><Versuch einer Terzine ><
IMAGINUM VITAE TUAE
(bild deines lebens)
(bild deines lebens)
ich möchte nur der schmale rahmen sein
an dessen rand für immer deine zartheit ruht
wie morgenlicht am rand der sonnenhelle
denn jede seele trägt verborg'ne glut
die niemand sieht solange lärm sie bindet
sie wächst im schweigen ihrer eignen hut
ich wünsche dass dein tiefstes wesen findet
was niemals auf den schreiend plätzen all zu oft geschieht
den ton der sich nur aus sich selbst entzündet
dass innere stärke lautlos in dir blüht
wie eine frucht die keinem auge schuldet
dass sie aus ihrem eignen ursprung glüht
und was die welt so achtlos überflutet
das eile weiter ohne dich zu streifen
es ist nur lauer wind der seine eile hütet
du aber wirst im unsichtbaren reifen
wo jede regung ihre wahrheit kennt
und Hände nicht nach fremden spiegeln greifen
so wäre ich der rand der nichts benennt
der deine seele klingen lässt
und absetzt sie vom auditorium des lauten raumes
© Text by @HerrWortranken
0452 | 2026 | ©HW
