VITA AUT MORS
(Leben oder Tod)
Wir Frühgeborenen aus freien Zeiten
Wir lebten wohl
Ohn' Gängelei auf uns'ren Wegen
Wir glaubten klug sei nun die Welt und frei von alten Leiden
Tyrannen schienen fern
Verbannt aus längst verflossnen Zeiten
Man lachte über Kronen
Throne
Über alte Eitelkeiten
Doch leise wuchs der Lärm von Macht
Und neuen Kriegen sacht
Und wieder trat der Stolz in Uniform zuhauf geschniegelt
Wie in alten Zeiten
Da traten Männer auf und schrie'n von Ruhm und großen Siegen
Sie priesen laut den Mut und schworen Feinde bald zu biegen
Als wäre Krieg ein Spiel
Ein Zug von Fahnen und von Flügen
Doch über ihren Karten lag ein Schatten kalt und sacht
Als ob ein drohendes Geschick schon wartete ohn' einen Frieden
Sie saßen hoch im Glanz umringt von Kameras und Verrätern
Sie redeten von Stärke
Von Geschichte und von Vätern
Und spielten leicht mit Grenzen
Menschen
Ländern und mit Staaten
Da sah man plötzlich über ihrem Tisch im grellen Licht der Macht
Ein blankes Schwert
Gehalten nur von einem Faden
Über Herrschern und Beratern
Da fror der Jubel ein
Der eben noch die Hallen füllte
Denn jeder sah wie dünn der Faden war
Der oben schwebend hielt
Und dass das Schwert nicht fragte wen es traf und wen es wollte
Wer Feuer sät erkennt zu spät im Aufruhr seiner Macht
Dass auch sein eig’nes Haupt im Kreis der drohenden Gefahren schwebte
So lehrt das alte Bild aus fernen viel erzählten Tagen
Dass Macht nicht Weisheit ist und Ruhm kein Schutz vor allen Plagen
Und dass die Welt zerbricht wenn Toren über Frieden klagen
Drum prüfe wer befiehlt
Bevor er Völker in den Abgrund treibt
Denn über jedem Thron hängt Damokles
Und stellt die gleiche Frage
Wir Frühgeborenen aus freien Zeiten
Wir lebten wohl
Ohn' Gängelei auf grünen Weiden
© Text und Bildsprache by @HerrWortranken
0120 | 2026 | ©HW
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