18 März 2026

ODE AMORI

 

© Bildsprache by @HerrWortranken





ODE AMORI 
(ode an die liebe) 

Lass uns tanzen 
Leicht beschwingt 
Wie in frühen lichten Zeiten  
Als ein junges Sehnen klang 
Fern noch war uns jedes Leiden
Und das Herz im Takte sang 

Von den ersten zarten Blicken 
Die uns tief ins Innre sah'n 
Und den scheuen Liebesglücken 
Die so still am Anfang war'n 
Ließ ein Lächeln uns entzücken 

Von den langen warmen Tagen 
Und den Küssen hinterm Strauch 
Ohne Furcht vor ernsten Fragen 
Nur ein Flüstern 
Leise auch 
Konnten wir das Glück ertragen 

Durch die Nächte klang es sacht 
Und die Schritte wurden leicht 
Jeder Traum in uns entfachte 
Kribbelnd Blick dem andern reicht 
Dann das Dunkel wurde sacht 

Doch die Zeit zog leis' dahin 
Und sie wandte unser Gehen 
Gab dem Leben neuen Sinn 
Ließ uns Träume anders sehen 
Und wir trugen sie im Sinn 

Und noch heut' in stiller Runde 
Klingt ein Lied aus jener Zeit 
Trägt uns sanft von Mund zu Munde
Durch die Jahre weich und weit 
Strahlt es hell in Herzens Grund 



© Text & Bildsprache by @HerrWortranken     

0131| 2026 | ©HW     





07 März 2026

VITA AUT MORS

 





VITA AUT MORS 
(Leben oder Tod) 

Wir Frühgeborenen aus freien Zeiten 
Wir lebten wohl 
Ohn' Gängelei auf uns'ren Wegen 

Wir glaubten klug sei nun die Welt und frei von alten Leiden 
Tyrannen schienen fern 
Verbannt aus längst verflossnen Zeiten 
Man lachte über Kronen 
Throne 
Über alte Eitelkeiten 
Doch leise wuchs der Lärm von Macht 
Und neuen Kriegen sacht 
Und wieder trat der Stolz in Uniform zuhauf geschniegelt 
Wie in alten Zeiten 

Da traten Männer auf und schrie'n von Ruhm und großen Siegen 
Sie priesen laut den Mut und schworen Feinde bald zu biegen 
Als wäre Krieg ein Spiel 
Ein Zug von Fahnen und von Flügen 
Doch über ihren Karten lag ein Schatten kalt und sacht 
Als ob ein drohendes Geschick schon wartete ohn' einen Frieden 


Sie saßen hoch im Glanz umringt von Kameras und Verrätern
Sie redeten von Stärke 
Von Geschichte und von Vätern 
Und spielten leicht mit Grenzen 
Menschen 
Ländern und mit Staaten 
Da sah man plötzlich über ihrem Tisch im grellen Licht der Macht 
Ein blankes Schwert 
Gehalten nur von einem Faden 
Über Herrschern und Beratern 

Da fror der Jubel ein 
Der eben noch die Hallen füllte 
Denn jeder sah wie dünn der Faden war 
Der oben schwebend hielt 
Und dass das Schwert nicht fragte wen es traf und wen es wollte  

Wer Feuer sät erkennt zu spät im Aufruhr seiner Macht 
Dass auch sein eig’nes Haupt im Kreis der drohenden Gefahren schwebte 

So lehrt das alte Bild aus fernen viel erzählten Tagen 
Dass Macht nicht Weisheit ist und Ruhm kein Schutz vor allen Plagen 
Und dass die Welt zerbricht wenn Toren über Frieden klagen 
Drum prüfe wer befiehlt 
Bevor er Völker in den Abgrund treibt 
Denn über jedem Thron hängt Damokles  
Und stellt die gleiche Frage 

Wir Frühgeborenen aus freien Zeiten 
Wir lebten wohl 
Ohn' Gängelei auf grünen Weiden 




© Text und Bildsprache by @HerrWortranken   

0120 | 2026 | ©HW     





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