31 Dezember 2025

LETZTE ZEILEN KURZ VOR NEUJAHR



© Bild by @HerrWortranken 
... ich sehe nur SCHWARZ ... 



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LETZTE ZEILEN KURZ VOR NEUJAHR 


Es schwinget die Feder
Im vollen Tankhalter 
Auf das dies' jetzt wird 
Ein gelungener Psalter  

Silvester du altes verschrumpeltes Weib 
Verblast ist die Schönheit 
Das Neujahr nicht weit 


Was ist die Liebe heut' noch wert 
Wenn niemand sich um Nächsten schert 

Ist sie noch Motor für all' un'sre Kraft 
Hat sie genug noch von dem Saft 
Der einst im Bauch das Kribbeln tat 
Ich finde nirgends zum Spagat 
Der früher Tagesmotto war 
 
So langsam wird es Vielen klar 
Es ist das Dummgeschwätz der Politik 
Es ist der lange FriedrichschMERZ 
Es ist der Lügenwahlversprechentrick 
Der hier zerfällt 
Wie mottendurchgefress'ner Nerz 




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0607| 2025| ©HW     



28 Dezember 2025

PARABOLA CASUS

 






  PARABOLA CASUS 
(parabel des untergangs)

Im Außen schroff und kantig fremd 
Mit Worten rotzfrech ungehemmt 
Bei allen Völkern so auch hier 
Meint dieser Berg er sei das Tier 

Fernab von aller Menschlichkeit 
Gestützt vom Beifall Braunblauzeit 
Gründolchlegend' Vasallenwerk 
Dabei ist er nur dummer Zwerg 

Er glaubt sich Retter in der Not 
In Wahrheit stiehlt er uns das Brot 
Letztendlich malt er nur dreibastig 
Sein Selbstporträt gefährlich schwatzig 

Mit braunem Abfall in den Bergen 
Geistig verbrüdert mit den Schergen 
Baut man 'nen zweiten Adlerhorst 

Im Herz kein Feuer 

Nur Kammerfrost  




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0595 | 2025| ©HW      




27 Dezember 2025

INNOCENTIA

 




INNOCENTIA 

Mutter plagte manche Sorgen 
Vor dem Tode zu besorgen 
Und so bat sie ihre Kinder 
Sorgt euch bitte um den Vater 
Wenn ich von den Wolken blicke 

So solls sein in uns'rer Sippe 
Ruft ihn jeden Morgen an 
Ob er noch gut atmen kann 
Oder übern Styx gefahren 
Und im Hades schon verweilt 
Denn Freund Hein ist schnell und eilt 

In dem Alter schnell passiert 
Ob's die Kinder int'ressiert 
Vater ist heut' leicht enttäuscht 
Fragt sich 
Ist's normal nach längerer Zeit 
Das das Sippenband porös 

Vater wartet ganz nervös 
Ob das Telefon sich meldet 
Denn er lebt seit dem er Witwer 
Ganz alleine nur als picture 
Hoffentlich noch im Gedächnis 
Ja so ist das mit Vermächtnis 

Wenn nach Wochen Leiche stinkt 
Nachbarschaft den Kindern winkt  
Denn sie haben Haustürschlüssel 
Vater war schon lang vergessen 

Unschuld 
Händewaschen in der Schüssel 



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0592 | 2025| ©HW     




25 Dezember 2025

eo tempore

 


eo tempore 
(damals) 

Still war es meist an Heiligabend 
Die Mutter kochte 
Trotz großer Not 
Das Kind war wartend auf den Abend 
Der Vater war schon lange tot 

So zog sich hin das lange Warten 
Aufs Christkind und was alles noch so kam 
Wohnzimmertanne war schon fertig 
Geschmückt 
Trotzdem sie waren arm 

Am Baum gebügeltes Lametta 
Man nutzt es immerzu nochmals 
Mit silberbronz' gestrich'ne Nüsse 
Die Zeit war karg 
So wars damals 

Geschenk für Sohn war Unterwäsche 
Weil Winter kalt zu dieser Zeit 
Textil war kratzig' Wollgewebe 
Der Sommer war ja noch sehr weit 

Die Aufziehbahn aus einfach Blech 
Auch Schienen waren viel zu kurz 
Es fehlte noch der Kantenschutz 
Der Jung' verletzte sich 
Und stolpert über Schienenrund 
Mit einem schmerzhaft' Sturz 

So ging das alte Jahr zu End' 
Silvester hat man nie gepennt 
Das neue Jahr wie immer gleich  
Ganz wenig' Menschen waren  reich 




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0595 | 2025| ©HW     



24 Dezember 2025

MEMORIA

 


... ob das der Autor ist? ... 
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 MEMORIA 

Es war so schön in Kindertagen 
Einmal im Jahr Froh' Weinacht sagen 
Gebastelte Geschenke schauen 
Und Vater Mutter blind vertrauen 

In Kinderphantasie da rauschte 
Das Flügelschlagen und es bauschte 
Auf 
Uns're Weihnachtsfreuden schnell 
Das Bleilametta strahlte hell 

Nüsse die am Baume lockten 
Wir als Kinder drunter hockten 
Staunend dann nach oben schauten 
Glizernd' Kugeln 
Träume bauten 



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0577 | 2025| ©HW    

23 Dezember 2025

NECROLOGIUM

 





NECROLOGIUM
(Nachruf)


Ein Stirnrelikt steht eingepflanzt 
Am vorder'n Glatzenrand 
Verklebt von Schweiß und altem Selbstbetrug 
Darunter rechnete ein leeres Hirn 
Das Menschen wog und sie für minder schlug  

Er wählte stets die Kleinen 
Die keinen Widerstand noch Kraft besaßen 
Laut ihm zu widersprechen 
Er brach sie nicht im Zorn nein mit Verstand 
weil leise Grausamkeit sich besser rechnet zum zerbrechen 

Er lernte früh wie man Vertrauen häutet 
Ohn' Messer nur mit Zeit und Blick 
Er nahm was blieb nachdem man Hoffnung beutet 
Und nannte diesen Raub dann gut' Geschick 

Wenn einer weinte blieb er ruhig stehen 
Er mochte es wenn Scham den Boden sucht 
Er sah dem Zittern gern und lange zu 
Als wär es Kunst 
Als wär es Selbstgenuss 

Das Schandbüschel 
Stand wie ein schmutzig' Siegel 
Ein Mal das selbst der Spiegel nicht verzieh 
Es zeigte jedem der es sah 
Was unter Haut und Namen wirklich war  

Er fraß sich hoch aus fremdem Stillesein 
Aus Ja-Gesagtem das kein Ja mehr war 
Er lebte gut vom langsamen Verfall 
Das er als Werkzeug damals stahl 



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0592 | 2025| ©HW     


20 Dezember 2025

aequalis cum fascismo structurali

 



aequalis cum fascismo structurali 
(gleichbedeutend mit strukturellem Faschismus) 



Ein Körper steht umstellt von grauem Licht 
Die Sonne kreist gefiltert durch den Rauch 
Der Himmel hängt wie Blei auf jedem Hauch 
Doch bleibt das Maß der Dinge unverricht' 

Die Schatten wachsen 
Länger als die Sicht 
Sie kriechen dort wo einst noch Hoffnung war 
Der Winkel ändert sich 
So wie ersehnt in jedem Jahr 
Und jenes Bild verklagt was man verdrückt 

Der Mensch bleibt stehen 
Schaut in die Politik 
Zählt Stimmen während Küsten leise sinken 
Lässt Zahlen reden 
Und zwingt 
Das Seher hinken 
Als sei das Jetzt nur schlechter Augenblick 

Die Schatten rufen 
Man hört sie nicht 
Man raunt 
Es sei nur Licht nur Perspektive 
Ein falscher Schnitt hysterischer Archive 
Kein Grund der tief ins eigne Handeln sticht 

So sammeln sich auf kaltem Untergrund 
Archive aus verzerrten Projektionen 
Vertagte Schuld in tausend Variationen 
Bis selbst das Original verstummt 

Und wenn das Licht zuletzt den Winkel auch verliert 
Steht nichts mehr still 
Auch nicht der alte Kern 
Dann lernt ein jeder spät 
Der Schatten log nie fern 
Er zeigte nur 
Wohin das Schweigen führt 



© Text & Bildsprache by @HerrWortranken    

0581| 2025| ©HW     






19 Dezember 2025

HOLOGRAMM IM SPANNUNGSFELD

 





HOLOGRAMM IM SPANNUNGSFELD 


Ein Zweig ruht still im klaren Mittagslicht 
Die Zeit zieht leis an seinem Rand vorbei 
Und Sonne wandert immer neu dabei 
Doch bleibt das Sein 
Das sich im Schatten bricht 

Der Schatten spricht 
Doch ohne eigne Pflicht 
Erzählt vom Blick 
Nicht von Substanzen frei 
Er formt sich um 
Bleibt niemals einerlei 
Und sagt doch stets was unverändert ist 

Der Mensch steht still 
Betrachtet was geschieht 
Sieht Wandel dort wo Ruhe weiter wohnt 
Ein Spiel aus Form das sich im Wechsel lohnt 
Weil jede Sicht ein neues Fragen zieht 

So lehrt der Schatten ohne dass er zieht 
An Wahrheit selbst die ruhig in sich thront 
Was wir als Bild begreifen ist entlehnt 
Doch trägt es Sinn der weiter als es sieht 

Vielleicht sind wir im Lauf von Raum und Zeit 
Nur Bilder auch vom Licht kurz angerührt 
Vom Blick der andern sanft neu konturiert 
Doch tief darin bleibt etwas ungeteilt 

Und freundlich lächelt wer das Spiel versteht 
Dass Wandel nicht den festen Kern verzehrt 
Dass jede Sicht das Ganze neu erklärt 
Und Sein besteht 
Auch wenn der Schatten geht 




© Text & Bildsprache by @HerrWortranken     l

0583 | 2025| ©HW    



14 Dezember 2025

MENDACIA ET DECEPTIO

 






MENDACIA ET DECEPTIO

<schMERZ in meiner brust>



Im Rausch eigener Umnachtung 
Lügt 
Schwadroniert er seine Kunst 
Gespeist aus schwarzblau Faschotrog 
Beschwört er laut die Münchhausiaden 
Die er dem Abgrund selbst entlog 

Die Lüge steht in kalten Bögen 
Geschniegelt stolz doch leer und blind 
Sie zehrt sich nur an fremdem Leben 
Und würgt die Wahrheit wie ein Kind 

~

Als später jedes Wort zerbarst 
Und selbst der Spott den Blick verlor 
Nie Worte der Entschuldigung 
Blieb Schuld zurück
Er war ein Mensch der sich im Nichts beschwor 
So bleibt unsäglich Tat 
In der Erinnerung 



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0575 | 2025| ©HW    




09 Dezember 2025

AMICITIA APERTA

 


(1. Johannes 2,1-6)




AMICITIA APERTA 
(offene freundschaft) 



War nie ein Freund von 
Ce-De-U 
Von schwarzbigottem Tun 
Doch seit die Welt verloren True 
Schau' ich genau mit Zoom 

Ehre dem Mensch' der Haltung zeigt 
Und nicht mit Schwarzbraun Blauem geigt 

Den Namen kennst du hier im Land 
Als Mensch ermordet 
Verachtet 
Von Partei verbannt 

Des Lübcke Walters Memorial 
Steht jetzt als Mahnung 
Fordert grell 
Von schMERZhaft' Bundeskanzlers Hand 

> Halt' offen sie für Emigrant' <




© Text by @HerrWortranken      

0558| 2025| ©HW      




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06 Dezember 2025

CHOCOLATE SANTA CLAUS

 

© by Rewe-AI



CHOCOLATE SANTA CLAUS 


Ganz egal ob Osterfest 
Oder Zeit der blattlos' Äst' 
Jeden Tag im Jahr kannst tun 
Hauptsach' einig 
Hahn und Huhn 

Nackte Füße bar der Schuh'  
Gierig Sehnen 
Ohne Ruh' 
Trotz der kalten Witterung 
Pärchen giert nach Hingebung 
 
Nicole trifft sich heut' mit Klaus 
Samstagmorgen hinterm Haus 
Klaus hat Körbchen mit dabei 
Nicole sucht das Osterei 

Beide haben sich vertan 
Klaus genießt 
Kräht wie ein Hahn 
Höhepunkt in der Geschicht' 
Nicole zeigt ihr wahr' Gesicht 

Ist verschmiert von dem Genuss 
Beide fassen den Beschluss 
Wiederhohlung tut uns gut 
Dafür braucht es keinen Mut 




© Text by @HerrWortranken     

0556 | 2025| ©HW