28 Juni 2026

Bachmannwettbewerbt tddl

 
© Foto by @HerrWortranken  


 
 
 Bachmannwettbewerb

Vorsicht geboten sei die Macht 
Lyrik zu schreiben nur mit Kraft 
Für dieses gierig Geldegrabschen 
Applauses wegen hier zu rapschen 

Für hehre Kunst der Belletristik 
Ihr Dichter zeigt mit eurem Safte 
Das Wort 
Der Satz 
Komplettes Werk 

Geschrieben für die eig'ne Seele 
Dann wird ein Riese aus dem Zwerg 
 
 
 
 0362 | 2026 | ©HW 

14 Juni 2026

HOSPES DEORUM

 
© by HerrWortranken 




HOSPES DEORUM 
(gast bei den göttern) 


In einer Nacht voll kalter Sterne 
Als müde schon die Erde schwieg 
Saß ich allein vor meiner Türe 
wo Nebel über Feldern liegt 

Da trat ein Fremder aus dem Dunkel 
Sein Mantel war aus fahlem Licht 
Der Blick war alt wie kühle Morgen 
Doch Furcht empfand ich seltsam nicht 

Er sprach 
Ich kenne deine Wünsche 
Dein Herz blickt oft zum Himmel auf 
Komm mit mir in die Hallen droben 
Und schau der Götter Lebenlauf 

Da folgte ich dem fremden Wanderer
Empor durch Nacht und Wolkenmeer 
Die Erde sank in weite Tiefen 
Ihr Klang drang nicht mehr hoch zu mir 

Bald standen wir vor hohen Toren 
Aus Silber nicht 
Nur Sternenglanz 
Dahinter lagen lichte Säle 
Und Wesen in erhabnem Tanz 

Sie tanzten dort auf goldnen Kissen 
Kein Haar ergraut 
Kein Blick getrübt 
Kein Schmerz hat je ihr Herz getroffen 
Kein Traum blieb jemals unerfüllt 

Ein Gott erhob sich von den Stufen 
Er sprach 
Nun bist du Einer von uns hier
Kein Tag wird je dein Maß bestimmen 
Kein Ende lastet mehr auf dir 

Zuerst war ich vom Glanz geblendet 
Vom Frieden jener fremden Welt 
Kein Leid zerriß dort eine Seele 
Kein Sturm zog über Wald und Feld 

Doch als gewisse Zeit verstrichen 
Ob Jahr und Tag  
Ob tausend Jahr' 
Begann in mir ein stilles Fragen 
So wie es damals unten war 

Ich hörte keine Kinder lachen 
Kein raues Lied beim Abendbrot 
Kein Streitgespräch 
Kein Türenschlagen 
Kein Glück nach überstandner Not 

Die Götter schauten in die Ferne 
Gelassen wie ein stilles Meer 
Doch in der Ruhe ihrer Augen 
Entdeckte ich kein Sehnen mehr 

Da fragte ich den Herrn der Sterne 

Wann kommt der nächste neue Tag 

Er lächelte 

Was soll sich ändern 
Wenn nichts vergehen muss 
Wenn nichts mehr mag 

Da traf mich plötzlich die Erkenntnis 
Wie Winterwind durch dürres Laub 
Das Leben lebt von seinen Grenzen 
Von seiner Hoffnung und dem Staub 

Ein Kuss ist süß weil er vergeht 
Ein Fest ist schön weil es verrinnt 
Ein Haus wird Heimat durch Erinnern 
Nicht weil die Mauern ewig sind 

Da bat ich 
Lasst mich wieder gehen 
Ich tauge nicht für diesen Ort
Mein Herz hängt an den kleinen Dingen 
an jedem menschlichen Akkord 

Die Götter schwiegen lange Stunden 
Dann sprach der Älteste zu mir 

Wir wussten einst was du gemeint
als wir den Zeiten selbst entstiegen 
Geh heim und suche deinen Frieden 
Bewahre Schmerz und Zärtlichkeit 
Denn manches Herz auf dunkler Erde 
ist reicher als die Ewigkeit 

So kehrte ich zu meinen Leuten 
Zum Rauch der aus Kaminen zieht 
Zum Lärm der Gassen zu den Freunden 
Zum unvollkommnen Menschenlied 

Und  wenn die Sterne manchmal funkeln 
Blick ich hinauf fern in die Nacht 
Dann dank ich für die kurzen Jahre 
Und ihren wunderlichen Lauf 

Denn über allen Himmelshallen 
So herrlich sie auch scheinen weit 
Steht doch das Wunder eines Lebens 

Das endet 
Und das ganz genau 
Deshalb gedeiht 





© Text* & Bild by @HerrWortranken     

0336 | 2026 | ©HW     





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* dem Text liegt eine eigene [sic] frühere 
Notitz zu Grunde: 

"Ich würd' so gern bei Göttern sitzen 
Doch wenn ich's recht bedenke heut' 
Die Ewigkeit wär' viel zu lange 
Ich bin doch lieber bei mein'n Leut' 

Dort oben  würde Langeweil' 
Unendlich dehnen sich im Geist 
Vermutlich wären die Synapsen 
Niemehr wie jetzto 
Zusamm'n geschweißt" 



07 Juni 2026

G E B U R T S T A G

 




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G E B U R T S T A G


Bin die Maya von der Saar 
Wurde Zehn in diesem Jahr 
Singe dieses Lied mit Freuden 
Wünsch' mir das die Glocken läuten 

An der Feuerwehr und Tanz 
Hängt mein ganzer Spaß mit Glanz 

Bei der Übung das Kommando 

FEUER 
C - ROHR 
WASSER  MARSCH 

Macht mir Freude 
Und der Brandherd wird schnell nass 

Schläuche aufgerollt danach 
Dann ein Danke vom Brandmeister 

Und zu Hause 
Mama fragt 

Ich erzähl ihr von der Übung 
Bin sooo müde von dem Tag 
Fall ins Bett 
All Erfahrungen waren stark 

Bin die Maya von der Saar 
Wurde Zehn in diesem Jahr 

Dieses Lied sing ich mit Freude 
Weil ich Zehn bin liebe Leute 

Auf der Bühne mit Verkleiden 
Ist für mich nur Freud' 
Kein Leiden 

Und so klatsche ich im Takt 
Schwing' die Beine dann exakt 
Auf den Rhythmus der Musik 
 
Auf die Glocken die jetzt läuten 
Mit dem Publikum 
Den Leuten 

Bin die Maya von der Saar 
Wurde Zehn in diesem Jahr 

Singe dieses Lied mit Freuden 
Ja 
Jetzt hör ich Glocken läuten 
Bin die Maya von der Saar 
Wurde Zehn in diesem Jahr 

Bin ein Saarkind 
Das ist wahr 
Hab gesungen mit viel Freuden 
Jetzt für mich die Glocken läuten 



© Text & Bildidee by @HerrWortranken