainers Luft.
Anfangs genutzt, für Kinderspiele;
Am Schluss des Lebens, als Weg, zur Gruft.

So ist der Lebensweg beschrieben,
Der uns begleitet; ein Dasein lang.
Es bleibt die Freiheit mit den Lieben,
Die Tür zu finden, auf unsrem Gang.

 
 


  bild & text by: Herr Wortranken   

 
 


Donnerstag, 2. März 2017

LAUBRAUM

 

 
 
 
 LAUBRAUM 
 
Ein Gartenweg
Führt schlängelnd
Durch die Reihen.
Das Ziel,
Der Aufbruch, jetzt.
Sehnsucht spürt Nähe.

Wackelnde Stiegen;
Ein Schritt mit quälend Schmerz.
Salztropfen netzen Stirn und Aug'.
Bubberndes Herz.
 Ein Schwung;
Die Händchen krallen starr den rostig' Nagel.

Endlich oben.
Innen,
Drin.
Ein Duft von Wagnis.
Doch,
Es wirkt nur muffig Luft,
Die aus den Jutesackgardinen,
Modrig spendabel, teilend wabert.
Beengt Kabuff.
Gedanken läufig in die Weite,
Zu nie erlebten Sphären.

Mit Traurigkeit und Freude an manche Sommer denken,
Wenn ich in Medien seh,
Das heutig Landschaftsloch,
Wo einst die Wohlfühljugend stand,
Als Raum,
Obig der Gartenscholle;
Umhüllt mit chlorophyllig' Mantel.
Mein Jugendlaubraum;
Jetzt Kohletagebau.

  
  bild & text by: Herr Wortranken 
 
 
 
 
  


Dienstag, 28. Februar 2017

WECHSELRÄUME

 

 
 
 
 
 
 
WECHSELRÄUME 

 "Bis gleich, ich geh' mal an die frische Luft".
Es war das Letzte, das sie von ihm hört'.
Ruth ahnte, denn sie kannte ihren Schuft.
Wenn sie es wüsste; alles dann zerstört.

Sechs Stunden Autobahn, bei dieser Hitz'.
Viermal gefährlich Auffahrdeppen hinter ihm.
Ziel jetzt erreicht; vergessen Frau und Kids.
Er hofft nun, oben wartet Britt Platin.


 

  bild & text by: Herr Wortranken 
 
 
 
 
 
 


Sonntag, 26. Februar 2017

RÄUMLICHKEIT

 
 
 

 
 
RÄUMLICHKEIT
 
Denk ich zurück an Kindertage;
Verschlossene Tür, sechs Tage lang.
Ein Zimmer nur für Feiertage.
Samstags war Backen; für sie, wie Zwang.

Großmutters schützenswerte Kammer
Gewahrt' den Zugang, nur am Kirchtag.
Kuchengenuss, es war der Hammer.
Die Krönung immer, Sahnenachschlag.

So floss ihr Leben, auf Dauer fort,
Bis zu dem Donnerstag, im Juli.
Tür unverschlossen. Stumm lag sie dort.

Die Lippen wie Lapislazuli.
 
Verließ den Raum, ohn abzuschließen.
Verließ uns all' auf Schnitters Lade.
Jetzt kann sie nicht mehr Blumen gießen.
Die off'ne Stub', wirkt fremd und fade.
 

  bild & text by: Herr Wortranken 
 
 
 
 
 
 


Montag, 20. Februar 2017

WENN

 
 
 
 
 
 
 
WENN

Wenn dich umnebelt fremdes Licht,
Wenn ohne Grund, verschwindet Sicht,
Wenn Denken dir so unbekannt,
Wenn du vernichten willst, dein Land,
Wenn gülden Haar verdeckt das Stroh,
Wenn Mimik weist, den Nimmerfroh,
Wenn tumber Atem inhaltslos,
Bläst Humpty Dumpty Kriegsepos.

Dann zeigt sich Leere in der Welt.
Kann man nur hoffen, nichts zerfällt.

 
 

  bild & text by: Herr Wortranken 





 
 


Montag, 30. Januar 2017

INITIALB€SCHIMPFUNG - PARABEL VOM BUCHSTABEN T

 
 
Parabel
Gleichnis vom Buchstaben T



 
INITIALB€SCHIMPFUNG
PARABEL VOM BUCHSTABEN T

Erbärmlich' T,
Tyrann und Totengräber.
Das ist dein Habitus, dem Lande gegenüber,
In dem du kopflos wütest,
Wie in Berserkers Taumelei,
Seit deiner Inauguration.
Machtvolles Weltenfreiheitsideal,
Das deine Amtsvorreiter,
Der räumig' Dummheit, abgetrotzt
Verkaufst du schäbig nun für Judaslohn.

Ein winzig waagerechter Strich
Kann aus despotisch T
ein F für FREIHEIT; dieser Welten,
Rasch gebären.
Doch Dummheit, Großkotz-Ignoranz
Blockiert dein Hirn,
Um solche Göttertat,
Der Freiheitsstatue, zu präsentieren.




 © bild & parabel by: Herr Wortranken






 
 


Sonntag, 29. Januar 2017

PASQUILL DER LIEBE























 PASQUILL DER LIEBE 

Im Herz, blamabel Schuldgefühle,
Umschwirren mich zu jeder Stunde,
Wenn ich dir morgens Äpfel schäle.
Ein winzig' Schmerz, doch räumig Wunde.
In Zukunft trink den Schnaps alleine.
Kein Apfelschäler mehr, 
Der Deine.

Pe ess.
Ich hatt' vergessen, zu erwähnen.
Dein Equuskopf mit lausig Zähnen.
Auch ist dein Hals zum Abgewöhnen.
Heut' werd' verdrängen, frei von Tränen,
Dass du mir bleibst, Frau ohne Themen.



 
© bild & noncense lyric by: Herr Wortranken
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Dienstag, 3. Januar 2017

ANTONYM

 
 
 
 
 
 
 
ANTONYM
 
Ein Knirps warf mir 'nen Ball zur Hand.
Real, Vollgummi, wie ich fand.
"Schaffst du's, ihn stülpend, links herum?"
So, seine Frage. Ich dacht' stumm.
Wie kann es sein, das dieses Kind
solch närrisch' Aufgab' stellt. Gelind
Gesagt, unlogisch, hirnverbrannt.
Mein Denken hetzte angespannt.
 
Ich suchte nach des Rätsels Trick.
Verwarf Modelle; abwegig.
Verband Synapsen, mancher Art.
Mein Kopf, er glühte, fand kein' Rat.
Ich drehte, wendete mein Hirn,
Bis merklich Falten, auf der Stirn.
Das Denkzentrum, sprichwörtlich, schwer
Lag aufgestützt, in Händen; leer.
 
Der Knabe grinste mich nun an.
Und sprach: "Hör zu, du grübelnd Mann.
Die Lösung findest du zwar nicht
Genau wie, Nachts, kein Tageslicht,
Ersichtlich, dich erhellen wird."


Jetzt weiß ich, wer viel sinnt, viel irrt.

 
 
© bild & text by: Herr Wortranken
 
 
 
 


Montag, 2. Januar 2017

ENTMISCHUNG vs. EINMISCHUNG

 
 
 
 
 
 
 
 
 
ENTMISCHUNG vs. EINMISCHUNG  

Krankheiten, ja, sind eine Prüfung;
In diesem Spiel, ohn Göttertreiben.
Du selbst touchierst, mit deiner Hände
Jahreswerk, Melange; aus Seelendrang,
Mit Einflussnahme, auf Reaktion
Der tumben Selbstbefleckung vieler
Parlamentariersoldaten,
Die weitab, jedwedem menschlich Geist
Verirrt, in töricht Wirrheit ihrer
Lobbyistenprofession gefall'n. 

Mensch, sei es, jetzt, mit heiligem Zorn.
Nutz eig' Bestimmung, vorurteilsfrei;
Seelenemphatiker, bist Denker,
Und zugleich ein Macher dieser Welt,
Die, Frieden, Freiheit treu erwartet,
Von ehrlich' Händewollenschaffern.


 
 © bild & text by: Herr Wortranken

 
 


Sonntag, 1. Januar 2017

ʇ ı ǝ ɥ ı ǝ ɹ ɟ

 
 
Freiheit
 
 
ʇ ı ǝ ɥ ı ǝ ɹ ɟ
 

freiheit
die nicht meine
nötigte mich nil
fix
 
freiheit
zeugs als gabe
oft bergen drin
nur tricks
 

 © bild & ɟɹǝıɥǝıʇs-text by: Herr Wortranken
 
 
 

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...