08 November 2017

UNTERICHTUNGSSCHILDER



#frapalymo tag 8 impuls: Autobahnraststätten


UNTERICHTUNGSSCHILDER 

Die Frau im Wechsel mit dem Mann, 
 In einem krebsrot' Kabrio; 
Tauschten, so gerne dann und wann, 
Das Lenkrad, ohne Risiko. 
  
Es fuhren beide, Richtung Ziel. 
Saß er am Steuer, dachte Sie, 
Der flitzt sehr flott; Mann muss Pipi. 
Der Typ meint, Frau fährt Kurs auf Kiel. 
  
So denkt ein jeder, absolut; 
Der Andere, zwar herzensgut, 
Ist planlos auf gemeinsam' Reisen. 
Hirn scheint ab heute zu vergreisen. 
  
Und in der Tat, jetzt glaubt man's kaum. 
 Realität ist's. Nein, kein Traum. 
Beide müssen dringend harnen. 
Highways kennen kein Erbarmen. 

Endlich sieht man Hinweistafeln.  
Gleich vorbei, des Herzens Rasen. 
Nach eintausend Meter, Stillstand; 
Zündung aus und flott zur Toiwand. 

"Alle Eingäng' heut' Geschlossen", 
Jeglich Hoffnung, all' verflossen; 
Fernerhin entfleucht der Harndrang. 
Jetzt Schuhe triefend; Herze, bang. 

Treffend heißt der Rastplatz: GRÜNSTUHL. 
Grüner Rasen; stinkender Pfuhl. 
Nie mehr werden diese Leute 
Von den Autobahnen, Beute. 

bild & text by: Herr Wortranken  
  
  













07 November 2017

ÄON


#frapalymo impuls für 07nov17 (tag 7)





ÄON 

Fußhaftend Pralle 
Gedunsen durch manch Nebel 
 Aufquellend' Moose 
Mit Stolz geschwollener Brust 
 Bodybuildern gleich 
Fliegen Kraniche gen Süd 
Tagsüber frösteln 
Verwandlung zur Nachtkälte 



bild & text by: Herr Wortranken  




06 November 2017

FÜRBITTE



#frapalymo impuls für 06nov17 (tag 6)


FÜRBITTE * 

Schwillt an herbeigeeilte Schwollenkräfte. 
Mit Plusterkraft gruppiert zum Kampfe euch. 
Weil Mob aus widerwärtig menschlich Horden, 
zerstört die Luft zum Atmen unsrer Welt. 

Verschont, ich bitt, die zahlreich hehren Menschen. 
Nur kannibalisch Pack, fegt dies ins Nichts. 
In euch steckt Wucht mit manch gezügelt' Stärke; 
Ihr seid Natur; 
Stiebt fort das Gold'ne Kalb. 


bild & text by: Herr Wortranken  



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der impuls für das gedicht am 6. november lautet: "medientransfer fotografie" 
     nutzt dieses foto von @rtopnb als impuls für euren text“











05 November 2017

BEGEHREN


#frapalymo impuls: "vier zeilen sollen es sein"




BEGEHREN 
  
ich dürste dein verlangen 
ich schwitze deinen schweiß 
ich küsse deinen kuss 
zu fangen dich im schwinden  



bild & text by: Herr Wortranken  





04 November 2017

HIRNIST, der


erstellt im Rahmen des #frapalymo impuls: "substantiv" 








der HIRNIST * 



PRELENZ **  

ist 


LEBEN 


ist 


CHAPTERISMUS ***  



bild & text by: Herr Wortranken  




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*        Hirnist 
**      Prelenz 
***    Chapterismus 









03 November 2017

LÜGEN



erstellt im Rahmen des #frapalmo Impuls: "verben" 



LÜGEN 
  

Lesend  trieb ein Trieb, zum Schreien. 

Keifend kiff sein klingend Klang. 

Hieb mit hauend Hieben Reihen, 

Schreibend saufend, 

Liedgesang. 




bild & text by: Herr Wortranken        


*ababpöm   




02 November 2017

freigeistig

erstellt im Rahmen des #frapalmo impuls: "gespinste"

freigeistig


erst fühlt begehr.

wird rasch verzehr.

mehrt im gestrick.

dann ängstlich' blick

hofft auf verrinnen.

sodann die spinnen

ein zäher flor.

dubios

der freiheit tor.




 bild & text by: Herr Wortranken 


31 Oktober 2017

UNFASSLICH


 
erstellt im Rahmen des #frapalmo impuls für 01nov17 (tag 1)
 
 
 


UNFASSLICH 


"... Ich zähle die Regentropfen an den Zweigen ..." *

Fettig und spiegelnd klammern sie als unförmige Kügelchen.

Abbilden kopfüber verkehrte Weltsichten.

Vermeiden statische Zustände einer tiefgründigen Betrachtungsstarre.

Rutschen schrumpfend einer müden Schwerkraft folgend

In Bedeutungslosigkeiten.

Nur Schlieren erinnern den Betrachter dereinst.

Sonnenschein;

Lichterschein;

Helligkeit des Sein.
 
 
 

 bild & text by: Herr Wortranken 

02 Mai 2017

JAHRESZEITENTRAUMBAUM

 
 
 
JAHRESZEITENTRAUMBAUM

Es fröstelt Winterwind.
Die kahlen Zweige raunen
Manch Singsang in das Ohr.
Wie zarte Symphonien,
Durch wippend' Peitschenklang,
Beschleicht Wohltönendes
Den Lebensraum.
Ich lausche, markig Gartenbaum.

All Knospenaugen
Brechen auf.
Zeit kürzerer Nächte kommt zuhauf.
Noch oft, der Sonnenlauf verhangen.
Manch Vogel balzt.
Hörst du dies sehnend Bangen?
Ich lausche, markig Gartenbaum.

Aus sprießend Schössling treiben Blüten.
Der Lebenssaft für Pflanz' und Tier.
Die Luft vibriert
Mit Zwitschern und dem flügelnd Summen.
Die Seele dürstet nach des Sommers Saum.
Ich lausche, markig Gartenbaum.

Es ist vollbracht.
Des Erdenlebens unbändig Wonne
Erstarkt durch den Zenit der Sonne.
Das Blätterdach raunt Achtsamkeit.
Um mich nur Kriegsgeschrei und Leid.
Ratlos lausch ich dem Gartenbaum.

 

  text by: Herr Wortranken  
 
 
 
 


08 März 2017

SUCHWEGE

 
 
 
 
 
 
 
 SUCHWEGE

Ein langer Weg auf Teppichboden;
Das Ziel vor Augen, beidseitig, Sicht.
Unsich'rer Trott in Abendroben.
Nur Etikette, weist Denen Pflicht.

In eignem Haushalt nützt die Diele,
Zum Abstand wahren, Anrainers Luft.
Anfangs genutzt, für Kinderspiele;
Am Schluss des Lebens, als Weg, zur Gruft.

So ist der Lebensweg beschrieben,
Der uns begleitet; ein Dasein lang.
Es bleibt die Freiheit mit den Lieben,
Die Tür zu finden, auf unsrem Gang.

 
 


  bild & text by: Herr Wortranken   

 
 


02 März 2017

LAUBRAUM

 

 
 
 
 LAUBRAUM 
 
Ein Gartenweg
Führt schlängelnd
Durch die Reihen.
Das Ziel,
Der Aufbruch, jetzt.
Sehnsucht spürt Nähe.

Wackelnde Stiegen;
Ein Schritt mit quälend Schmerz.
Salztropfen netzen Stirn und Aug'.
Bubberndes Herz.
 Ein Schwung;
Die Händchen krallen starr den rostig' Nagel.

Endlich oben.
Innen,
Drin.
Ein Duft von Wagnis.
Doch,
Es wirkt nur muffig Luft,
Die aus den Jutesackgardinen,
Modrig spendabel, teilend wabert.
Beengt Kabuff.
Gedanken läufig in die Weite,
Zu nie erlebten Sphären.

Mit Traurigkeit und Freude an manche Sommer denken,
Wenn ich in Medien seh,
Das heutig Landschaftsloch,
Wo einst die Wohlfühljugend stand,
Als Raum,
Obig der Gartenscholle;
Umhüllt mit chlorophyllig' Mantel.
Mein Jugendlaubraum;
Jetzt Kohletagebau.

  
  bild & text by: Herr Wortranken 
 
 
 
 
  


28 Februar 2017

WECHSELRÄUME

 

 
 
 
 
 
 
WECHSELRÄUME 

 "Bis gleich, ich geh' mal an die frische Luft".
Es war das Letzte, das sie von ihm hört'.
Ruth ahnte, denn sie kannte ihren Schuft.
Wenn sie es wüsste; alles dann zerstört.

Sechs Stunden Autobahn, bei dieser Hitz'.
Viermal gefährlich Auffahrdeppen hinter ihm.
Ziel jetzt erreicht; vergessen Frau und Kids.
Er hofft nun, oben wartet Britt Platin.


 

  bild & text by: Herr Wortranken 
 
 
 
 
 
 


26 Februar 2017

RÄUMLICHKEIT

 
 
 

 
 
RÄUMLICHKEIT
 
Denk ich zurück an Kindertage;
Verschlossene Tür, sechs Tage lang.
Ein Zimmer nur für Feiertage.
Samstags war Backen; für sie, wie Zwang.

Großmutters schützenswerte Kammer
Gewahrt' den Zugang, nur am Kirchtag.
Kuchengenuss, es war der Hammer.
Die Krönung immer, Sahnenachschlag.

So floss ihr Leben, auf Dauer fort,
Bis zu dem Donnerstag, im Juli.
Tür unverschlossen. Stumm lag sie dort.

Die Lippen wie Lapislazuli.
 
Verließ den Raum, ohn abzuschließen.
Verließ uns all' auf Schnitters Lade.
Jetzt kann sie nicht mehr Blumen gießen.
Die off'ne Stub', wirkt fremd und fade.
 

  bild & text by: Herr Wortranken 
 
 
 
 
 
 


20 Februar 2017

WENN

 
 
 
 
 
 
 
WENN

Wenn dich umnebelt fremdes Licht,
Wenn ohne Grund, verschwindet Sicht,
Wenn Denken dir so unbekannt,
Wenn du vernichten willst, dein Land,
Wenn gülden Haar verdeckt das Stroh,
Wenn Mimik weist, den Nimmerfroh,
Wenn tumber Atem inhaltslos,
Bläst Humpty Dumpty Kriegsepos.

Dann zeigt sich Leere in der Welt.
Kann man nur hoffen, nichts zerfällt.

 
 

  bild & text by: Herr Wortranken 





 
 


30 Januar 2017

INITIALB€SCHIMPFUNG - PARABEL VOM BUCHSTABEN T

 
 
Parabel
Gleichnis vom Buchstaben T



 
INITIALB€SCHIMPFUNG
PARABEL VOM BUCHSTABEN T

Erbärmlich' T,
Tyrann und Totengräber.
Das ist dein Habitus, dem Lande gegenüber,
In dem du kopflos wütest,
Wie in Berserkers Taumelei,
Seit deiner Inauguration.
Machtvolles Weltenfreiheitsideal,
Das deine Amtsvorreiter,
Der räumig' Dummheit, abgetrotzt
Verkaufst du schäbig nun für Judaslohn.

Ein winzig waagerechter Strich
Kann aus despotisch T
ein F für FREIHEIT; dieser Welten,
Rasch gebären.
Doch Dummheit, Großkotz-Ignoranz
Blockiert dein Hirn,
Um solche Göttertat,
Der Freiheitsstatue, zu präsentieren.




 © bild & parabel by: Herr Wortranken






 
 


29 Januar 2017

PASQUILL DER LIEBE























 PASQUILL DER LIEBE 

Im Herz, blamabel Schuldgefühle,
Umschwirren mich zu jeder Stunde,
Wenn ich dir morgens Äpfel schäle.
Ein winzig' Schmerz, doch räumig Wunde.
In Zukunft trink den Schnaps alleine.
Kein Apfelschäler mehr, 
Der Deine.

Pe ess.
Ich hatt' vergessen, zu erwähnen.
Dein Equuskopf mit lausig Zähnen.
Auch ist dein Hals zum Abgewöhnen.
Heut' werd' verdrängen, frei von Tränen,
Dass du mir bleibst, Frau ohne Themen.



 
© bild & noncense lyric by: Herr Wortranken
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

03 Januar 2017

ANTONYM

ANTONYM
 
Ein Knirps warf mir 'nen Ball zur Hand.
Real, Vollgummi, wie ich fand.
"Schaffst du's, ihn stülpend, links herum?"
So, seine Frage. Ich dacht' stumm.
Wie kann es sein, das dieses Kind
solch närrisch' Aufgab' stellt. Gelind
Gesagt, unlogisch, hirnverbrannt.
Mein Denken hetzte angespannt.
 
Ich suchte nach des Rätsels Trick.
Verwarf Modelle; abwegig.
Verband Synapsen, mancher Art.
Mein Kopf, er glühte, fand kein' Rat.
Ich drehte, wendete mein Hirn,
Bis merklich Falten, auf der Stirn.
Das Denkzentrum, sprichwörtlich, schwer
Lag aufgestützt, in Händen; leer.
 
Der Knabe grinste mich nun an.
Und sprach: "Hör zu, du grübelnd Mann.
Die Lösung findest du zwar nicht
Genau wie, Nachts, kein Tageslicht,
Ersichtlich, dich erhellen wird."


Jetzt weiß ich, wer viel sinnt, viel irrt.

© bild & text by: Herr Wortranken


02 Januar 2017

ENTMISCHUNG vs. EINMISCHUNG

 
 
 
 
 
 
 
 
 
ENTMISCHUNG vs. EINMISCHUNG  

Krankheiten, ja, sind eine Prüfung;
In diesem Spiel, ohn Göttertreiben.
Du selbst touchierst, mit deiner Hände
Jahreswerk, Melange; aus Seelendrang,
Mit Einflussnahme, auf Reaktion
Der tumben Selbstbefleckung vieler
Parlamentariersoldaten,
Die weitab, jedwedem menschlich Geist
Verirrt, in töricht Wirrheit ihrer
Lobbyistenprofession gefall'n. 

Mensch, sei es, jetzt, mit heiligem Zorn.
Nutz eig' Bestimmung, vorurteilsfrei;
Seelenemphatiker, bist Denker,
Und zugleich ein Macher dieser Welt,
Die, Frieden, Freiheit treu erwartet,
Von ehrlich' Händewollenschaffern.


 
 © bild & text by: Herr Wortranken

 
 


01 Januar 2017

ʇ ı ǝ ɥ ı ǝ ɹ ɟ

 
 
Freiheit
 
 
ʇ ı ǝ ɥ ı ǝ ɹ ɟ
 

freiheit
die nicht meine
nötigte mich nil
fix
 
freiheit
zeugs als gabe
oft bergen drin
nur tricks
 

 © bild & ɟɹǝıɥǝıʇs-text by: Herr Wortranken
 
 
 


25 Dezember 2016

ANGEBINDE


Weihnachtsgeschenke

ANGEBINDE

Ja, Sie findet es so herrlich,
Wenn Geschenke bleiben aus.
Ist beliebt bei allen Menschen,
Doch, sie wünscht sie, nie im Haus.

Prächtig malerisch die Wohnung.
Gradwegs jetzt, in dieser Zeit.
Nichts befüllt, die Abfalltonne.
Ohne Müll; fühlt sich befreit.

Weihnachtstage, Osterfeste,
Alles ist so lange her.
Sie verlor den Mann, die Kinder.
Nett die Wohnung. Augen leer.

Nachbarn wunderten, schon oftmals,
Diese Unerreichbarkeit.
"Hat sich halt massiv gewandelt",
Mutmaßten alle. Beileid.





© bild & text by: Herr Wortranken


 



24 Dezember 2016

URGEWALTENTAUMEL #haiku


haiku im taumel





URGEWALTENTAUMEL


federn liegen aus 

feuchte wärme hinterm haus 

hinten 
T.O.T. 
die maus 




© bild & haiku by: Herr Wortranken


19 Dezember 2016

#FAKENEWS#


       
Vor sieben Minuten 
Wurde eines der führenden #fakenews 
Anhand von  F hl st ll n   identifiziert. 
Das Foto zeigt es bei einem der vergangenen Mediengänge. 
Quelle: herrwortranken
 

 #FAKENEWS#

#systemfehlstelle#systemfehlstelle#systemfehlstelle#
#systemfehlstelle#systemfehlstelle#systemfehlstelle#
#systemfehlstelle#systemfehlstelle#systemfehlstelle#
#systemfehlstelle#systemfehlstelle#systemfehlstelle#
#systemfehlstelle#verwindungsinfo#systemfehlstelle#
#systemfehlstelle#system       stelle#systemfehlstelle#
#systemfehlstelle#münchhausiade#systemfehlstelle#
#systemfehlstelle#systemfehlstelle#systemfehlstelle#
#systemfehlstelle#systemfehlstelle#systemfehlstelle#
#systemfehlstelle#systemfehlstelle#systemfehlstelle#
#systemfehlstelle#systemfehlstelle#systemfehlstelle#



 © bild & erdichtung by: Herr Wortranken  


18 Dezember 2016

ZURÜCKFASCHISTOIDIOTENHASSSICHTIGKEIT

 
 
 

Web . Siebenpunktnull

 
 
 
 
 
ZURÜCKFASCHISTOIDIOTENHASSSICHTIGKEIT 
 

Jed' Fuß umklammert vom Morast der Scholle.
Das Knie geprallt am Hass des Allerorten.
Wo ich auch zugreif, höre, schau'; nur Trolle.
Zu Viel ergötzt sich heut, an hohlbraun Worten.

Die Daseinswünsche, Lebenswundertüten,
Darreichten, Aufrichtigkeit und Fantasie.
Wo blühet Geist, gepaart mitsamt Stilblüten?
Zukunft im Siebenpunktnull; sei Symphonie.



  
© bild & text by: Herr Wortranken
 
 
 
 
 
 
 
 


17 Dezember 2016

winterblues










winterblues   
bist ein werber
und verderber
matt gedanke
schleimst als ranke
dich ins herz
voller schmerz
ringst uns nieder
immer wieder
hör jetzt zu
drauß' bleibst du 


                                           bild & text by: Herr Wortranken


 

16 Dezember 2016

kannensischer abend

             kannensischer abend

             kennst du das blechspielzeug
             heut kann ichs nimmer loben
             das einst manch gabentisch beschmückte
             aus dessen rohr
             mit feuerstein
            die funken stoben

            das in der vater knorrig' hand
            im kaufmannsladen
            der grauen augen
            schatten
            ein wenig glänzend wirken ließ

            kennst die erinnerung
            wenn dampfend schüssel blank gegessen
            die zeit fürs glöckchenbimmeln
            anberaumt

            als du mit leuchtend blick
            die jungschen finger
            im frisch gebügelt
            vorjahreschristkindpackpapier
            vergrubst

            erst da
            verwandelt' abend
            sich in
            heilig zorn
 bild & text by: Herr Wortranken


15 Dezember 2016

sinnen





                                            sinnen

                               möchte in die gärten
                               stieben
                               in die milde
                               zu den bunten
                               farbenfrohen
                               beerenbüschen
                               die verharrten
                               aus der Jugend

                               arabeske bist du
                               wurzelschlagend
                               mir im herzen

                               festgelegt



© bild & text by: Herr Wortranken   



07 Dezember 2016

EGALISIERUNG

 
Anpassung
 
 
 
 
                   EGALISIERUNG    
    
            Ich sehe, leidvoll heut', den Drang
            Der Politik. Mit Macht zu würgen
            Die hehren Künste dieser Welt.
            Des Könners Geist lebt unter Zwang.
            Farbe, Klang und Wort soll'n bürgen,
            Dass Stil, Tyrannen bald gefällt.
 
            Tyche zeigt mutierte Höllen.
            Schreibstift fehlt Frau Kalliope.
            Gleichheitsdenken, alsdann, Muse.
            Künstler dümpeln ohne Wellen;
            Schwarzes Licht, durch Myopie.
            Sanktionierung;  "Heil Meduse".
 
            Nein, so möcht ich niemals leben
            Mit dem Horror, dieser Sphären.
            Lobend, streitvoll unsre Hände,
            Prägen mit energisch Streben
            Schneidend Wortwahl, um zu mehren
            Interesse, vor der Wende.

 

  
© bild & text by: ChapTer Kronfeld
 
 
 
 
 
 


30 November 2016

VERBLEIB _frapalymo 30nov16

 
 
VERBLEIB  _frapalymo 30nov16
 
 

VERBLEIB 
 
Erst liegt er als Hoffnung, an der Mutter Brust.
Strebt dann heran, als ein menschliches Wesen.
Lernt zu entscheiden zwischen Glück und Verlust.
Vom Dasein skizziert, verstrickt in Prothesen.
So verharrt man am Orte, total verrückt.
 
Leben, gegeben mit Labung der Liebe.
Geneigtheit verzehret das Wirken, im Jetzt.
Menschheit vergisst sich, als Schöpfung der Triebe.
Im Abschied verbleibt uns, Gedenken, zu Letzt.
Verscharrt liegt am Orte, der Tote, entrückt.


 
 
 © bild & text by: ChapTer Kronfeld

 
Erstellt für frapalymo-Projekt der @FrauPaulchen

 
 
 
 


29 November 2016

TANGIERT _frapalymo 29nov16

 
TANGIERT _frapalymo 29nov16
 
 
 
 
 
 
 
 
TANGIERT 
 

Im Augenblick der Selbstvergessenheit,
Unmerklich fleucht ein Dunkel durch den Raum.
Du bist allein, kein Andrer, weit und breit.
Doch du erspürst, das Haarkleid, ohne Saum.

Vorbei scheint alles, rascher als Real.
In dir Gewissheit steigt. Dies war ein Troll.
Er impfte dich. Wie schon so oft, loyal
Für eine Prosazeil', mit Dur und Moll. 

 
 
 © bild & text by: ChapTer Kronfeld

 
Erstellt für frapalymo-Projekt der @FrauPaulchen
 
 
 
 
 
 

28 November 2016

AURORA _frapalymo 28nov16

 

 
 
 
 
AURORA 

 
 Leben drängt Endlichkeit des immanenten Endes, 

Mit formidablem Willen,


Fortschreitend in die unverträglich' Überziehung.

 

Doch Ewigkeit,


Als unaufhaltsam Expansive Phase,


Drückt diesen Unbestand zur Seite.

 

Dadurch gewinnt,


Der Götter sieghaft Genesis.
 


  © bild & text by: HerrWortranken 
 
 Erstellt für frapalymo-Projekt der @FrauPaulchen
 
 
 
 
 
 


27 November 2016

TRAUMFRAKTAL _frapalymo 27nov16

 
 

 
 
TRAUMFRAKTAL 
 
Fühlbares Etwas wirkt den Raum.
Amorphes Nichts durchdringt den Geist.
Begrenzte Wachheit fördert Traum.
Grausliche Tiefe, schleunig kreißt.

Wucherndes Suchen übernimmt
Den Rest der Klarheit, im Moment,
Wenn Logik wie besoffen schwimmt
Und kein Gestade mehr erkennt.

Ein Seufzer, nach durchlebter Last,
Heimsucht jetzt diese gallig' Nacht.
Klärt Wahrheit von dem Traummorast.
Freudiger Morgen. Aufgewacht. 

  
 
   © bild & text by HerrWortranken          
     
  Erstellt für frapalymo-Projekt der @FrauPaulchen 



 
 
 


26 November 2016

BALLUNG _frapalymo 26nov16

 
 
BALLUNG  _frapalymo 26nov16
 
 
 
 
 
BALLUNG
 
Musik, bist Zeitenkürzerin.
Umgarne Ohrenbilder heut'.
Luftiger Klang, sei Rednerin
Für mein Gemüt. Wahrlich erfreut.

So saug ich auf, Kakophonie.
Emphatisch trab, dann durch den Tag
Und lass mich leiten von Magie,
Der lieblich' Lieder, die ich mag.



 
© bild & text by: ChapTer Kronfeld
 

 Erstellt für frapalymo-Projekt der@FrauPaulchen 


 


25 November 2016

GRÄTENBEIN _frapalymo 25nov16

 
 
 
GRÄTENBEIN  _frapalymo 25nov16
 
 
 
 
GRÄTENBEIN

Im Traum eines Traumes
plustern Gedanken
Grazile Fäden.

Zartes Säuseln vieler Bachläufe
Erfüllen die Wünsche des Schläfers,
In jener unaufmerksamen Zeit,
 Am Ende der zweiten Tageshälfte. 
  
 © bild & text by: ChapTer Kronfeld
 
 Erstellt für frapalymo-Projekt der @FrauPaulchen
 
 
 
 
 
 


24 November 2016

ACH _frapalymo 24nov16

 
 


 
 

ACH  
 
Wie
wie der
wieder
wie der holung
wiederholung
In nicht enden wollender stereotypie
ein holender
holender
hol ender
acht ender
neun ender
acht und neun
zig
neun und acht zig
zack
zick zack
im zick zack
abermals im zickzack
wiederholung
nochmals
neuerlich
wiederkehrend
erneut
abermals
ebenso
so
eben
flach
ach.
 
  
 
   © bild & ababpöm by: HerrWortranken   
 Erstellt für frapalymo-Projekt der @FrauPaulchen
 
 
 
 
 
 
 


23 November 2016

PERIODE (DIE OPER) _frapalymo 23nov16

 



PERIODE (DIE OPER)  _frapalymo 23nov16
 
 
 
 
 
PERIODE*
(DIE OPER)*
 Ein Pantum 

Nebel, Dünste, graue Flausen,
Grün der Lenzzeit, wirkt verborgen.
Die Gedanken sind zum Grausen.
Der Elan ist abgestorben.
 
Grün der Lenzzeit, wirkt verborgen.
Mond und Sonne zeigen Schatten.
Der Elan ist abgestorben.
Nur die Pärchen sich begatten.
 
Mond und Sonne zeigen Schatten.
Blätter schützen, Mensch', das Tier.
Nur die Pärchen sich begatten.
Zärtliches Lieben, heftig Gier.
 
Blätter schützen, Mensch', das Tier.
Die Gedanken sind zum Grausen.
Zärtliches Lieben, heftig Gier.
Nebel, Dünste, graue Flausen.
 


 
 
  © bild & 'pantum' by: HerrWortranken        

 Erstellt für frapalymo-Projekt der @FrauPaulchen
* Anagramm