05 November 2011

LEBENSLAUF




LEBENSLAUF


Vierunddreißig Zahlen. 

Fünfundsiebzig Lettern. 

Ein Mensch. 

Potenzierbare Informationen. 

Menge wird viel weniger. 

Masse,
Als Grenzwert der Leere. 

Wieviel mehr wiegt ein ungedachter Gedanke
Schwerer,
Als das Nichts. 

Gestern wird auch ein Tag sein. 

Morgen war ich noch nicht vorhanden.




   (c) picture&poem by: HerrWortranken    







02 November 2011

ADVENT-2011


ADVENT-2011


Warten auf Zeiten
Auf Hoffnung
Auf Mehr.
Warten, wie lange?
Ich schwitz' hier
So sehr.

Unter der Glocke
Der Dünste
vom Geld.
Hör' ich nur jammern
Vom Euro
Der fällt.

Fallen das wird er
So tief er
Auch will.
Ausbaden soll'n wir,
Als Stimmvieh
Ganz still.

Mensch hol' dir balde
Den Knüppel
Aus'm Sack.
Hoff' wie im Märchen,
Er drescht die
Im Frack.

Und dann das Ende
Das Ende
Vom Lied.
Heiland der heilt nicht
Finanzen
und Krieg.

Nirgends ist Hoffnung
Das Leben
Vergeigt.
Frieden beständig
Wird niemals
Gezeigt.

      (c) picture&poem by: HerrWortranken aka (ChapTer Kronfeld)





01 November 2011

FLUeCHTIGE FLUCHT


FLUeCHTIGE FLUCHT


Versprechen -
Hoffen -
Laufen -
Reden sehen.
Dummheit lehren
Stund' um Stund'.
Im Lachen hören.
Schritt für Schritt den Atem sehen.
Der, der manchmal dort
Im Kreise steht,
Sieht niemals in sein Antlitz
Und vergeht,
In wolkenloser Hülle.


   (c) picture&poem by: HerrWortranken aka ChapTer Kronfeld





31 Oktober 2011

WENN LEIDEN LEIDEN_SCHAF(F)T








WENN LEIDEN LEIDEN_SCHAF(F)T




Advent.

Der Tisch in Flammen.
Gefühle brennen.
Gedanken schweifen fern.
Blicke -
Ein Suchen -
Noch was?
Drei paar Augen.
Zwei Brillen sehen auf zur Decke.
Falten im Gesicht.
Falten im Gemüt.
Wo bleibt Es?
Wer war Es?
Wer sprach ein Wort? 



(c) picture & poem by: HerrWortranken 




30 Oktober 2011

ERARE HUMANUM EST


ERARE HUMANUM EST


Wirres Mein.
Klares Dein.
Am Tresen der Zweisamkeit.
Flucht nach Hause.
Mensch, begreife.
Zum Reden braucht es mehr,
Als zwei Ohren.

(c)  picture&poem by: HerrWortranken aka ChapTer Kronfeld


 hier zugehöriges Anagramm   


HURRA AMUESEMENT (Ehe Eid)
Wir Miseren
Landkreise
Demaskierten Zweimaster.
Nachschau, fuehlt
Im Geben, freches
Truemmer Herz.  Bauschend
Ans Ziel.  Woher 


    © Anagramm by HerrWortranken   


     


29 Oktober 2011

SCHÖNHEIT












SCHÖNHEIT

 


Schönheit manifestiert

Hinter dem Lack

Sich in der Seele 

Und nicht im Geschmack 
 




© Text & Bild by: HerrWortranken



24 Oktober 2011

MEMENTO MORI

[denke d'ran,zu sterben]

MEMENTO MORI

Warum soll ich Denken.
Einer wird lenken.
Oder Zwei ?
Oder Drei ?
Dann ist's vorbei.



(c)  picture&poem by: HerrWortranken aka ChapTer Kronfeld





DEMENZ








DEMENZ


Der Tote, der Töter  
Vom Dasein und vom Sinn.
Der Bote , der Löter,

Verbinder im System.
Verrammelt, Vergammelt,
Nur Maden halten's aus.
Versammelt im Körper,
Verwesend hinter'm Haus.

  Die Schmerzen so tröge.
Ein Fühlen ohne Weh.
Das Leben, ein Zustand.
Nur Angst ich hier seh'.
Selbst Frühzeiterinnerung
Und liebevolles Jetzt.
Vergessene Hoffnung.
Gefühl nicht gesetzt.

 Der Zeitplan läuft rückwärts 
 Die Uhren bleiben steh'n.
Das Alter im Spätherbst.
Die Jugend wird geh'n.
So lern' ich die Frage
Im Jetzt meines Todes,
Als Schatten der Waage,
des eig'nen Quellcodes. 





  ©  picture & poem by: HerrWortranken 






19 Oktober 2011

ORGANSPENDE













ORGANSPENDE

So, wir spenden ein Organ.
Wird es wachsen im Orkan?
In der Wirrheit, fremden Lebens.
Hoffnung hofft so oft vergebens.

Hirntod.
Zeh'ntod.
Füße kalt.
Kniee, Hände. Wer gibt Halt?
Diesem Treiben uns'res Lebens.
Gier nach Gelde, oft vergebens.

Tod?
Wieso?
Du?
Oder Ich?
Ich will schwimmen wie ein Fisch.
In dem trüben Übergang.
Engels'chöre.
Hör' Gesang.

Und dann seh' ich plötzlich Lichter.
Fühl' mich leichter, sehe Dichter.
Seh' den Goethe, seh' Herrn Kant.
Und der Tod reicht mir die Hand.

Hirntod. Zeh'ntod. Füße kalt.
Kniee, Hände.
Wer ruft Halt?
Zittern.
Einmal noch vergebens.
Dies' ist Endpunkt, eines Lebens.

Und der Strom wird abgestellt.
Schläuche weg.
So ist die Welt.
Eines bleibt uns noch hinieden,
Die Gewissheit, es gäb' Frieden. 

 
(c) picture & poem by: HerrWortranken






18 Oktober 2011

ENDE DES ANFANGS


Veranstaltungs Plakat





ENDE DES ANFANGS



Ich lebe - also bin ich. 

Ich sehe - also denke ich mich. 

Zeugen waren keine anwesend. 

Und dennoch wurde geteilt. 

Gezeugt - Geteilt - Vermehrt. 

Ein Klumpen Lebendiges. 

Im Meer der Ahnungen. 

Wirre Verstrickung eines Bauplanes. 

Kaos als einzelner frame. 

Leben ? 
Ist es das ? 

Ende, Was bist du ?







(c) Bild & Text by: 
HerrWortranken 
(aka ChapTer Kronfeld)    







 

DER BEWEGTE PUNKT ALS STRICH


Veranstaltungs Plakat




DER BEWEGTE PUNKT ALS STRICH 


Ein Punkt, mit keiner Dimension
Will beamen sich, wie ein Atom.
Mit Power raus, aus seiner Welt.
Er hats versprochen, ob er's hält?

Ein Anlauf, nochmal, jetzt ein Sprung
Ihm wird jetzt schwindlig rundherum.
Er bläht sich auf, wie eine Pinie
des Zeichners Hand, zieht eine Linie.

Die Linie hat nun Dimension
Sie schreit nach Breite, ohne Hohn.
Nur Eine, aber immerhin,
Ich will 'ne Fläche, das macht Sinn.

So denkt sie sich und dehnt sich aus.
Ich bin der Star, holt mich nicht raus.
'Ne Fläche bin ich, - jetzt bereit.
Sie ist es wirklich, lang und breit.

Nun kann mein Zeichner immerhin
Auf Blätter malen, wie's sein Sinn
Ihm eingibt, seiner Künstlerhand.
Das Bild wird fertig, ohne Rand.




©picture & poem by: HerrWortranken aka ChapTer Kronfeld




 

28 August 2011

TRENNUNG

 

TRENNUNG 

Gefühle -
Welche?
In Kneipen.
Vor Erwartungen.
Vor gutem Essen.
Nachdem -
was war.

Wir sprachen viel
Vom Selbsterlebten
Und Gemeinsamkeiten.
Die Zahl der Summe
Dieser Rechnung,
Machte zwischen uns
Den Strich.



(c) picture & poem by: HerrWortranken aka ChapTer Kronfeld 







07 Juni 2011

DER ERSTE BLICK

Anagram HIER


DER ERSTE BLICK


Der Lippen stumpfe Winkel.
Sprachlose Zähne im Gesicht.
Der Hoffnung Nahrung auf den Ohren.
Was sagst du,
Liebling,
Ich hör' dich nicht. 



© Text & Bild by HerrWortranken aka ChapTer Kronfeld      



Anagramm ⬇️


Bilderstrecke
Kippst fuellende Wimpern 
Nachlaessig Poetischem Herz
Drohen Hoffnungen.  Ruf, Ade.  Nahrung
Gut.  Dass was
Dein Loch reichlich hingibt

© Anagramm by HerrWortranken   







05 Juni 2011

GEWINN




GEWINN

Namhaftes fassen. 
Ein Etwas.

Traumhaftes lassen.
Ein Mehr.

Nur im Gedachten
Projiziert sich die Summe
Eines Sandkorns,
Als Massiger Berg.

 


(c)picture&poem by: (c)ChapTer Kronfeld



04 Juni 2011

ALTERN







ALTERN 

 

 Je kürzer die Zukunft, 

Je farbflüchtiger die Tage. 

Je größer die Zunft 

Der Erzähler, 

Vergangener Zeiten 

Und jetziger Lage. 

 



  © Bild & Text by: HerrWortranken  





03 Juni 2011

MENGENLEERE





MENGENLEERE


Den Fuß geteert,
Von Fäulnisschutz umgeben.
So stehen Reih' um Reih'
Die hölzern' Stangen,
Fest eingestampft in lock'rer Erde,
Als Gerüst.

D'ran wächst die Rebe,
Reift die Frucht der Wahrheit.

Nimmst du den größten Schluck
Und trinkest du ein vieles Mehr -
Die Wahrheit läßt sich nicht vermehren.
In großer Menge geht sie unter
Und wird zu Dummheit reduziert.




© Bild &Text  by: HerrWortranken 




02 Juni 2011

ZEIT


ZEIT



Zeiten wie Stunden.
Tage davor.
Dauern.
Erwartungen.
Gefühle drängen ans Ohr.
Erleben -
Dasein -
Im Jetzt -
Real.
Hoffnung erwarten
Heißt
Morgen vorbei.


(c)picture&(c)poem by: ChapTer Kronfeld





01 Juni 2011

TRAUM


Traum


Antworten sprühen aus funkelnden Augen
Der Unkenntnis.
Tränende Zungen erblinden im Schein
Eines Augenblickes.
Bruchstücke des Ablaufs ergehen sich im Gleichklang
Der Trennung.
Doch fließend treffen sich die Zeiten
Im verschlafenen Träumer.



(c)picture&poem by: ChapTer Kronfeld







29 Mai 2011

ZEITGEIST


 ZEITGEIST


Überdehnte Leiber.
Mit sorglos gequetschten Falten in Miedern und sonstig‘
Gewebsähnlichen, um Scham und Hüft‘ gewundener Linnen,
Acetaten oder Polyamiden.

So schleifen die feist grinsenden, nach unten hängenden Lefzen,
Ihre fettringwabbelnden Leiber zum Pizzabäcker.

In Erwachtung übermäßigen Zuspruch‘s fettdampfender, überhäufter Teller
Sitzen sie halbärschig auf viel zu kleinen Stühlen.
Keilen den wulstigen Rand,
Der aus stopp‘ligen Ziernieten oder doppelt getackerten Säumen fühlbar vorhanden
In ihren vom Wohlstand überdehnten und vom Dauerschweiß nässenden Anus.

Winken, trotz Dampfbildung unter den Achseln,
Den im Lokal agil tänzelnden, schmalhüftigen Kellner zu sich heran.

Mehr röchelnde Warmluft entweicht für die Bestellung einer olivenölgeschwängerten Pizza,
Als klar‘ modulierte Kehllaute,
Die den Begriffen der Speisenkarte eher entsprächen,
Aus einer schmallippigen Atemöffnung.

Taumeln, nicht trunken vom Alkohol,
Fuchtelnd und schwammig vom feisten Mahl,
Nach Hause zum Fernsehsessel.

Hinstöhnend,
Im ausgefurzten weichen Sitzmöbel,
Die Fernbedienung schaltend,
Erreicht ihr Ohr,
Nicht ihr Gehirn:

... KÖNNTEN DEN VERLETZTEN NICHT MEHR HELFEN. DIE HILFSORGANISATION ÄRZTE OHNE GRENZEN
FORDERTE EINEN SOFORTIGEN WAFFENSTILLSTAND.
DIE LAGE IN DER STADT SEI . . .

Eine Triole lyrischen Dreiklangs

FURZ - RÜLPS - FERSENHAUSSCHALTEN

Beendet den stressreichen Tag.


 ©picture & poem by: ChapTer Kronfeld






28 Mai 2011

DANACH


 



DANACH

Des Morgens schaler Atem
Krallt fest sich
In des Lakens Gitterwerk.
Erinnerung entsinnt sich so
Der ahnungslos gelebten Zeit.
Im Jetzt
Verwest das Übermorgen unseres Gestern.
Die Anderen sind die Toten.
Nur wir -
Sind ohne Leben.



(c) picture & poem by: HerrWortranken       






26 Mai 2011

RELATION




 

RELATION 

 
Draußen, 
Vor Fensterscheiben 
Tropfende Nässe, 
Fröstelnde Kälte. 
 
Drinnen, 
Dampfende Teller und Tassen.
Schwitzende Achseln
Entblösen ihr haarig' Maul.
Ein Fettspritzer -
Klein wie ein Tautropfen,
Gibt Anlaß zu lautem Gebahr'. 
 
Fröstelnde Kälte
Ist Drinnen ein grausig Geschäft
Mit Worten. 
 
Draußen dagegen ein Notwendig' Ruhen
Des Lebens. 




© picture & © poem by: Herr Wortranken