10 November 2020

’s_ist


 

’s_ist 



fa_TAL ist’s Leben, heute UNTEN 

 

kein PARADIES  für j_EDEN  

 

für Lesben, alle Homos, Tunten 


DENK_MAL daran, es ist ein LEBE_n 

 

 

 

 



    © Bild & ababpöm by: HerrWortranken 

 

* angeregt durch lyrimo-impuls 





08 November 2020

DURCHZUG

 



DURCHZUG 
 
gefangen von der freiheit 
gefesselt‘ schritt 
des satzes 
entfernt vom rand 
nur haarbreit 
warst ausgegrenzt 
des platzes 
 
auf dem du wohntest 
lebenslang 
an dem du lerntest 
deinen gang 
aufrecht zu gehen 
alle tage 
zu hinterfragen 
jede lage 
 

stark bist gebleiben 
wohnungslos 
doch erdverbunden 
wie kronos 
lebst immerfort 
auch wenn einmal 
erinnerung an dich 
wird schmal 
 

 
  © Bild & Text by: HerrWortranken 
 





07 November 2020

HADER


 

 HADER 
(ein Rondell)


Mir ist es heute gar nicht kalt.“ 


Die Tür steht offen, nur ein Spalt. 


Sie schreit hysterisch. Jedoch er cool: 


Mir ist es heute gar nicht kalt.“ 


Mach zu das Loch, mir ist arschkalt.“ 

Brüllt sie zurück, doch er gemach von seinem Stuhl: 


Mir ist es heute gar nicht kalt 

Die Tür steht offen, nur ein Spalt.“ 




 

© Bild & Rondell-Text by: HerrWortranken 

 


* angeregt durch lyrimo-impuls 






06 November 2020

EINSICHT





EINSICHT 
 
Lass‘ uns träumen 
In den Räumen 
selt’ner Fluchten 
Und befruchten 
Unser Sehnen 
 
Innig beide 
An uns lehnen 
Wie in Seide 
 
Nur dann löset 
Alle Schwärze 
Eingebettet 
Tief im Herze 
Jeden Krümmel 
Im Getümmel 
Der sich lästig 
Hat verfestigt 
 

 
  
  © Bild & Text by: HerrWortranken 
 





05 November 2020

WETTER

 



WETTER 
 
„es ist frost angesagt“ 
säuselte die wetterfee 
jemand hatte nachgefragt 
antwort  
es gibt noch viel schnee 
morgen wärmer und viel regen 
dichtes schuhwerk auf den wegen 
sollte frau, mann, kind, jetzt tragen 
ihr könnt mich noch weiter fragen 
über isobarenkarten 
oder 
wann wird sommer starten 
 
wenn ihr knipst ein schönes bild 
seht adresse auf dem schild 
dorthin schickt ihrs 
aber flott 
siegerpreis wird sein ein pott 
den bekommt ihr freitags dann 
von dem moma wettermann 
  
 
  © Bild & Text by: HerrWortranken 
 





04 November 2020

TRIGGERN

 



TRIGGERN 
 
Schau ich, in diese Lade rein
 Fällt vieles mir von früher ein 
So find‘ ich längst vergess’nen Tand 
Aus Kindertagen – erster Hand 
 
Was hab ich damals lang‘ gespart 
Zu jedem Namenstag, apart 
Bedankte mich, bei Onkel – Tante 
Wenn fünfzig Pfennig mir geschenkt 
Und Jahr für Jahr das Ziel ich plante 
Geld für ein Schuco – ferngelenkt 
 
Mal gab es fünfzig – das war viel 
Doch häufiger nur zwanzig Pfennig 
So wurd‘ es länger bis zum Ziel 
Das Sparen dann – höchst zeitaufwendig 
 
Fünf Mark als Schein – liegt zwischen Broschen 
Mein Opa tauschte ihn mir ein 
Für ’ne Papiertüt‘ voller Groschen – 
Jetzt schmunz‘le ich – bei einem Wein 

  
 

 
  © Bild & Text by: HerrWortranken 


 



URIAN

 !B 

GIF. Öl auf Jute gemalte quatratische, softige, ineinandergreifende Flächen, die teilweise weich und teilweise mit klaren Kanten, aneinander gereihte Farbflächen bilden. Dieses Gemälde schauckelt langsam in einem digitalen undefinierten leerem Raum. Ein mittlerer Teil des Gemäldes ist digital isoliert, mit einer langsammeren Bewegung vor dem Hauptbild, so, das der Eindruck entsteht, als trete eine Art Schlauch, bzw. ein Darm (Anus) aus der Gemäldemitte heraus.
(c) gif by @HerrWortranken


 

aktuell geändert:  Nov 07. 2020 !

aktuell geändert:  Jan 20. 2021 !

 

        URIAN * 
 (aus einer mittelalterlichen Aretalogie) 
  (@realDonaldTrump  TYRANN YOU'RE FIRED
 
 
du bist warst ein arsch 
ein furz nur 
in der weltgeschichte 
an der du klebest klebtest' als furunkel 
prall schwammig 
reif zum platzen 
 
bist postnataler popanz einer fleischgewordenen idiotie 
bestialisch der gestank 
den deine braungefärbte blondgefärbte fake-fissage 
in unsrer instabilen welt 
zu einer zeit des umbruchs
mit mensch verachtend tradition 
und einer trampelhaften überheblichkeit 
verpestet verpestete 
 
du ausgeburt des bösen und des satans dummheit 
kannst suhlen jetzt 
im wahn der keinen sinn ergibt ergab 
 
jed‘ freier geist 
der deine krankhaft‘ 
law and orders lebend übersteht überstand 
zerquetscht erinnerung an dich 
mit fürchterlichstem ekel 
 
du schandmaul der gesellschaft 
diábolos** deines standes 
 
die worte deiner luft  tweets *
zerfressen werden sie 
vom reißwolf der geschichte 
 
   © Bild/animation & Text by: HerrWortranken    
__________________ 
* biblisch: Der Satan 
** wörtlich: “Durcheinanderwerfer‘ im Sinne von ‚Verwirrer, Faktenverdreher, Verleumder“ 
[ebd.Wikipedia] 
__________________
*Stand: 09.01.2021     Twitter sperrt Trump "dauerhaft" 
 

03 November 2020

MÄR

 





MÄR 
 
der puls der zeit 
immer direkt 
niemals sehr weit 
echoeffekt 
 
fake-news zur nacht 
täuschung am tag 
menschen gebt acht 
lügen sind blag‘
 
mann oder frau 
dich mein‘ ich – du 
lese genau 
lasst keine zu 
 
märchen ohn‘ sinn 
höre auch hin 
niemals duldsam – 
bleibe achtsam 


    
  © Bild & Text (tetrasílabo) by: HerrWortranken 
 




02 November 2020

umbruch

 





umbruch
 
amerikanischer vulkan
zeitenwende in amerika 
der blondgefärbte soll verschwinden 
hoffnung 

 


 
© Bild & Elfchen by: HerrWortranken 
 


* angeregt durch lyrimo-impuls 



01 November 2020

THANATOS





THANATOS *

Jedes Jahr der gleiche Tag 
Erster Elfter — ob man ‚s mag — 
Muß es akzeptieren heut. 
Feuchte, Kälte, alle Leut‘ 
Die noch immer ohne Schutz 
Lautstark hauen auf den Putz 
Meinen, alles Lüge sei. 
Denen ist es einerlei, 
Wenn Sie andere gefährden. 
Alle wissen’s, krank zu werden 
Heutzutage führt zum Tode 
Bitte spielt nicht — Todesbote. 
 
 
© Animation/Linolschnitt & Text by: HerrWortranken 



 

31 Oktober 2020

WIRRSAL

 






WIRRSAL 
 
letzte freiheit lasst genießen 
letztes mal zusammen sein 
brüder‘ schwesterlich umarmen 
unvernünftig ohne pein 
  
scheiß drauf 
wenn wir jungen leute 
fühlen 
nur das eig’ne ego 
leben jetzt und nur im heute 
vollgestopft 
der kopf mit stroh 
 
 

© animierte Assemblage & Text by: HerrWortranken 




25 Oktober 2020

EPITHALAMIUM

 


GIF & malerischer Inhalt by HerrWortranken  



EPITHALAMIUM 


Hymnen will ich singen euch 

Von den Lebensliebespforten 

Sind nie mehr – von heut' an keusch 

Sinnlich – trunken – Erdbeertorten. 

 

 

© Gif-Bild Animation & ababpöm by: HerrWortranken 

 



21 Oktober 2020

bitte

 


bitte 
 
werft mich raus aus eurer mitte 
lasst mir freiheit – ernste bitte 
dies als wunsch an euch gerichtet 
doch mein schreibstil – nie gelichtet 
wird für alle lieblich werden 
stehe außerhalb von herden  
lasst mich sein – so meine bitte 
 
werde mich nicht biegen lassen 
könnt mir rutschen – könnt mich hassen 
seid willkommen klare geister 
lehrling oder wahre meister 
deren sprache inhalt kündet 
und nicht menschen – sachen zündet 
lasst das sein – so meine bitte 
  
zieht nicht mit den dumpf kohorten 
findet euch an hellen orten 
dort wo alle empathien 
lehrig sind – wird nicht geschrien 
seid es – bleibt es – philanthropisch 
und auch mal ein wenig episch 
lasst uns sein – dies meine bitte 

 
  © Bild &Text  by: HerrWortranken   



29 September 2020

buchstabensommelier

 




buchstabensommelier 

AB 

JETZT 

BIN 

ICH 

#buchstabensommelier 

  A

B

        C ¹ - ¹³

     D ¹⁷ 

E

F

G

H

        I ⁸ - ¹⁶ 

J

K

L

M

  N ⁵

             O ² - ⁴ - ¹⁴ 

P

Q

        R ³ - ⁹

      S ¹¹ 

T

     U ¹⁰ 

         V ⁷ - ¹⁵ 

W

X

Y

Z

    / ¹² 

    1 ¹⁹ 

2

3

4

5

6

7

8

     9 ²⁰ 

  0 

  - ¹⁸ 


© Bild & ababpöm~dada  by HerrWortranken 



 

31 August 2020

MUDDERN

 



MUDDERN 
 
So hilf mir 
Oh Mudder 
ich werde zum Tier 
 
Was ist mein Kind 
Was ist mit dir 
 
Es mehren sich Haarschöpf' 
Nicht nur am Kopf 
Zwischen Achseln und Haxn 
Da wächst mir dicht' Schopf 
 
Oh Kindlein 
Lieb Madel 
Wie kann das gescheh'n 
Hab sowas mein Lebtag 
Nie vernommen 
Nie g'sehn 
 
Wir müssen zum Bader 
Zum Heiler 
Zum Popen 
Vielleicht ist es kränklich 
Und kommt aus den Tropen 
 
Nein Mudder 
Ich denk mir 
's war anners gewesen. 
Letzt' Nacht erschien mir 
Im Traum 
So ein Wesen 
 
Ganz bunt war das Ding 
Hatte ‘nen Pinsel mit Haaren 
Und malte mir dann 
Oh Mutter, welch Graus 
Aufs Bäuchlein 
So ’ne schnurrhaarige Maus 
 
Mein Kind du bist meine Tochter nicht mehr 
Geh‘ aus dem Haus und entferne mit Teer 
Sofort diese Schande 
Bist nimmer ein reines 
Familienmitglied 
Gelöst sind all‘ Bande 
Und zu Ende dies Lied 
 

  © Bild & Text by: HerrWortranken  

 

 




19 August 2020

LABEL



 


LABEL 
 
in einem fernen land 
an einer bar – am strand 
wärmt sonne ihren rücken 
wollüstiges entzücken 
durchströmt gedankensphäre 
als wär‘ sie ’ne hetäre 
 
nur heute scheint sie ehrbar 
vielleicht auch unbelehrbar
lässt sich durch sonne zwicken 
vermerkt nun an den blicken 
der and‘ren leut‘ – am ausschank 
rückfront rot – was für’n gestank 
nach ranzig sonnenschutzglasur 
jetzt hat sie rücken mit gravur 
 

 

   © Bild & Text by: HerrWortranken 

 



16 August 2020

LEIDENSCHAFT

 !B

Quatratisches Bild. Hintergrund undefiniertes Schwarz. Davor rotglühende Kugel schwebend. Die komplette Oberfläche übersät mit schwitzenden Tropfen.



LEIDENSCHAFT 
 
Die Uhr schlägt Abend 
Das Pflaster heiß 
Nicht wirklich labend 
Es leckt der Schweiß 
 
Rinnsal rinne fein 
Lass uns innig sein 
 
In der tiefsten Körperkuhle 
Kann man schwitzen 
Doch ich suhle 
In der Kühle 
Wenn die Sterne 
Wolkenlos in Himmelsferne 
Glitzern über’m klaren Teich 
Dann die Haut 
So magisch weich 
 
Rinnsal rinne fein 
Niemals nur zum Schein 
 
Haut an Haut 
Gefühle klar 
Liebeshitze 
Wunderbar 
 
Rinnsal rinne fein 
Feurig wie ein Wein 
 
So vergeht ein Tag
Brutheiß 
Zeitgleich träumen 
Von dem Schweiß 
Der uns bindet 
Ohne Pein 
Lass uns immer 
Innig sein 
 
 

  © Bild & Text by: HerrWortranken    



12 August 2020

EXPOSÉ

 




EXPOSÉ 

 

Ein Pärchen tändelte zu dritt 

Es Schritt   

An fernem Ort 

Man hörte weitab zart Geschrei 

Im Mai 

Hörst du es – dort? 

 

Nun große Stille – überall – 

Ein Knall! 

Ich ahnte es. 

Tütata – schreit die Sirene – 

Szene – 

Heut gab‘s nur Stress. 

 

 

    © Bild & Nonsensgedicht by: HerrWortranken    


(Versmaß: 8 a - 2 a - 4 B - 8 c - 2 c - 4 B ) 




01 August 2020

FEUER







FEUER 
 
Hitze flimmert 
Abend wimmert 
Tageshitze glimmt versonnen 
 Tropfend Wangen 
Langsam drangen 
Manch‘ der schwarz bekleidet‘ Nonnen 
 
In die Kühle 
Auf Betstühle 
Um jetzt nach manch täglich Pflichten 
In Versenkung 
Und Ablenkung 
Laut im Chore flott zu dichten 
 
“Sei nur prunke 
Götterfunke 
Ohne Feuer gib uns Kälte 
Lass‘ uns gehen 
Zu Bergseen 
Um zu schlafen, dann im Zelte“ 



 
    © Bild & Nonsensgedicht by: HerrWortranken  






31 Juli 2020

ABADDON





ABADDON 
 
verbrannt der geist 
der frühen jugend 
freiheitlich‘ worte 
wehgeschrei 
wir hielten hoch, 
manch hehre tugend 
all‘ hofften 
völker werden frei 
 
nach etlich’ 
lebensabschnittsjahren 
rückt man 
vergangenheit heran 
man sieht zu jeder zeit 
barbaren 
alle kohorten 
ohne plan 
 



 
  © Bild &Text by: HerrWortranken 
 


27 Juli 2020

NACH(t)BAR







NACH(t)BAR 
 
Ein Zaun, 
Zwei Meter hoch, 
Drei Latten quer; 
Gebaut, 
Mit unermesslich Schweiß, 
Zur Wehr. 

Verhindert nun, 
Den Blick, 
Zu Nachbars Haus. 
Auch er siehts ein, 
Freundschaft – 
Endgültig aus. 
 
Die Kinder, 
Längst verstreut in aller Welt. 
Die Eltern hinterließen, 
Als Entgelt, 
Für ihrer Enkel Erbe – 
Haus und Grund. 
Die wussten nichts 
Von vordem Streit und Schund. 
  
Die Kindeskinder sind zurück – 
Am Zaun. 
Ein Jeder pflanzt nun einen Freundschaftsbaum. 
Sie reichen sich die Hand zum Friedensschluss 
An ihrer Nachtbar – 
Plötzlich – 
Fällt ein Schuss. 



  © Bild &Text by: HerrWortranken 





25 Juli 2020

CORONA(ver)ÄPP(el)











CORONA(ver)ÄPP(el)  
 
Des GROßEN BRUDERs Einsichtnahmen 
In uns’rer Smartphones, lautlos Wissen 
Führt hierzuland‘ zu Falschalarmen. 
Tun wir uns wehren, echt verbissen; 
Zu öffnen tiefes inn‘res Sein? 
Wir sagen zu den Schnüfflern – NEIN! 
 
Doch Google – nicht der Gugelhupf – 
Späht heimlich, mit manch maßlos Schlupf 
Im World Wide Web, für – “Enn-Ess-Ai“ – *.
Warum so leise, ohne Schrei 
Verhalten wir uns heutzutage 
Und akzeptieren – diese Lage? 
  
Sind wir heut‘ dumm, oder gefügig? 
Sind wir verblendet, gar zu gütig? 
Wir müssten grübeln – Hirn benutzen. 
Lasst niemals euch, 
Das Denken stutzen. 
   
 
 
  © Bild &Text by: HerrWortranken 

*) NSA 
 
 
 




18 Juli 2020

BEGLÜCKUNG






BEGLÜCKUNG 
 
Wenn die Bedingtheit, einer Nacht
Des Tagwerks Seele, bläht und lacht,
Bis Augenlider zärtlich zappeln
Und Blätterschwirren in den Pappeln
Des Lebens, Lieder belcantieren,
Dann lebst beseelt auf Freudesschlieren.
 
Vermerkst im Traum Realität,
Bis zur Sekunde, wenn‘s zu spät.
Noch schläft der Geist – Pupillen streiten
Sich mit Phantasten, die jetzt gleiten
Und dich auf zarten Flügeln bringen,
Zum Jauchzen und bejahend singen.




 
  © Bild &Text by: HerrWortranken 









06 Juli 2020

HOMMAGE






HOMMAGE 
 
Habtisch halt‘ ich jetzt in Händen 
Eins der Bilder, von den Wänden 
Meiner Wohnung und betrachte 
Voller Wonne und auch sachte 
Dieses Bildnis der Marina. 
Ob’s gemalt ist, alla prima? 
Kleiber Susann‘ hat’s gestaltet 
’s kam per Post, ganz ungefaltet. 
Sicher, hinter Glas mit Rahmen, 
Zeigt es lebenssinnig Dramen. 
Hölle, Himmel und die Erde 
Künden Dasein, in der Herde. 
Kantig, zärtlich, sanft ergeben 
Fördert Kunst, diesseitig Leben. 
 Pein, als Form der Schmerzerfahrung; 
Seelenwunden, geistig Nahrung. 
Jedes künstlerische Schaffen 
Nur für Menschen – nie für Laffen. 
  

   © Bild &Text by: HerrWortranken   








  
 

28 Juni 2020

ABENDGEBET EINES 45ten PRÄSIDENTEN









ABENDGEBET EINES 45ten PRÄSIDENTEN 
ursprünglicher Autor: Unbekannt (Mittelalter)

Heut' aus dem Antropozän 
 
Abends wenn wir schlafen gehn, 
Vierzehn Waffen bei mir stehn, 
Zwey für Rechts und Ordnung, 
Zwey in meinen Augen, 
Zwey an meinen Schläfen, 
Zwey an meinen Lenden, 
Zwey in meinen Händen, 
Zwey die mich erwecken, 
Zwey die mich dann strecken 
Und befördern in die Höll. 
 
 
  © Bild &Text* by: HerrWortranken   
 


*nach dem Text aus; "Des Knaben Wunderhorn" 
  Abendgebet: "Abends, wenn ich schlafen geh [...]"







09 Juni 2020

STILLE




Bild bearbeitet nach einem Foto



STILLE 

Hinterm Lorbeerstrauch, wie Hünen, 
Sitz ich in der Sonne Schatten. 
Mir im Blickfeld – keine Dünen. 
Vor mir nur die alten Latten, 
Meiner Vorfahr, Gartenzäune; 
Abgeblättert‘ farbig Schichten; 
Stehen krumm, wie wirre Träume. 
Inspirieren mich – zu dichten. 

Find‘ die Worte, in den Krumen, 
Durch entrückten Blick, zum Boden. 
Inspiriert durch scheckig‘ Blumen; 
Wechsle Reime, so, wie Moden. 
Wend‘ die Augen dann – gen Himmel. 
Ohne Fixpunkt, Ferne fahnden. 
Seh‘ in Wolken einen Schimmel 
Und mein Geist beginnt – zu ahnen. 

Schnell den Stift, doch ohne Eile. 
Auch ein Reimwort wird gefunden. 
Rasch geschrieben ist die Zeile.
Schreibblockade – überwunden. 

Denke an George Floyd den Toten. 
Atme Luft – tief in die Lungen. 
Spür‘ im Hals – so was wie’n Knoten. 
Herz schreit mit Millionen Zungen. 



   © Bild bearbeitet nach einem Foto & Text by: HerrWortranken  





01 Juni 2020

VITA






VITA 

Mittig Sommer – randlos Dünste, 
Graugebleichtes Tageslicht. 
Sublimierte, farbig Künste, 
Schnell vergessen ist die Pflicht. 

Sehnend brauch‘ ich nicht zu warten, 
Auf des Wortes Geistesblitz. 
Schreib‘ im Hause, oder Garten 
Freudig Sätze – oftmals spitz. 

Trotzdem bleibe, treu mir immer, 
Selbst, wenn vieles subjektiv. 
Der Gedanken Worteschimmer; 
Kunst benutzt, qua Korrektiv. 





  © Bild &Text by: HerrWortranken