24 August 2026

EGO SUM


reve- KI generiert


 
EGO SUM 
(ich bin) 

Gedankentango meiner Seele 
Tanz ich sehr oft ohn' laute Kehle 
Ich lass' mich führen von euch Guten 
Und auch von gröhlend andern Schnuten 

Die Zeilen kommen oft mit Trübsal 
Ihr seid für mich ein großer Sprühstrahl 
So schöpf' ich aus der Erden Klasse 
Und hoff' auf Schwung der großen Masse 

Mal tanzt Verlangen mit im Blut 
Mal wächst im Herzen leise Wut 
Dann kommt die Sehnsucht 
Wild und zahm 
Und legt sich tränend in den Arm 
Mal glüht die Eifersucht ganz heiß 
Mal wird aus Stolz auch kalter Kreis 

Doch wenn die Zärtlichkeit mich rührt 
Wird jede Härte sanft verführt 

Ein Schritt nach vorn 
Zwei wieder fort 
Ein Blick genügt 
Wie tausend' Wort' 
Es dreht sich alles kreuz und quer 
Was gestern leicht 
Plötzlich ist's schwer 

Es tanzt die Lust 
Die mich verbrennt 
Die Angst daß Wort sich heute trennt 
Es schreibt die Hoffnung kaum zu fassen 
Vom Tagesmut sich loszulassen 

Der Tango kennt den stillen Schmerz 
Die Einsamkeit tief unterm Herz 
Doch kennt er auch nach langem Streit
Versöhnung Nähe Zärtlichkeit 
Er nimmt mich mit in seinem Schwung
Macht alte Knochen wieder jung 

Und wenn die letzte Zeile weht 
Bleibt was im Herzen weitergeht 
So schreib' ich weiter Tag und Nacht 
Mal zarte Sehnsucht 
Auch voller Macht
Melodisch' Text 
So schwer es sei 
Macht uns're Seelen wieder frei 




© Text by @HerrWortranken     

0492 | 2026 | ©HW       

13 August 2026

EO TEMPORE

 

Acer palmatum (japanischer Ahorn)

 


 
 
 EO TEMPORE
(damals)
 
 
 
Weißt du noch wie's früher war
Auf dem Erdenrund so schön
Damals wuchs noch Farbe Grün

Heute suchst vergebens Färbung 
Siehst nur schwarz und Wüstengelb
Erde brennt und trocknet aus

Damals Eis im hohen Norden
Kipppunkt gab's nicht vor dem Haus
Hatten auch nur wenig Sorgen 

Heute steigen Meere an
Fressen Küsten Stück um Stück
Was uns einst als Heimat galt
Kehrt nie mehr zurück

Und wir schauten viel zu lange
Heute alles viel zu spät
Mit der Zukunft wird mir bange

Grün was war das
Wo bleibt Nass




© Text & Foto by @HerrWortranken

0470| 2026 | ©HW

03 August 2026

IMAGINUM VITAE TUAE

 

 
 
 
 ><Versuch einer Terzine ><
 IMAGINUM VITAE TUAE
(bild deines lebens)



ich möchte nur der schmale rahmen sein
an dessen rand für immer deine zartheit ruht
wie morgenlicht am rand der sonnenhelle

denn jede seele trägt verborg'ne glut
die niemand sieht solange lärm sie bindet
sie wächst im schweigen ihrer eignen hut

ich wünsche dass dein tiefstes wesen findet
was niemals auf den schreiend plätzen all zu  oft geschieht
den ton der sich nur aus sich selbst entzündet

dass innere stärke lautlos in dir blüht
wie eine frucht die keinem auge schuldet
dass sie aus ihrem eignen ursprung glüht

und was die welt so achtlos überflutet
das eile weiter ohne dich zu streifen
es ist nur lauer wind der seine eile hütet

du aber wirst im unsichtbaren reifen
wo jede regung ihre wahrheit kennt
und Hände nicht nach fremden spiegeln greifen

so wäre ich der rand der nichts benennt
der deine seele klingen lässt

und absetzt sie vom auditorium des lauten raumes


© Text und Bild by @HerrWortranken

0452 | 2026 | ©HW