26 März 2025

HACH


 
© Netzfund  Universell CC0 1.0 


HACH 

Wie war das Leben schön 
Früher als wir Kinder waren 
Stobten auf den Ackerwegen 
Die am Wegrand uns'res Dorfes 
Saum aus Mohn und blauen Blumen 
Als Spalier das Aug' erfreuten 

Nur wenn Bauer Schulz vorbei kam 
Mit dem vollen Ochsgespann 
Wir dann auf den Wagen sprangen 
Wenn er uns dann doch entdeckte 
Sich dann lachend Zunge leckte 
Weil er mit 'nem Peitschenknall 
Uns trotz Ducken schmerzhaft traf 

Tagelang die Striemen sichtbar  
Trotz viel Schlaf 
Ich dabei und alles wahr 



© Text by @ HerrWortranken      

130 |2025| ©HW        



20 März 2025

SENEX FELLA

 



SENEX FELLA 
(alter Sack) 


Hörgerät geklaut 
Haare sind ergraut 
Alles rundum leis' 
Letztes Wieseneis 
Augen hinter Glas 
Sehe was ist Was 
Knochen instabil 
Kopf noch nicht debil 
Mir die Welt zu laut 
Doch nichts um 
Mich haut 
Schreibe was ich will 
Pflege meinen Stil 



© Text & Bild by @HerrWortranken        

117 |2025| ©HW        

19 März 2025

malum somnium

 



malum somnium  
(böser Traum) 


Seh' ich geschloss'nen Aug's die nächste Zeit 
So dräut im Bajuwarenland ein Streit 
Kein lange Zeit in dieser Eh' vergeht 
Ein weitend' Riss im deutschen Land entsteht 

Ohn' Zweifel sei heut' angedacht 
Das jener ranke Neuling sacht 
Zerbricht als führend' Staatsperson 
Erfand den Bierfilz Steuerlohn 
Auf winzig Fläch' sollt' passen Schrift 
Vermutlich war der Mensch bekifft 



© Text & Bild by @HerrWortranken     

115 |2025| ©HW         


18 März 2025

HÄNG' MICH REIN

 





HÄNG' MICH REIN 
(ME PENDERE)


Kopfsprung in das Wörterbecken 
Schwimme fließend auf dem Rücken 
Niemals werd' ich Wunden lecken 

Häng' mich rein 
Zeilen fein 

Spucke keine Wörterbrocken 
Bilde Sätze die oft trocken 
Dreh' den Finger auch im Schmutz 
Zeige d'rauf für aller Schutz 
Dass erkennbar sind die Lügen 
Die durch Furchen Geist zerpflügen 

Zeilen fein 
Häng' mich rein 

Ach was soll ich euch noch sagen 
Seid mal ehrlich 
Stellt euch Fragen 
Bin ich Ich 

Oder nur für Teufel schmusig 
Biedert euch nicht immer an 
Geschätzte Frau 
Geschätzter Mann 

Hängt euch rein 
Bleibet Menschen 
Seid kein Schwein 


© Text & Bild by @HerrWortranken 
    
114 |2025| ©HW   

   

13 März 2025

ZEITLOS




© Tuschezeichnung/Montage by @HerrWortranken 


ZEITLOS


Ich möchte heut, zu euch noch manches sagen. Ohn aufgetakelt Stuss.

Verwehrt es diesmal nicht dem Hirn, zu folgen dem Tonfall bis zum Schluss.

Mit Worten mal ich. Dick, fett, grell bunt. Oft Moll verströmt mein stechend Satz.
In argen Zeiten Meinung künden, Wundenbohren, trotz vieler Hatz.

Grundtief ins Herz der Seele drängen, muss dieser Pfeil der Empathie.
Vermeidet Sachzwang, achtet Gefühl des Erdenleids, von Mensch und Vieh.

Ich sag es wiederum.
 Nochmals und immerfort. Flieht jetzt den Lobbys.
Nicht Bank, Geld, noch Pfründe sollen fortab bestimmen eure Hobbys.

Wann steht ihr zu den Worten, die ihr uns gibt, vor jedem Urnengang?

Könnt ihr mir sagen, weshalb ein Volk nicht sieht, den drohend Untergang. 

Immer die Kreuze macht, als Stimmvieh mit eingeschränktem Menschenrecht. 

Wir sind nur törichte Statisten für Politik und bleiben Knecht.

Ihr seid verpflichtet, nur dem Wähler Willen und oberstem Gericht.

Sonst plustern Bürger hinten Backen. Blasen Wahrheit euch ins Gesicht.

Ich leist' mir solch Gedanken, zu dem Land, in dem passiert mein Leben.
Seh ich das Tun der herrschend Klientel, möcht oft mich übergeben. 



© picture & poem by: @HerrWortranken        





09 März 2025

ORACULUM

 




ORACULUM 


In flücht'gen Blicken die den Tag umhüll'n 
Verbirgt sich oft was tief im Innern weint 
Nicht Augenblick der uns erscheint ist wahr 
Was in des Dichters Worten sich vereint 

Der Dichter malt mit Herz und Sinn 
enthüllt was still im Schatten liegt 
Er webt aus Licht und Dunkelheit zugleich 
Die Wirklichkeit die zart verfliegt 

Die Welt dreht sich in stetig' Geh'n 
Doch wer 
Mit offnem Aug' mag sie versteh'n 
Findet in jedem flücht'gen Augenblick 
Zauber der uns verworr'ne Träume schickt 

Nicht jedes Schreiten 
Rau und kalt 
Ist jener sanfte Flug 
Der Sehnsucht hält zuhauf 
So sei gewarnt 
Verwechsel nicht den Lauf 
Mit jenem Treiben das aus Träumen wächst 

Denn dieses Treiben leicht und federnd sacht 
Führt uns durch Träume bis zur Macht 
Der leisen Hoffnung 
Die in den Dämmerstunden keimt 
wo sich das Herz im Zauber neu verneint 

Zwischen der strengen Wirklichkeit 
Und Fäden in der Einsamkeit 
Der Dichter der mit jedem Wort befreit 
Enthüllt was sonst verborgen und entgleit' 

Manch flüchtig' Schein verführt und täuscht im Nu 
Und tief im Innern zeigt sich still dazu 
Die Poesie als funkelnd' Geistesstrahl 

Verwechsle nie des Wanderns rastlos' Hast 
Mit Schweben das in Träumen ohne Last 
Dir gaukelt unbeschwerte Daseinsform 

So hebt sich klarer Geist ganz weit 
getragen von der Dichtung die befreit 
In jedem Vers erwacht was ewig war 
Realität 
Verborgen 
Wunderbar 



© Text by @HerrWortranken         

099 |2025| ©HW       

08 März 2025

SOMNIA ET RE

 






SOMNIA ET RE 
(Traum und Wirklichkeit) 


Was glänzt im Licht ist oft nur Schein 
Verborgen blüht das wahre Sein 
Ein Bild 
Ein Wort 
Ein leiser Klang 
Ein Sänger fasst es im Gesang 

Die Welt erscheint in fester Form 
Doch jenseits ihrer Grenzen stromt
Ein Flüstern das sich sanft verweht 
Wo tiefer Sinn im Schatten steht 

So schreitet Mensch von Stein zu Stein 
Die Füße fest 
Das Herz allein 
Doch was sich träumen lässt im Spiel 
Findet meist mehr als nur ein Ziel 

Denn nicht das Auge 
Nicht die Hand 
Begreift was tiefer Sinn verband 
Nur wer sich löst vom starren Lauf 
Der steigt ins eigne Leben auf 




© Bild &Text by @HerrWortranken        

100 |2025| ©HW        


04 März 2025

TENEBRAE ET SPES

 



TENEBRAE ET SPES
(finsternis & hoffnung)

Es war in alten düster'n Tagen 
Da klang ein Ruf der Künste sacht 
Ein Jüngling 
Voll Neugier und Plagen 
Glaubte 
Die Kunst sei Nahrung und verkörpere Macht 

Er schritt durch Hallen voll flüchtiger Bilder 
Wo Worte und Farben im Schatten verweh'n 
Verzehrte viel' Verse 
Als wären sie Speise 
Die seinen Hunger stillten im Geh'n 

Die Weisen warnten mit leisem Ton 
Kunst die so zart 
Sollte Herzen berühren 
Nicht als Mahl oder kalt' Illusion 

Doch taub für die Weisheit 
Vom Trug geblendet 
Verzehrte er Kunst 
bis die völlig verendet 

In einer der Nächte als Mondrot erwacht 
Drang Schuld hinein in's Gemüt 
Die Muse entstellt von des Jünglings Macht 
Verlor ihr Licht 
Nur der Schmerz sie umblüht' 

So entstand ein Sturm 
Aus Leid und Grollen 
Er zerschmetterte Bilder und zerbarst’ Poesie 
Des Jünglings Tun in Bälde zerronnen 
Verlor sich im Frost der Ironie 

Nun wandert ein Schatten durch leere Gassen 
Fröstelnde Kälte verhungernde Massen
Träume die nun sterben im finstern Licht 
Die Legende spricht leise in jedem Gedicht 
Kunst ist ein Schatz der im Innersten spricht 

So enden Balladen 
Dramatisch und klar 
Ein Ruf an die Seelen 
Ihn ruchloser Zeit 
Erlebe den Zauber der leise und wahr 

Die Kunst ist nicht Nahrung 
Sie ist Freude und Leid 



© Bild & Text by @HerrWortranken      
091 |2025| ©HW       





01 März 2025

DIABOLUS RISUS

 
Bild by ©chatGBT




DIABOLUS RISUS 
(Teufliches Lachen) 


Im düst’ren Reich der Abendröte 
Wo Feuerhimmel schweigend brennen 
Da schreiten fort in letzter Not 
Mutige die alle Schatten sprengen 

Die Welt zerrissen 

Von Sturm und Donner   
Dort wo die Trauer schwebt wie Nebel
Und Herzen in der Angst zerfliesen 
Die Aschefelder kalt und leer 
Und überall verbrannte Wiesen 
Zieht eine Schar von Seelen fort 
Ein Funken Hoffnung nimmer mehr 
Ein Lachen trotzt dem Todeswort 

Der Himmel weint in glühend’ Tränen 

Die Erde bebt im Untergang 
Doch unter all den finst’ren Seelen 
Ertönt ein hoffnungsvoller Klang 

Ein Held 

Vom Schicksal hart geprüfet 
Erhebt die Stimme stark und klar 
Verkündet dass das Lachen sieget 
Wo Schmerz und Leid einst war'n so nah 

So klingt im Endkampf dieser Zeiten 

Ein Lied das niemals untergeht 
Ein Echo das in Not und Trümmern 
Ganz zaghaft und auch leise weht 

Die Welt mag stürzen in ein Dunkel 

In Flammen stehen oder lallen 
Doch selbst im tiefsten Augenblick 
Erklingt ein Lachen noch im Fallen 

Und wenn der letzte Vorhang fällt 

Das Ende naht mit wildem Drang 
Bleibt uns die Hoffnungsmelodie 
Die alles hält 
Triumph der Freude 
Ohne Zwang 



 © Text by @HerrWortranken      


088 |2025| ©HW     


25 Februar 2025

ANELLO DI MÖBIUS





ANELLO DI MÖBIUS 
(Schleife des Möbius)


Zieht die Mauer hoch zum Himmel 
Trennt das Wahre von dem Schimmel 

Duldet nicht das leere Fragen 
Wer nicht folgt hat nichts zu sagen 
Lasst euch nie mehr niedertreten 
Hoffnung wird jetzt Ordnung beten 

Zieht die Mauer hoch zum Himmel 
Trennt das Wahre von dem Schwindel 

Freie Worte fremde Ketten 
Kann man so die Freiheit retten 

Denn nur Klarheit gibt uns Stärke 
Zweifel hemmen heut' die Werke 

Zieht die Mauer hoch zum Himmel 
Für's Gesocks und Nazi Lümmel 
Reißet ein die viel Bedenken 
Nicht die Götter werden lenken 
Das wird können nur der Westen 
Ich vermute dort die Besten  



© Text by @HerrWortranken    


078 |2025| ©HW      


 

20 Februar 2025

TENEBRAE

©BILD by chatGBT

 


TENEBRAE 
(Finsternis) 


Geistig Trümmer himmelwärts 
Splitternd' Wahnsinn 
Dunkle Nacht 
Seelen zerschellen 
Vom Abgrund erfasst 
Verloren in Träumen die vom Gelde bewacht 

Quälende Erde durch Mamon und Schmerz 
Wie Sintflut die Tränen 
Aus tiefster Pein 
Die Länder ersticken mit klagvollem Herz 
Ein düsteres Lied 
Das schmerzhaft gemein 

Faschisten die Lügen 
Verkehren all' Wahrheit 
Mit Lügenversprechen und verächtlichem schwatzen 
Erwecken sie Geister mit zerstörenden  Bratzen 

Sie ergaunern sich Zuspruch 
Sie streuen Schuld 
In die Seelen und säh'n 
Während Wahrheiten in
Finsternissen vergeh'n 

Seht wie er Hoffnung der Gerechten zerTRAMPelt 
Er ist der wahrhaftige Urian 
Der Unhold 
Der TRUMPelt 



©Ballade by @HerrWortranken   

076 |2025| ©HW    

16 Februar 2025

COR MONTIS

 



COR MONTIS
(Herz des Berges)


Ein Wand’rer zog allein durch Nacht 
Vom Sturme wild umhergebracht 
Der Pfad war karg 
Der Himmel zeigt sich wie gebleicht 
Kein Licht das seinen Blick erreicht 

Er suchte Gold und auch die Macht 
Und glaubte nicht an Gnomenkraft 
Für Märchen war sein Herz zu schwer 
Er sah nur Felsen kalt und leer 

Doch als er in die Tiefe trat 
Wo schwarzer Fels verborgen tat 
Da zuckte plötzlich Feuerschein 
Ein Flackern rot im Felsgestein 

Ein Lachen hallt durch Fels und Wind 
Ein Wispern und der Traum beginnt 
Ein Wesen springt aus dunkler Wand 
Ein Gnom so flink wie feurig' Sand 

Du suchst den Schatz 
Du siehst ihn nicht 
Denn blind bleibt 
Wem das Herz zerbricht 

Der Wand’rer lacht voll Hohn und Spott 
Er glaubt nicht an solch' Zwergenschrott 
Was nützt mir Tanz und albern Spiel 
Ich will nur Gold 
Das ist mein Ziel 

Da schwillt der Berg 
Die Erde bebt 
Ein Riss durch kalten Felsen schlägt 
Der Gnom nur grinst 
Dann spricht er sacht 

Wer nur Besitz begehrt 
Verlacht
Das Leben selbst wird steineschwer 
Er sieht den Schatz nun nimmermehr 

Der Wand’rer schreit 
Sein Leib erstarrt 
Sein Herz schlägt wild 
Dann wird es hart 
Der Fels umschlingt mit kaltem Arm 
Er sinkt hinab 
Sein Blick noch warm 

Doch wer sein Herz in Freude hebt 
Wer Licht und Tanz in sich belebt 
Der sieht wie tief im Berg versteckt 
Das wahre Gold im Lachen steckt 



© Bild & Text by @HerrWortranken     

070 |2025| ©HW       



15 Februar 2025

AUGENWISCHEREI

 


AUGENWISCHEREI


Gestern kam ich auf der Suche 
Wegs vorbei am Platz der Buche
Gut Verrichtung Gevatter Baum
Hab 'ne Frage 
Wo find ich Raum 
Um zu parken all die Gläser 
Die gefüllt mit Bundesschläfer 
Viele davon schon vergammelt
Seit der Zeit wo man gesammelt 

Möchte lagern für die Kinder 
Dass erkennen sie die Schinder
Deren Geist wie zuck'rig Honig 
Mit dem Wortsinn auch ironisch 
Sinnfrei Wahlvolk gern verhöhnt 
Braun Faschismus wird geschönt 

Ein Blatt schwebt' nieder wo ich stand 
Konnt' es fangen mit der Hand 
D'rauf las ich Antwort von dem Ast 
Bedenk' die Gläser sind Morast 
Lag're sie wie eine Windel 

Alles Etikettenschwindel 




© Bild & Text by: @HerrWortranken     
   
 068 |2025| ©HW         


 



14 Februar 2025

PROPHETIA

© Bild mit chatGBT erstellt



PROPHETIA 


Ich such' die Worte meiner Jugend 
Der Jugend die schon längst vorbei 
Der Sehnsuchtsfaktor immer größer 
Verwasch'ne Sätze nur Wörterbrei 

Nicht ababpöm nicht dada Kunst 
Das könnten viele noch versteh'n 
Der Sinn verstorben 
Synapsen schlafen 
Das restlich' Leben nicht mehr schön 

Doch deine Lieben um dich 'rum 
Emphatisch zahlen's dir zurück 
Das was du damals hast geben 
An Liebe 
Hilfe und stückweis' Glück 

 

© Text by HerrWortranken      
067 |2025| ©HW   



    


09 Februar 2025

ELEGIA VENTIS

 
Foto by @HerrWortranken 



ELEGIA VENTIS
(Elegie des Windes) 
 

Lass’ uns lüftig in der Höhe 
Schwebend greifen nach der Böe 
Die uns nächtens treibt nach oben 
Fort von allem was verwoben 
Wo der Schmerz verblassen mag
Und vergeht mit jedem Tag 
Wo der Welten Mühsal liegt 
Wo der Schatten niederwiegt 

Uns entzieht sie alle Moden 
Stille Flucht aus starrem Boden 
Führt uns aufwärts traumverloren 
Wo die Sorgen längst erfroren 
Und die Zeit kein Urteil spricht 
Wo kein Morgen uns zerbricht 

Auch die Tränen trocknet leise 
Sanft der Wind auf seiner Reise 
Hebt uns sacht aus schwerem Weh 
Trägt uns fort 
Weit bald ins Nichts 
Dort wo Stille sanft umflicht 
Und vergeht mit jeder Bö’ 



© Elegie & Foto by @HerrWortranken     

058 |2025| ©HW      



04 Februar 2025

NATUM TER


 

( Versuch einer pop/ballade als songtext )

NATUM TER
(dreimal geboren) 


Strophe 1]
Dreimal wurde er geboren
Im Schatten der alten Zeit
Als Mensch von Zweifeln umwoben
Auf der Suche nach Ewigkeit
In den Falten der Erinnerung
Verbarg sich sein zerbrechlich’ Gesicht
Er trug die Narben der Jahre
Und im Herzen ein stilles Licht 

[Pre-Chorus]
Zwischen Schmerz und Hoffnung
Zwischen Schicksal und Traum
Verblasst die Grenze der Zeit 
Er steht auf baut sich seinen Raum 

[Chorus]
Dreimal wurde er geboren
Als Mensch unendlich und frei
Dreimal hat man geschworen
Die Wahrheit bleibt dabei
Geschält geschoren
Nackte Haut
So roh und rein
Sein Weg ist ein offenes Tor
Zu allem was darf und kann sein

[Strophe 2]
Dreimal fiel er in die Tiefe
Wo der Sturm die Seele bricht
Doch in jedem Fall der Leere
Lag ein Funke 
Ein kleines Licht
Er verlor sich in den Schatten
Doch fand sich wieder Stück für Stück
Jede Narbe erzählt Geschichten
Von Mut von Liebe und vom Glück 

[Pre-Chorus]
Zwischen Schmerz und Hoffnung
Im Klang der eigenen Zeit
Wächst aus Asche die Erinnerung 
Ein Zeichen für Unendlichkeit  

[Chorus]
Dreimal wurde er geboren
Als Mensch unendlich und frei
Dreimal hat man geschworen
Die Wahrheit bleibet dabei
Geschält geschoren
Nackte Haut 
So roh und rein
Jeder Schritt ist ein Bekenntnis
Zu einem Leben klar und rein 

[Bridge]
Unter Sternen in der Dunkelheit 
Hört man leise seinen Ruf
Er trägt das Licht der Vergänglichkeit
Und den Traum der alles ruft
Jeder Schlag des Herzens ist ein Versprechen
Jeder Atemzug ein Neuanfang
Er wandelt durch die Zeiten
Auf einem Weg der ewig klang 

[Strophe 3]
Dreimal wurde er geboren
In der Stille und im Sturm
Als Mensch so unvollkommen
Doch mit einem ewigen Wurm
Der Zweifel nagt 
Die Hoffnung flüstert
Doch die Seele bleibt im Tanz
Mit jedem Fall mit jedem Aufstehen
Schreibt er sich den Lebenskranz  

[Pre-Chorus]
Zwischen Schmerz und Hoffnung
Im Widerhall der Zeit
Wächst ein Feuer in den Augen
Das die Dunkelheit befreit 

[Chorus - Variation]
Dreimal wurde er geboren
Als Mensch mit all seinen Fragen
Dreimal hat man geschworen
Zu leben und zu tragen
Geschält geschoren
Nackte Haut die Wahrheit spricht 
In jedem Ende in jedem Morgen
Leuchtet ein unvergänglich Licht 

[Outro]
Und wenn die Nacht sich leise senkt
Und der letzte Ton verweht
Bleibt die Seele die dich lenkt
Die ewig ihren Weg versteht
Dreimal geboren dreimal geschworen 
Ein Mensch der seinen Traum lebt
In der Stille und im Sturm
Hat er sich selbst ewig belebt


© Textentwurf by @HerrWortranken      

053|2025| ©HW  





   

30 Januar 2025

dada versus realität

 
Bild by KI, man erkennt, dass der KI ebenfalls schlecht geworden ist 




dada versus realität 



Heute ist ein trüber Morgen, als ich das Café betrat. Draußen ziehen graue Wolken über den Platz. Der Regen hatte den Asphalt dunkel gefärbt. Ich bestellte einen doppelten Espresso, schlug die Zeitung auf und sah das Gesicht auf der Titelseite. Merz. Wieder einmal. 

Ich lehnte mich zurück und seufzte. "Denk ich an Merz an diesen Tag…", murmelte ich.
"Erinnert nichts an Kunst, so ich sie mag", ergänzte eine Stimme neben mir. 

Ich drehte mich zur Seite. Eine Frau mit kastanienbraunen Haaren und scharf geschnittenen Zügen sah mich herausfordernd an. Sie hielt eine zerlesene Ausgabe von Brechts Gedichten in der Hand. 

"Sie zitieren mich?" fragte ich überrascht.
"Ihr Gesicht hat es mir verraten." 

Sie lachte trocken, blätterte in ihrem Buch und fuhr fort:
"Ich denk an einen Haufen Scheiß, an faschistoides Geistgeschmeiß." 

Ich grinste. "Dann sitzen wir wohl im selben Boot." 

Sie nippte an ihrem Kaffee. "Und was machen Sie mit Ihrer Wut?" 

Ich sah hinaus auf die Straße. Menschen eilten vorbei, Schirme aufgespannt, die Köpfe gesenkt. Die Stadt war voll von Stimmen, doch viele schwiegen. 

"Ich schreibe", sagte ich schließlich. 

Sie nickte anerkennend. "Dann schreiben Sie weiter. Worte können mehr bewegen, als Sie denken." 

Ich betrachtete sie einen Moment. Dann nahm ich mein Notizbuch zur Hand. Während draußen der Regen fiel, setzte ich den Stift an. 




© Text by HerrWortranken      

051 |2025| ©HW          

17 Januar 2025

ALTER TRÄGT JUGEND

 









Alte Bank und junge Frau


In einer stillen Parkecke stand eine alte Holzbank. Die Oberfläche war rau und von der Witterung gezeichnet. Ihre Schrauben knarrten, wenn sich jemand niederließ. Jahrzehnte hatte sie schweigend die Jahreszeiten überdauert. Das Kommen und Gehen unzähliger Menschen ertragen.  Es waren herumtollende Kinder und alte Menschen, die über ihren Lebensabend sinnierten. Doch die Bank hatte nie eine Stimme, keine Wahl und kein Urteil, bis Sie eines Tages kam. Die junge Frau mit ihrer schweren Last. 

Es war ein grauer Herbsttag, als sie zum ersten Mal erschien. Ihr Gesicht war von Sorgen gezeichnet. Die Schultern hingen tief  und in ihren Augen schimmerte etwas, das die Bank nur allzu gut verstand – Müdigkeit. Ohne ein Zögern ließ sie sich nieder, genau in der Mitte, dort wo das Holz bereits glatt und eingesessen war. Ein schwerer Seufzer entwich ihr, während sie einen abgenutzten Rucksack auf den Boden stellte. 

Die Bank spürte, wie sie sich kraftlos auf dem alten Holz nieder setzte. Es war, als würde die Last, die sie trug, nicht nur die ihres Körpers war, sondern auch die ihrer Seele. In den folgenden Tagen wurde die junge Frau der Bank zur Gewohnheit. Sie erschien täglich, immer zur gleichen Zeit. Manchmal blätterte sie in einem zerknitterten Buch, das sie wiegend in den Händen hielt und mit leeren Augen anstarrte. Oftmals redete sie leise vor sich hin. 

Die Bank fühlte das Gewicht ihrer Worte. "Ich weiß nicht mehr weiter", flüsterte die Frau eines Abends, als die Sonne bereits hinter den Bäumen verschwand. "Es fühlt sich an, als würde ich zerbrechen." 

Die Bank, alt und weise, hätte antworten wollen. Doch sie konnte nur tun, was sie immer getan hatte, dasein. Sie trug, was die junge Frau nicht mehr tragen konnte. Ihre Risse schienen sich zu vertiefen, ihre Latten knarrten lauter, doch sie hielten. 

Eines Tages, mitten im Frühling, kam die junge Frau mit einem Lächeln. Es war ein kleines, feines fast unscheinbares Lächeln.  Doch die Bank spürte, daß es echt war. Die Frau setzte sich wie immer, aber diesmal war sie leichter. "Danke", flüsterte sie unmerklich, als spräche sie direkt zur Bank. 

Von diesem Tag an kam sie immer seltener. Und irgendwann blieb sie ganz fort. Doch die Bank fühlte keinen Verlust, sondern eine stille Zufriedenheit. Sie hatte all' das getragen, was getragen werden mußte und die junge Frau hatte gelernt auf eigenen Beinen zu stehen. 

Die Bank blieb an ihrem Platz, in der stillen Ecke des Parks, bereit für den Nächsten, der sie brauchen würde. Denn ihr Zweck war nicht zu klagen oder zu urteilen, sondern zu tragen. Die leichten und die schweren Lasten der Menschen. 


© Bild und Novelle by HerrWortranken       
033 |2025| ©HW        

11 Januar 2025

POSSIBILITATES

 




POSSIBILITATES 
(möglichkeiten)


Ein Sturm zog auf 
Die Erd' zerbrach 
Die Herzen kalt 
Die Nächte wach 
Ein Schleier lag auf Mensch und Land 
Der schwarze Rauch 
Vom Krieg entbrannt 

Glaub' nicht an expandierend' Zeiten 
Glaub' nicht an jene Lügenseiten 
Die Hoffnung streuen über uns
Sonst allzu schnell fühlt ihr den Rumms 

Die Straßen leer 
Die Wiesen grau 
Kein Kinderlachen 
Fern der Schau 

Doch plötzlich geht ein Vorhang auf 
Das Bühnenbild in Licht erstrahlt 
Ein Keim des Friedens 
Neu gemalt 

Die Menschen klatschten mit Verstand 
Der Hass die Angst 
Sind jetzt verbrannt 
Sie bauen Brücken über Gräben 
Ein neues Lied 
Ein neues Leben 

Glauben an manch' Möglichkeiten 
Die ein friedvoll' Herz entfacht 
Nur die Liebe hält zusammen 
Selbst im Dunkel einer Nacht 

Und so strahlte wieder Licht 
Welt vereint im Angesicht 
Frieden zog durch Land und Flur 
Hoffnung zählt 
Ganz schlicht und pur 



© Text by HerrWortranken     

022 |2025| ©HW       

09 Januar 2025

IN RUBEUM FILUM

 




IN RUBEUM FILUM 
(der rote Faden) 


Im Dunkel der tiefgründig endlosen Schlucht 
Wo Sterne verblassen in nächtlicher Flucht 
Ein Wand'rer hält zitternd den Blick auf den Grund 
Dort wo Nebel wie Geister die Tiefe umrund' 

Kein Ausweg in Sicht 
Kein Funke 
Kein Leuchten 
Kein rettendes Licht 
Doch dort 
Ein Glimmen in leuchtend Rot 
Das Blut im Herzen mit Schrecken droht 

Ein Faden so zart und doch seltsam fest 
Hing dort wo die Hoffnung ihn niemals vermess’t 
Der Mensch zog ihn mit bebender Hand 
Sein Schicksal daran wie ein unsichtbar' Band 

Er klammerte sich an seidigen Strang 
Und hörte des Abgrunds bedrohlich' Gesang 
Doch je höher er stieg und je weiter er kroch 
desto heller erschien ihm das Leben 
Jedoch 

Der Faden begann in der Tiefe zu schwinden 
Sein Anfang verging 
Niemand konnt' das Ende mehr finden 
Doch siehe im Glanz des aufgehenden Lichts 
Erblickte er Neues 
Den Kreislauf des Nichts 

Der Faden zerriss und ein Sturm brach herein 
Doch war es kein Ende 
Nur Wandlung allein 
Er fiel nicht hinab 
Er erhob sich im Wind 
Dort wo Welten zerrinnen und eine Neue beginnt 

So lernt er staunend im Tanz mit dem Tod 
Dass ein Rot nicht nur Gefahr ist 
Auch Schöpfung und Brot 
Der rote Faden ganz zart und auch fest 
Wurd' Rettung und Abschied 
Ein ewiges Fest 

Dort wo Altes vergeht wird Neues geboren 
Im Drehen und Wenden geht Zeit nie verloren 
Ein Faden der endet 
Webt dennoch ein Band 

Der Kreis bleibt bestehen 
Von Hand zu Hand 




© Text & Bild by HerrWortranken    

016 |2025| ©HW