20 Mai 2026

PROCESSIONALE

 
Überschrift:
"Ein Mann voller Kummer,
der keine Tränen vergießt


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PROCESSIONALE 
(einzug) 


Aus der Tiefe steigt unser Rufen 
Aus der Nacht erhebt sich das Wort 
Durch die Hallen der steinernen Zeiten 
Durch die Münder der Wartenden 


Gebt den Reichen 
was den Armen gehört 


Denn die Waage ist schwer geworden 
Und die Schalen hängen ungleich 
Der Wein fließt über die Ränder 
Doch viele Lippen bleiben trocken 


Gebt den Reichen 
was den Armen gehört 


O ihr Hüter der eisernen Türen 
O ihr Zähler der silbernen Münzen 
Hört das Schreiten der Barfüßigen 
Hört das Atmen der Müden 


Der Morgen fragt nach Gerechtigkeit 
Der Abend zählt die leeren Hände 
Die Erde trägt genug für alle 
Doch der Mensch verschließt seine Kammern  


Wer hortet, trage die Last seines Hortens 
Wer anhäuft, erkenne die Schuld der Fülle 

Gebt den Reichen 
was den Armen gehört 


Nicht aus Zorn allein sprechen wir 
Nicht aus Neid erheben wir Stimmen 
Sondern aus der Wunde der Zeiten 
Und aus dem Schweigen der Verlassenen 
O Herr der wandernden Schatten 
O Herr der gebrochenen Brote 
Öffne die Herzen der Mächtigen 
Löse die Finger der Gier 

Gebt den Reichen 
was den Armen gehört 


Dass Kinder ohne Furcht schlafen 
Dass Alte nicht frierend erwachen 
Dass Arbeit nicht Ketten bedeute 
Dass Würde nicht gekauft werde 
Die Glocken rufen über die Dächer 


Der Wind trägt die Klage weiter 
Und selbst die Mauern erinnern sich 
An die Namen der Vergessenen 
 
Denn Staub wird werden aller Reichtum 
Und verwehen im Atem der Jahre 


Doch die Tat der Barmherzigkeit bleibt 
Und die Gerechtigkeit vergeht nicht 
Gebt den Hungrigen das Brot zurück 
Gebt den Müden die Ruhe zurück 
Gebt den Gebeugten ihr Antlitz zurück 
Gebt den Armen zurück 
Was ihnen gehört 


Gebt den Reichen 
was den Armen gehört 

Gebt den Reichen 
was den Armen gehört 
Dass Friede wohne unter den Menschen 

SO SEI ES 



© Textidee by @HerrWortranken   
(Bild: Netzfund)