Mittwoch, 21. Oktober 2020

bitte

 


bitte 
 
werft mich raus aus eurer mitte 
lasst mir freiheit – ernste bitte 
dies als wunsch an euch gerichtet 
doch mein schreibstil – nie gelichtet 
wird für alle lieblich werden 
stehe außerhalb von herden  
lasst mich sein – so meine bitte 
 
werde mich nicht biegen lassen 
könnt mir rutschen – könnt mich hassen 
seid willkommen klare geister 
lehrling oder wahre meister 
deren sprache inhalt kündet 
und nicht menschen – sachen zündet 
lasst das sein – so meine bitte 
  
zieht nicht mit den dumpf kohorten 
findet euch an hellen orten 
dort wo alle empathien 
lehrig sind – wird nicht geschrien 
seid es – bleibt es – philanthropisch 
und auch mal ein wenig episch 
lasst uns sein – dies meine bitte 

 
  © Bild &Text  by: HerrWortranken   



Dienstag, 29. September 2020

buchstabensommelier

 




buchstabensommelier 

AB 

JETZT 

BIN 

ICH 

#buchstabensommelier 

  A

B

        C ¹ - ¹³

     D ¹⁷ 

E

F

G

H

        I ⁸ - ¹⁶ 

J

K

L

M

  N ⁵

             O ² - ⁴ - ¹⁴ 

P

Q

        R ³ - ⁹

      S ¹¹ 

T

     U ¹⁰ 

         V ⁷ - ¹⁵ 

W

X

Y

Z

    / ¹² 

    1 ¹⁹ 

2

3

4

5

6

7

8

     9 ²⁰ 

  0 

  - ¹⁸ 


© Bild & ababpöm~dada  by HerrWortranken 



 

Montag, 31. August 2020

MUDDERN

 



MUDDERN 
 
So hilf mir 
Oh Mudder 
ich werde zum Tier 
 
Was ist mein Kind 
Was ist mit dir 
 
Es mehren sich Haarschöpf' 
Nicht nur am Kopf 
Zwischen Achseln und Haxn 
Da wächst mir dicht' Schopf 
 
Oh Kindlein 
Lieb Madel 
Wie kann das gescheh'n 
Hab sowas mein Lebtag 
Nie vernommen 
Nie g'sehn 
 
Wir müssen zum Bader 
Zum Heiler 
Zum Popen 
Vielleicht ist es kränklich 
Und kommt aus den Tropen 
 
Nein Mudder 
Ich denk mir 
's war anners gewesen. 
Letzt' Nacht erschien mir 
Im Traum 
So ein Wesen 
 
Ganz bunt war das Ding 
Hatte ‘nen Pinsel mit Haaren 
Und malte mir dann 
Oh Mutter, welch Graus 
Aufs Bäuchlein 
So ’ne schnurrhaarige Maus 
 
Mein Kind du bist meine Tochter nicht mehr 
Geh‘ aus dem Haus und entferne mit Teer 
Sofort diese Schande 
Bist nimmer ein reines 
Familienmitglied 
Gelöst sind all‘ Bande 
Und zu Ende dies Lied 
 

  © Bild & Text by: HerrWortranken  

 

 




Mittwoch, 19. August 2020

LABEL



 


LABEL 
 
in einem fernen land 
an einer bar – am strand 
wärmt sonne ihren rücken 
wollüstiges entzücken 
durchströmt gedankensphäre 
als wär‘ sie ’ne hetäre 
 
nur heute scheint sie ehrbar 
vielleicht auch unbelehrbar
lässt sich durch sonne zwicken 
vermerkt nun an den blicken 
der and‘ren leut‘ – am ausschank 
rückfront rot – was für’n gestank 
nach ranzig sonnenschutzglasur 
jetzt hat sie rücken mit gravur 
 

 

   © Bild & Text by: HerrWortranken 

 



Sonntag, 16. August 2020

LEIDENSCHAFT

 



LEIDENSCHAFT 
 
Die Uhr schlägt Abend 
Das Pflaster heiß 
Nicht wirklich labend 
Es leckt der Schweiß 
 
Rinnsal rinne fein 
Lass uns innig sein 
 
In der tiefsten Körperkuhle 
Kann man schwitzen – doch ich suhle 
In der Kühle – wenn die Sterne 
Wolkenlos in Himmelsferne 
Glitzern über’m klaren Teich 
Dann die Haut – so magisch weich 
 
Rinnsal rinne fein 
Niemals nur zum Schein 
 
Haut an Haut 
Gefühle klar 
Liebeshitze 
Wunderbar 
 
Rinnsal rinne fein 
Feurig wie ein Wein 
 
So vergeht ein Tag – Brutheiß 
Zeitgleich träumen – von dem Schweiß 
Der uns bindet – ohne Pein 
Lass uns immer – innig sein 
 
 

  © Bild & Text by: HerrWortranken    



Mittwoch, 12. August 2020

EXPOSÉ

 




EXPOSÉ 

 

Ein Pärchen tändelte zu dritt 

Es Schritt   

An fernem Ort 

Man hörte weitab zart Geschrei 

Im Mai 

Hörst du es – dort? 

 

Nun große Stille – überall – 

Ein Knall! 

Ich ahnte es. 

Tütata – schreit die Sirene – 

Szene – 

Heut gab‘s nur Stress. 

 

 

    © Bild & Nonsensgedicht by: HerrWortranken    


(Versmaß: 8 a - 2 a - 4 B - 8 c - 2 c - 4 B ) 




Samstag, 1. August 2020

FEUER







FEUER 
 
Hitze flimmert 
Abend wimmert 
Tageshitze glimmt versonnen 
 Tropfend Wangen 
Langsam drangen 
Manch‘ der schwarz bekleidet‘ Nonnen 
 
In die Kühle 
Auf Betstühle 
Um jetzt nach manch täglich Pflichten 
In Versenkung 
Und Ablenkung 
Laut im Chore flott zu dichten 
 
“Sei nur prunke 
Götterfunke 
Ohne Feuer gib uns Kälte 
Lass‘ uns gehen 
Zu Bergseen 
Um zu schlafen, dann im Zelte“ 



 
    © Bild & Nonsensgedicht by: HerrWortranken  






Freitag, 31. Juli 2020

ABADDON





ABADDON 
 
verbrannt der geist 
der frühen jugend 
freiheitlich‘ worte 
wehgeschrei 
wir hielten hoch, 
manch hehre tugend 
all‘ hofften 
völker werden frei 
 
nach etlich’ 
lebensabschnittsjahren 
rückt man 
vergangenheit heran 
man sieht zu jeder zeit 
barbaren 
alle kohorten 
ohne plan 
 



 
  © Bild &Text by: HerrWortranken 
 


Montag, 27. Juli 2020

NACH(t)BAR







NACH(t)BAR 
 
Ein Zaun, 
Zwei Meter hoch, 
Drei Latten quer; 
Gebaut, 
Mit unermesslich Schweiß, 
Zur Wehr. 

Verhindert nun, 
Den Blick, 
Zu Nachbars Haus. 
Auch er siehts ein, 
Freundschaft – 
Endgültig aus. 
 
Die Kinder, 
Längst verstreut in aller Welt. 
Die Eltern hinterließen, 
Als Entgelt, 
Für ihrer Enkel Erbe – 
Haus und Grund. 
Die wussten nichts 
Von vordem Streit und Schund. 
  
Die Kindeskinder sind zurück – 
Am Zaun. 
Ein Jeder pflanzt nun einen Freundschaftsbaum. 
Sie reichen sich die Hand zum Friedensschluss 
An ihrer Nachtbar – 
Plötzlich – 
Fällt ein Schuss. 



  © Bild &Text by: HerrWortranken 





Samstag, 25. Juli 2020

CORONA(ver)ÄPP(el)











CORONA(ver)ÄPP(el)  
 
Des GROßEN BRUDERs Einsichtnahmen 
In uns’rer Smartphones, lautlos Wissen 
Führt hierzuland‘ zu Falschalarmen. 
Tun wir uns wehren, echt verbissen; 
Zu öffnen tiefes inn‘res Sein? 
Wir sagen zu den Schnüfflern – NEIN! 
 
Doch Google – nicht der Gugelhupf – 
Späht heimlich, mit manch maßlos Schlupf 
Im World Wide Web, für – “Enn-Ess-Ai“ – *.
Warum so leise, ohne Schrei 
Verhalten wir uns heutzutage 
Und akzeptieren – diese Lage? 
  
Sind wir heut‘ dumm, oder gefügig? 
Sind wir verblendet, gar zu gütig? 
Wir müssten grübeln – Hirn benutzen. 
Lasst niemals euch, 
Das Denken stutzen. 
   
 
 
  © Bild &Text by: HerrWortranken 

*) NSA 
 
 
 




Samstag, 18. Juli 2020

BEGLÜCKUNG






BEGLÜCKUNG 
 
Wenn die Bedingtheit, einer Nacht
Des Tagwerks Seele, bläht und lacht,
Bis Augenlider zärtlich zappeln
Und Blätterschwirren in den Pappeln
Des Lebens, Lieder belcantieren,
Dann lebst beseelt auf Freudesschlieren.
 
Vermerkst im Traum Realität,
Bis zur Sekunde, wenn‘s zu spät.
Noch schläft der Geist – Pupillen streiten
Sich mit Phantasten, die jetzt gleiten
Und dich auf zarten Flügeln bringen,
Zum Jauchzen und bejahend singen.




 
  © Bild &Text by: HerrWortranken 









Montag, 6. Juli 2020

HOMMAGE






HOMMAGE 
 
Habtisch halt‘ ich jetzt in Händen 
Eins der Bilder, von den Wänden 
Meiner Wohnung und betrachte 
Voller Wonne und auch sachte 
Dieses Bildnis der Marina. 
Ob’s gemalt ist, alla prima? 
Kleiber Susann‘ hat’s gestaltet 
’s kam per Post, ganz ungefaltet. 
Sicher, hinter Glas mit Rahmen, 
Zeigt es lebenssinnig Dramen. 
Hölle, Himmel und die Erde 
Künden Dasein, in der Herde. 
Kantig, zärtlich, sanft ergeben 
Fördert Kunst, diesseitig Leben. 
 Pein, als Form der Schmerzerfahrung; 
Seelenwunden, geistig Nahrung. 
Jedes künstlerische Schaffen 
Nur für Menschen – nie für Laffen. 
  

   © Bild &Text by: HerrWortranken   








  
 

Sonntag, 28. Juni 2020

ABENDGEBET EINES (noch) PRÄSIDENTEN









ABENDGEBET EINES (noch) PRÄSIDENTEN 
ursprünglicher Autor: Unbekannt (Mittelalter)

Heut' aus dem Antropozän 
 
Abends wenn wir schlafen gehn, 
Vierzehn Waffen bei mir stehn, 
Zwey für Rechts und Ordnung, 
Zwey in meinen Augen, 
Zwey an meinen Schläfen, 
Zwey an meinen Lenden, 
Zwey in meinen Händen, 
Zwey die mich erwecken, 
Zwey die mich dann strecken 
Und befördern in die Höll. 
 
 
  © Bild &Text* by: HerrWortranken   
 


*nach dem Text aus; "Des Knaben Wunderhorn" 
  Abendgebet: "Abends, wenn ich schlafen geh [...]"







Mittwoch, 10. Juni 2020

R.I.P.






R.I.P. 
George Floyd 
  
0‘01“ 0‘02“ 0‘03“ 0‘04“ 0‘05“ 0‘06“ 0‘07“ 0‘08“ 0‘09“ 0‘10“
0‘11“ 0’12“ 0’13“ 0’14“ 0’15“ 0’16“ 0’17“ 0’18“ 0’19“ 0’20“
0’21“ 0’22“ 0’23“ 0’24“ 0’25“ 0’26“ 0’27“ 0’28“ 0’29“ 0’30“
0’31“ 0’32“ 0’33“ 0’34“ 0’35“ 0’36“ 0’37“ 0’38“ 0’39“ 0’40“
0’41“ 0’42“ 0’43“ 0’44“ 0’45“ 0’46“ 0’47“ 0’48“ 0’49“ 0’50“  
0’51“ 0’52“ 0’53“ 0’54“ 0’55“ 0’56“ 0’57“ 0’58“ 0’59“ 1’00“ 
1’01“ 1‘02“ 1‘03“ 1‘04“ 1‘05“ 1‘06“ 1‘07“ 1‘08“ 1‘09“ 1‘10“
1‘11“ 1’12“ 1’13“ 1’14“ 1’15“ 1’16“ 1’17“ 1’18“ 1’19“ 0’20“
1’21“ 1’22“ 1’23“ 1’24“ 1’25“ 1’26“ 1’27“ 1’28“ 1’29“ 0’30“
1’31“ 1’32“ 1’33“ 1’34“ 1’35“ 1’36“ 1’37“ 1’38“ 1’39“ 0’40“
1’41“ 1’42“ 1’43“ 1’44“ 1’45“ 1’46“ 1’47“ 1’48“ 1’49“ 0’50“  
1’51“ 1’52“ 1’53“ 1’54“ 1’55“ 1’56“ 1’57“ 1’58“ 1’59“ 2’00“ 
2’01“ 2‘02“ 2‘03“ 2‘04“ 2‘05“ 2‘06“ 2‘07“ 2‘08“ 2‘09“ 2‘10“
2‘11“ 2’12“ 2’13“ 2’14“ 2’15“ 2’16“ 2’17“ 2’18“ 2’19“ 0’20“
2’21“ 2’22“ 2’23“ 2’24“ 2’25“ 2’26“ 2’27“ 2’28“ 2’29“ 0’30“
2’31“ 2’32“ 2’33“ 2’34“ 2’35“ 2’36“ 2’37“ 2’38“ 2’39“ 0’40“
2’41“ 2’42“ 2’43“ 2’44“ 2’45“ 2’46“ 2’47“ 2’48“ 2’49“ 0’50“  
2’51“ 2’52“ 2’53“ 2’54“ 2’55“ 2’56“ 2’57“ 2’58“ 2’59“ 3’00“ 
3’01“ 3‘02“ 3‘03“ 3‘04“ 3‘05“ 3‘06“ 3‘07“ 3‘08“ 3‘09“ 3‘10“
3‘11“ 3’12“ 3’13“ 3’14“ 3’15“ 3’16“ 3’17“ 3’18“ 3’19“ 3’20“
3’21“ 3’22“ 3’23“ 3’24“ 3’25“ 3’26“ 3’27“ 3’28“ 3’29“ 3’30“
3’31“ 3’32“ 3’33“ 3’34“ 3’35“ 3’36“ 3’37“ 3’38“ 3’39“ 3’40“
3’41“ 3’42“ 3’43“ 3’44“ 3’45“ 3’46“ 3’47“ 3’48“ 3’49“ 3’50“
3’51“ 3’52“ 3’53“ 3’54“ 3’55“ 3’56“ 3’57“ 3’58“ 3’59“ 4’00“ 
4’01“ 4‘02“ 4‘03“ 4‘04“ 4‘05“ 4‘06“ 3‘07“ 4‘08“ 4‘09“ 4‘10“
4‘11“ 4’12“ 4’13“ 4’14“ 4’15“ 4’16“ 3’17“ 4’18“ 4’19“ 4’20“
4’21“ 4’22“ 4’23“ 4’24“ 4’25“ 4’26“ 3’27“ 4’28“ 4’29“ 4’30“
4’31“ 4’32“ 4’33“ 4’34“ 4’35“ 4’36“ 3’37“ 4’38“ 4’39“ 4’40“
4’41“ 4’42“ 4’43“ 4’44“ 4’45“ 4’46“ 3’47“ 4’48“ 4’49“ 4’50“
4’51“ 4’52“ 4’53“ 4’54“ 4’55“ 4’56“ 3’57“ 4’58“ 4’59“ 5’00“ 
5’01“ 5‘02“ 5‘03“ 5‘04“ 5‘05“ 5‘06“ 5‘07“ 5‘08“ 5‘09“ 5‘10“
5‘11“ 5’12“ 5’13“ 5’14“ 5’15“ 5’16“ 5’17“ 5’18“ 5’19“ 5’20“
5’21“ 5’22“ 5’23“ 5’24“ 5’25“ 5’26“ 5’27“ 5’28“ 5’29“ 5’30“
5’31“ 5’32“ 5’33“ 5’34“ 5’35“ 5’36“ 5’37“ 5’38“ 5’39“ 5’40“
5’41“ 5’42“ 5’43“ 5’44“ 5’45“ 5’46“ 5’47“ 5’48“ 5’49“ 5’50“
5’51“ 5’52“ 5’53“ 5’54“ 5’55“ 5’56“ 5’57“ 5’58“ 5’59“ 6’00“ 
6’01“ 6‘02“ 6‘03“ 6‘04“ 6‘05“ 6‘06“ 6‘07“ 6‘08“ 6‘09“ 6‘10“
6‘11“ 6’12“ 6’13“ 6’14“ 6’15“ 6’16“ 6’17“ 6’18“ 6’19“ 6’20“
6’21“ 6’22“ 6’23“ 6’24“ 6’25“ 6’26“ 6’27“ 6’28“ 6’29“ 6‘30“
6’31“ 6’32“ 6’33“ 6’34“ 6’35“ 6’36“ 6’37“ 6’38“ 6’39“ 6’40“
6’41“ 6’42“ 6’43“ 6’44“ 6’45“ 6’46“ 6’47“ 6’48“ 6’49“ 6’50“
6’51“ 6’52“ 6’53“ 6’54“ 6’55“ 6’56“ 6’57“ 6’58“ 6’59“ 7’00“ 
7’01“ 7‘02“ 7‘03“ 7‘04“ 7‘05“ 7‘06“ 7‘07“ 7‘08“ 7‘09“ 7‘10“
7‘11“ 7’12“ 7’13“ 7’14“ 7’15“ 7’16“ 7’17“ 7’18“ 7’19“ 7’20“
7’21“ 7’22“ 7’23“ 7’24“ 7’25“ 7’26“ 7’27“ 7’28“ 7’29“ 7’30“
7’31“ 7’32“ 7’33“ 7’34“ 7’35“ 7’36“ 7’37“ 7’38“ 7’39“ 7’40“
7’41“ 7’42“ 7’43“ 7’44“ 7’45“ 7’46“ 7’47“ 7’48“ 7’49“ 7’50“
7’51“ 7’52“ 7’53“ 7’54“ 7’55“ 7’56“ 7’57“ 7’58“ 7’59“ 8’00“ 
8’01“ 8‘02“ 8‘03“ 8‘04“ 8‘05“ 8‘06“ 8‘07“ 8‘08“ 8‘09“ 8‘10“
8‘11“ 8’12“ 8’13“ 8’14“ 8’15“ 8’16“ 8’17“ 8’18“ 8’19“ 8’20“
8’21“ 8’22“ 8’23“ 8’24“ 8’25“ 8’26“ 8’27“ 8’28“ 8’29“ 8’30“
8’31“ 8’32“ 8’33“ 8’34“ 8’35“ 8’36“ 8’37“ 8’38“ 8’39“ 8’40“
8’41“ 8’42“ 8’43“ 8’44“ 8’45“ 8’46“




  © Bild & Text by: HerrWortranken  




Dienstag, 9. Juni 2020

STILLE




Bild bearbeitet nach einem Foto



STILLE 

Hinterm Lorbeerstrauch, wie Hünen, 
Sitz ich in der Sonne Schatten. 
Mir im Blickfeld – keine Dünen. 
Vor mir nur die alten Latten, 
Meiner Vorfahr, Gartenzäune; 
Abgeblättert‘ farbig Schichten; 
Stehen krumm, wie wirre Träume. 
Inspirieren mich – zu dichten. 

Find‘ die Worte, in den Krumen, 
Durch entrückten Blick, zum Boden. 
Inspiriert durch scheckig‘ Blumen; 
Wechsle Reime, so, wie Moden. 
Wend‘ die Augen dann – gen Himmel. 
Ohne Fixpunkt, Ferne fahnden. 
Seh‘ in Wolken einen Schimmel 
Und mein Geist beginnt – zu ahnen. 

Schnell den Stift, doch ohne Eile. 
Auch ein Reimwort wird gefunden. 
Rasch geschrieben ist die Zeile.
Schreibblockade – überwunden. 

Denke an George Floyd den Toten. 
Atme Luft – tief in die Lungen. 
Spür‘ im Hals – so was wie’n Knoten. 
Herz schreit mit Millionen Zungen. 



   © Bild bearbeitet nach einem Foto & Text by: HerrWortranken  





Montag, 1. Juni 2020

VITA






VITA 

Mittig Sommer – randlos Dünste, 
Graugebleichtes Tageslicht. 
Sublimierte, farbig Künste, 
Schnell vergessen ist die Pflicht. 

Sehnend brauch‘ ich nicht zu warten, 
Auf des Wortes Geistesblitz. 
Schreib‘ im Hause, oder Garten 
Freudig Sätze – oftmals spitz. 

Trotzdem bleibe, treu mir immer, 
Selbst, wenn vieles subjektiv. 
Der Gedanken Worteschimmer; 
Kunst benutzt, qua Korrektiv. 





  © Bild &Text by: HerrWortranken   






Samstag, 9. Mai 2020

LAKTIEREN

LyriMo 30.april2020



LAKTIEREN 
(Lyrimo Impuls „Lichblicke“-30 April 2020) 

Ein Leuchten deiner Augen 
Erfreut mich wie das Saugen 
An deiner Brüste Spitzen, 
Wenn Leibestropfen blitzen. 

Umarmen uns mit Wonne. 
Wir spüren dann die Sonne 
In unser beider Herzen. 
Vergessen Tagesschmerzen. 

Seligkeit und Glücksgefühl 
Um uns, in uns ist es schwühl. 
 Auch in klirrend Kälte dann 
Stark – die Liebe, nie zerrann. 


  © Bild &Text by: HerrWortranken  





Freitag, 1. Mai 2020

WESENSMERKMAL


LyriMo 29.april2020



WESENSMERKMAL 
(Lyrimo Impuls „Blauer Faden“-29 April 2020) 


Überlegend und versonnen. 
Rote Fäden die gesponnen. 
Wörter, Sätze in der Reihe – 
Holprig Duktus, wenn der Laie 
Greift zu Bleistift, Federhalter, 
Werden’s meistens keine Psalter. 

Er bekritzelt die Papiere. 
Schnaubt gern, prustet, wie manch‘ Tiere, 
Wenn Kritik an seinen Zeilen 
Mag er flüchten, nicht mehr weilen. 
Schreiber bleib bei deinem Können 
Dann wird man Erfolg dir gönnen. 





  © Bild &Text by: HerrWortranken  








VERMÖGEN


LyriMo 28.april2020





 VERMÖGEN
(Lyrimo Impuls „Möglichkeit“) 

Er beseligte die Theke 
Jeden zweiten Wochentag. 
Schwadronierte wie ‘ne Ziege; 
Inhaltlich war es nur Quark. 

Zahlte zahlreich Bacchanale. 
Freunde waren keine dort. 
Leer war auch das Zerebrale 
Und verworren jedes Wort. 

Härmend geht er heut‘ zur Schänke. 
Jeden zweiten Wochentag. 
Glaubt jetzt – er vergisst all‘ Ränke; 
Seines Lebens Müh‘ und Plag‘. 

Doch das Alter hat ergriffen, 
Ihn, mit lebensnaher Tat. 
Nun als Schmerzpatient mit Kiffen. 
Dasein, er vermisst dein' Rat. 



  © Bild &Text by: HerrWortranken 





Mittwoch, 29. April 2020

LyriMo 26-27.april2020




LyriMo 26-27.april2020 





die nacht 
ganz sacht – 
schleicht sich 
für dich – 
sie weckt 
versteckt 
ganz tief 
den mief 
des lichts – 
sonst nichts. 





Nur die Orte 
Ohne Worte 
Sehnen täglich 
Fast unsäglich 
Satzgebilde; 
Worte, milde, 
Die man sagte 
Und auch fragte. 
Mit dem Auge 
Gierig saugte 
Bis zum Ende. 
Rundum Wände. 
Die erhaben 
Wünsche laben 
Um zu denken 
Gott wird lenken. 
Jetzt die Stille 
Sei mein Wille. 


  © ababpöme / Texte by: HerrWortranken 




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