12 August 2020

EXPOSÉ

 




EXPOSÉ 

 

Ein Pärchen tändelte zu dritt 

Es Schritt   

An fernem Ort 

Man hörte weitab zart Geschrei 

Im Mai 

Hörst du es – dort? 

 

Nun große Stille – überall – 

Ein Knall! 

Ich ahnte es. 

Tütata – schreit die Sirene – 

Szene – 

Heut gab‘s nur Stress. 

 

 

    © Bild & Nonsensgedicht by: HerrWortranken    


(Versmaß: 8 a - 2 a - 4 B - 8 c - 2 c - 4 B ) 




01 August 2020

FEUER







FEUER 
 
Hitze flimmert 
Abend wimmert 
Tageshitze glimmt versonnen 
 Tropfend Wangen 
Langsam drangen 
Manch‘ der schwarz bekleidet‘ Nonnen 
 
In die Kühle 
Auf Betstühle 
Um jetzt nach manch täglich Pflichten 
In Versenkung 
Und Ablenkung 
Laut im Chore flott zu dichten 
 
“Sei nur prunke 
Götterfunke 
Ohne Feuer gib uns Kälte 
Lass‘ uns gehen 
Zu Bergseen 
Um zu schlafen, dann im Zelte“ 



 
    © Bild & Nonsensgedicht by: HerrWortranken  






31 Juli 2020

ABADDON





ABADDON 
 
verbrannt der geist 
der frühen jugend 
freiheitlich‘ worte 
wehgeschrei 
wir hielten hoch, 
manch hehre tugend 
all‘ hofften 
völker werden frei 
 
nach etlich’ 
lebensabschnittsjahren 
rückt man 
vergangenheit heran 
man sieht zu jeder zeit 
barbaren 
alle kohorten 
ohne plan 
 



 
  © Bild &Text by: HerrWortranken 
 


27 Juli 2020

NACH(t)BAR







NACH(t)BAR 
 
Ein Zaun, 
Zwei Meter hoch, 
Drei Latten quer; 
Gebaut, 
Mit unermesslich Schweiß, 
Zur Wehr. 

Verhindert nun, 
Den Blick, 
Zu Nachbars Haus. 
Auch er siehts ein, 
Freundschaft – 
Endgültig aus. 
 
Die Kinder, 
Längst verstreut in aller Welt. 
Die Eltern hinterließen, 
Als Entgelt, 
Für ihrer Enkel Erbe – 
Haus und Grund. 
Die wussten nichts 
Von vordem Streit und Schund. 
  
Die Kindeskinder sind zurück – 
Am Zaun. 
Ein Jeder pflanzt nun einen Freundschaftsbaum. 
Sie reichen sich die Hand zum Friedensschluss 
An ihrer Nachtbar – 
Plötzlich – 
Fällt ein Schuss. 



  © Bild &Text by: HerrWortranken 





25 Juli 2020

CORONA(ver)ÄPP(el)











CORONA(ver)ÄPP(el)  
 
Des GROßEN BRUDERs Einsichtnahmen 
In uns’rer Smartphones, lautlos Wissen 
Führt hierzuland‘ zu Falschalarmen. 
Tun wir uns wehren, echt verbissen; 
Zu öffnen tiefes inn‘res Sein? 
Wir sagen zu den Schnüfflern – NEIN! 
 
Doch Google – nicht der Gugelhupf – 
Späht heimlich, mit manch maßlos Schlupf 
Im World Wide Web, für – “Enn-Ess-Ai“ – *.
Warum so leise, ohne Schrei 
Verhalten wir uns heutzutage 
Und akzeptieren – diese Lage? 
  
Sind wir heut‘ dumm, oder gefügig? 
Sind wir verblendet, gar zu gütig? 
Wir müssten grübeln – Hirn benutzen. 
Lasst niemals euch, 
Das Denken stutzen. 
   
 
 
  © Bild &Text by: HerrWortranken 

*) NSA 
 
 
 




18 Juli 2020

BEGLÜCKUNG






BEGLÜCKUNG 
 
Wenn die Bedingtheit, einer Nacht
Des Tagwerks Seele, bläht und lacht,
Bis Augenlider zärtlich zappeln
Und Blätterschwirren in den Pappeln
Des Lebens, Lieder belcantieren,
Dann lebst beseelt auf Freudesschlieren.
 
Vermerkst im Traum Realität,
Bis zur Sekunde, wenn‘s zu spät.
Noch schläft der Geist – Pupillen streiten
Sich mit Phantasten, die jetzt gleiten
Und dich auf zarten Flügeln bringen,
Zum Jauchzen und bejahend singen.




 
  © Bild &Text by: HerrWortranken 









06 Juli 2020

HOMMAGE






HOMMAGE 
 
Habtisch halt‘ ich jetzt in Händen 
Eins der Bilder, von den Wänden 
Meiner Wohnung und betrachte 
Voller Wonne und auch sachte 
Dieses Bildnis der Marina. 
Ob’s gemalt ist, alla prima? 
Kleiber Susann‘ hat’s gestaltet 
’s kam per Post, ganz ungefaltet. 
Sicher, hinter Glas mit Rahmen, 
Zeigt es lebenssinnig Dramen. 
Hölle, Himmel und die Erde 
Künden Dasein, in der Herde. 
Kantig, zärtlich, sanft ergeben 
Fördert Kunst, diesseitig Leben. 
 Pein, als Form der Schmerzerfahrung; 
Seelenwunden, geistig Nahrung. 
Jedes künstlerische Schaffen 
Nur für Menschen – nie für Laffen. 
  

   © Bild &Text by: HerrWortranken   








  
 

28 Juni 2020

ABENDGEBET EINES 45ten PRÄSIDENTEN









ABENDGEBET EINES 45ten PRÄSIDENTEN 
ursprünglicher Autor: Unbekannt (Mittelalter)

Heut' aus dem Antropozän 
 
Abends wenn wir schlafen gehn, 
Vierzehn Waffen bei mir stehn, 
Zwey für Rechts und Ordnung, 
Zwey in meinen Augen, 
Zwey an meinen Schläfen, 
Zwey an meinen Lenden, 
Zwey in meinen Händen, 
Zwey die mich erwecken, 
Zwey die mich dann strecken 
Und befördern in die Höll. 
 
 
  © Bild &Text* by: HerrWortranken   
 


*nach dem Text aus; "Des Knaben Wunderhorn" 
  Abendgebet: "Abends, wenn ich schlafen geh [...]"







09 Juni 2020

STILLE




Bild bearbeitet nach einem Foto



STILLE 

Hinterm Lorbeerstrauch, wie Hünen, 
Sitz ich in der Sonne Schatten. 
Mir im Blickfeld – keine Dünen. 
Vor mir nur die alten Latten, 
Meiner Vorfahr, Gartenzäune; 
Abgeblättert‘ farbig Schichten; 
Stehen krumm, wie wirre Träume. 
Inspirieren mich – zu dichten. 

Find‘ die Worte, in den Krumen, 
Durch entrückten Blick, zum Boden. 
Inspiriert durch scheckig‘ Blumen; 
Wechsle Reime, so, wie Moden. 
Wend‘ die Augen dann – gen Himmel. 
Ohne Fixpunkt, Ferne fahnden. 
Seh‘ in Wolken einen Schimmel 
Und mein Geist beginnt – zu ahnen. 

Schnell den Stift, doch ohne Eile. 
Auch ein Reimwort wird gefunden. 
Rasch geschrieben ist die Zeile.
Schreibblockade – überwunden. 

Denke an George Floyd den Toten. 
Atme Luft – tief in die Lungen. 
Spür‘ im Hals – so was wie’n Knoten. 
Herz schreit mit Millionen Zungen. 



   © Bild bearbeitet nach einem Foto & Text by: HerrWortranken  





01 Juni 2020

VITA






VITA 

Mittig Sommer – randlos Dünste, 
Graugebleichtes Tageslicht. 
Sublimierte, farbig Künste, 
Schnell vergessen ist die Pflicht. 

Sehnend brauch‘ ich nicht zu warten, 
Auf des Wortes Geistesblitz. 
Schreib‘ im Hause, oder Garten 
Freudig Sätze – oftmals spitz. 

Trotzdem bleibe, treu mir immer, 
Selbst, wenn vieles subjektiv. 
Der Gedanken Worteschimmer; 
Kunst benutzt, qua Korrektiv. 





  © Bild &Text by: HerrWortranken   






25 Mai 2020

R.I.P.






R.I.P. 
George Floyd 
  
0‘01“ 0‘02“ 0‘03“ 0‘04“ 0‘05“ 0‘06“ 0‘07“ 0‘08“ 0‘09“ 0‘10“
0‘11“ 0’12“ 0’13“ 0’14“ 0’15“ 0’16“ 0’17“ 0’18“ 0’19“ 0’20“
0’21“ 0’22“ 0’23“ 0’24“ 0’25“ 0’26“ 0’27“ 0’28“ 0’29“ 0’30“
0’31“ 0’32“ 0’33“ 0’34“ 0’35“ 0’36“ 0’37“ 0’38“ 0’39“ 0’40“
0’41“ 0’42“ 0’43“ 0’44“ 0’45“ 0’46“ 0’47“ 0’48“ 0’49“ 0’50“  
0’51“ 0’52“ 0’53“ 0’54“ 0’55“ 0’56“ 0’57“ 0’58“ 0’59“ 1’00“ 
1’01“ 1‘02“ 1‘03“ 1‘04“ 1‘05“ 1‘06“ 1‘07“ 1‘08“ 1‘09“ 1‘10“
1‘11“ 1’12“ 1’13“ 1’14“ 1’15“ 1’16“ 1’17“ 1’18“ 1’19“ 0’20“
1’21“ 1’22“ 1’23“ 1’24“ 1’25“ 1’26“ 1’27“ 1’28“ 1’29“ 0’30“
1’31“ 1’32“ 1’33“ 1’34“ 1’35“ 1’36“ 1’37“ 1’38“ 1’39“ 0’40“
1’41“ 1’42“ 1’43“ 1’44“ 1’45“ 1’46“ 1’47“ 1’48“ 1’49“ 0’50“  
1’51“ 1’52“ 1’53“ 1’54“ 1’55“ 1’56“ 1’57“ 1’58“ 1’59“ 2’00“ 
2’01“ 2‘02“ 2‘03“ 2‘04“ 2‘05“ 2‘06“ 2‘07“ 2‘08“ 2‘09“ 2‘10“
2‘11“ 2’12“ 2’13“ 2’14“ 2’15“ 2’16“ 2’17“ 2’18“ 2’19“ 0’20“
2’21“ 2’22“ 2’23“ 2’24“ 2’25“ 2’26“ 2’27“ 2’28“ 2’29“ 0’30“
2’31“ 2’32“ 2’33“ 2’34“ 2’35“ 2’36“ 2’37“ 2’38“ 2’39“ 0’40“
2’41“ 2’42“ 2’43“ 2’44“ 2’45“ 2’46“ 2’47“ 2’48“ 2’49“ 0’50“  
2’51“ 2’52“ 2’53“ 2’54“ 2’55“ 2’56“ 2’57“ 2’58“ 2’59“ 3’00“ 
3’01“ 3‘02“ 3‘03“ 3‘04“ 3‘05“ 3‘06“ 3‘07“ 3‘08“ 3‘09“ 3‘10“
3‘11“ 3’12“ 3’13“ 3’14“ 3’15“ 3’16“ 3’17“ 3’18“ 3’19“ 3’20“
3’21“ 3’22“ 3’23“ 3’24“ 3’25“ 3’26“ 3’27“ 3’28“ 3’29“ 3’30“
3’31“ 3’32“ 3’33“ 3’34“ 3’35“ 3’36“ 3’37“ 3’38“ 3’39“ 3’40“
3’41“ 3’42“ 3’43“ 3’44“ 3’45“ 3’46“ 3’47“ 3’48“ 3’49“ 3’50“
3’51“ 3’52“ 3’53“ 3’54“ 3’55“ 3’56“ 3’57“ 3’58“ 3’59“ 4’00“ 
4’01“ 4‘02“ 4‘03“ 4‘04“ 4‘05“ 4‘06“ 3‘07“ 4‘08“ 4‘09“ 4‘10“
4‘11“ 4’12“ 4’13“ 4’14“ 4’15“ 4’16“ 3’17“ 4’18“ 4’19“ 4’20“
4’21“ 4’22“ 4’23“ 4’24“ 4’25“ 4’26“ 3’27“ 4’28“ 4’29“ 4’30“
4’31“ 4’32“ 4’33“ 4’34“ 4’35“ 4’36“ 3’37“ 4’38“ 4’39“ 4’40“
4’41“ 4’42“ 4’43“ 4’44“ 4’45“ 4’46“ 3’47“ 4’48“ 4’49“ 4’50“
4’51“ 4’52“ 4’53“ 4’54“ 4’55“ 4’56“ 3’57“ 4’58“ 4’59“ 5’00“ 
5’01“ 5‘02“ 5‘03“ 5‘04“ 5‘05“ 5‘06“ 5‘07“ 5‘08“ 5‘09“ 5‘10“
5‘11“ 5’12“ 5’13“ 5’14“ 5’15“ 5’16“ 5’17“ 5’18“ 5’19“ 5’20“
5’21“ 5’22“ 5’23“ 5’24“ 5’25“ 5’26“ 5’27“ 5’28“ 5’29“ 5’30“
5’31“ 5’32“ 5’33“ 5’34“ 5’35“ 5’36“ 5’37“ 5’38“ 5’39“ 5’40“
5’41“ 5’42“ 5’43“ 5’44“ 5’45“ 5’46“ 5’47“ 5’48“ 5’49“ 5’50“
5’51“ 5’52“ 5’53“ 5’54“ 5’55“ 5’56“ 5’57“ 5’58“ 5’59“ 6’00“ 
6’01“ 6‘02“ 6‘03“ 6‘04“ 6‘05“ 6‘06“ 6‘07“ 6‘08“ 6‘09“ 6‘10“
6‘11“ 6’12“ 6’13“ 6’14“ 6’15“ 6’16“ 6’17“ 6’18“ 6’19“ 6’20“
6’21“ 6’22“ 6’23“ 6’24“ 6’25“ 6’26“ 6’27“ 6’28“ 6’29“ 6‘30“
6’31“ 6’32“ 6’33“ 6’34“ 6’35“ 6’36“ 6’37“ 6’38“ 6’39“ 6’40“
6’41“ 6’42“ 6’43“ 6’44“ 6’45“ 6’46“ 6’47“ 6’48“ 6’49“ 6’50“
6’51“ 6’52“ 6’53“ 6’54“ 6’55“ 6’56“ 6’57“ 6’58“ 6’59“ 7’00“ 
7’01“ 7‘02“ 7‘03“ 7‘04“ 7‘05“ 7‘06“ 7‘07“ 7‘08“ 7‘09“ 7‘10“
7‘11“ 7’12“ 7’13“ 7’14“ 7’15“ 7’16“ 7’17“ 7’18“ 7’19“ 7’20“
7’21“ 7’22“ 7’23“ 7’24“ 7’25“ 7’26“ 7’27“ 7’28“ 7’29“ 7’30“
7’31“ 7’32“ 7’33“ 7’34“ 7’35“ 7’36“ 7’37“ 7’38“ 7’39“ 7’40“
7’41“ 7’42“ 7’43“ 7’44“ 7’45“ 7’46“ 7’47“ 7’48“ 7’49“ 7’50“
7’51“ 7’52“ 7’53“ 7’54“ 7’55“ 7’56“ 7’57“ 7’58“ 7’59“ 8’00“ 
8’01“ 8‘02“ 8‘03“ 8‘04“ 8‘05“ 8‘06“ 8‘07“ 8‘08“ 8‘09“ 8‘10“
8‘11“ 8’12“ 8’13“ 8’14“ 8’15“ 8’16“ 8’17“ 8’18“ 8’19“ 8’20“
8’21“ 8’22“ 8’23“ 8’24“ 8’25“ 8’26“ 8’27“ 8’28“ 8’29“ 8’30“
8’31“ 8’32“ 8’33“ 8’34“ 8’35“ 8’36“ 8’37“ 8’38“ 8’39“ 8’40“
8’41“ 8’42“ 8’43“ 8’44“ 8’45“ 8’46“




  © Bild & Text by: HerrWortranken  




09 Mai 2020

LAKTIEREN

LyriMo 30.april2020



LAKTIEREN 
(Lyrimo Impuls „Lichblicke“-30 April 2020) 

Ein Leuchten deiner Augen 
Erfreut mich wie das Saugen 
An deiner Brüste Spitzen, 
Wenn Leibestropfen blitzen. 

Umarmen uns mit Wonne. 
Wir spüren dann die Sonne 
In unser beider Herzen. 
Vergessen Tagesschmerzen. 

Seligkeit und Glücksgefühl 
Um uns, in uns ist es schwühl. 
 Auch in klirrend Kälte dann 
Stark – die Liebe, nie zerrann. 


  © Bild &Text by: HerrWortranken  





01 Mai 2020

WESENSMERKMAL






WESENSMERKMAL 


Überlegend und versonnen. 
Rote Fäden die gesponnen. 
Wörter, Sätze in der Reihe – 
Holprig Duktus, wenn der Laie 
Greift zu Bleistift, Federhalter, 
Werden’s meistens keine Psalter. 

Er bekritzelt die Papiere. 
Schnaubt gern, prustet, wie manch‘ Tiere, 
Wenn Kritik an seinen Zeilen 
Mag er flüchten, nicht mehr weilen. 
Schreiber bleib bei deinem Können 
Dann wird man Erfolg dir gönnen. 


  © Bild &Text by: HerrWortranken  








VERMÖGEN


LyriMo 28.april2020





 VERMÖGEN
(Lyrimo Impuls „Möglichkeit“) 

Er beseligte die Theke 
Jeden zweiten Wochentag. 
Schwadronierte wie ‘ne Ziege; 
Inhaltlich war es nur Quark. 

Zahlte zahlreich Bacchanale. 
Freunde waren keine dort. 
Leer war auch das Zerebrale 
Und verworren jedes Wort. 

Härmend geht er heut‘ zur Schänke. 
Jeden zweiten Wochentag. 
Glaubt jetzt – er vergisst all‘ Ränke; 
Seines Lebens Müh‘ und Plag‘. 

Doch das Alter hat ergriffen, 
Ihn, mit lebensnaher Tat. 
Nun als Schmerzpatient mit Kiffen. 
Dasein, er vermisst dein' Rat. 



  © Bild &Text by: HerrWortranken 





29 April 2020

LyriMo 26-27.april2020




LyriMo 26-27.april2020 





die nacht 
ganz sacht – 
schleicht sich 
für dich – 
sie weckt 
versteckt 
ganz tief 
den mief 
des lichts – 
sonst nichts. 





Nur die Orte 
Ohne Worte 
Sehnen täglich 
Fast unsäglich 
Satzgebilde; 
Worte, milde, 
Die man sagte 
Und auch fragte. 
Mit dem Auge 
Gierig saugte 
Bis zum Ende. 
Rundum Wände. 
Die erhaben 
Wünsche laben 
Um zu denken 
Gott wird lenken. 
Jetzt die Stille 
Sei mein Wille. 


  © ababpöme / Texte by: HerrWortranken 




24 April 2020

LyriMo 22-25.april2020



LyriMo 22-25.april2020 


ODEM 
(impuls-22 April 2020) 
die luft
als duft 
sie zerrt 
und plärrt 
stürmt oft 
auch soft 
wirkt kalt 
ohn‘ halt 
 knickt um 
dann bum 
stirn weiß 
 angstschweiß 


FEIER 
(impuls-23 April 2020) 
da stehen vier 
trinken viel bier 
dazu auch Schnaps 
ölig wie raps 
läuft es hinunter 
 jetzt wirds bunter 
wortwahl verliert 
jeder blamiert 
alle vomieren 
augen stieren 
auf die flecken 
und erschrecken 


TRANCE 
(impuls-24 April 2020) 
die augen schließen matt 
und nächtens in der stadt 
verliert die helligkeit 
ihr sonnen hochzeitskleid 


OMINÖS 
(impuls-25 April 2020) 
ein schrei durchwogt der ruhe friedlichkeit 
wirkt auf den hörenden wie ewigkeit 
tyrannisiert gedankenüberdruss 
entflieht der wirklichkeit durch zungenkuss 



  © ababpöme / Texte by: HerrWortranken 


21 April 2020

HAUCH



HAUCH 

Ein Vögelein, so winzig klein, 
Traf einen Zeichner in der Stadt. 
Es bat ihn – „Liebes Künstlerlein, 
Mal‘ mich ganz riesig auf dein Blatt. 
So möcht ich ausseh‘n, alle Zeit 
Und mächtig brausen durch die Luft. 
Mit riesen Schwingen – fliegen weit, 
Damit die Kleinheit, schnell verpufft“. 

Der Maler tat, wie ihm gesagt. 
Nahm Tusche, Feder – auch Papier 
Und porträtiert nun unverzagt. 
 Der Vogel unruhig, schaut mit Gier 
Nach seinem werdend‘ Ebenbild. 
Und als es fertig, dieses Werk, 
Schaut unser Vöglein nicht mehr mild. 
Schrill piept es, „Nein – ich bin kein Zwerg“ 

„Heh Künstler, mal‘ mich flott und fein. 
Als Sterngigant will ich mich seh‘n, 
Auch wenn die Leinwand viel zu klein, 
Doch zeichne riesig, meine Zeh’n“. 
Ein neues Abbild wird gebaut. 
Zu sehen jetzt – ein Riesen Zeh. 
Als dies des Vögleins Auge schaut, 
Der Maler jäh – wandelt, zur Fee. 

Die Fee kann zaubern; ist doch klar, 
Sonst würden keine Märchen wahr. 
Das lernte flott das Vögelein. 
Es flog davon – ohn‘ Kopf und Bein. 
Jetzt schwebt und dümpelt nur ein Zeh 
Am Firmament – und auf der See. 
Und eine Lehr‘ aus der Vision 
Passiere nie den Rubikon.




© Bild & Text by: HerrWortranken 







20 April 2020

CHARON










CHARON 
  
Richte auf, all‘ dein Begehren. 
Sei besessen von dem Glück, 
Das dir dünkt von blühend‘ Sphären, 
Von der Freiheit, die zurück. 

Unsre Erde staubt, verdorrend. 
Wolkentränen – war einmal. 
Klima kippt, wird menschenmordend; 
Hirne brennen – alles kahl. 

Die Natur wird weiter leben 
Und mit ihr auch das Getier. 
Hast verwirkt durch all dein Streben; 
Sein, als Erdenpassagier. 




  © Bild & Text by: HerrWortranken 







19 April 2020

LyriMo 15-19_april_2020



LyriMo 15-19_april_2020 




morgen
 augen 
schlieren 
fühlen 
scharfsicht
soll ich 
schlurfen 
wasser 
frühstück 
bettlagernd 
abend 
nochmal 
corona 
und mehr 
  



die liebe ist bedachtsam 
die liebenden nicht immer 
nur wenn sie beide achtsam 
dann gehts auch ohne zimmer




  
Frau Dings hat es! Haben sie’s gewusst? 
Ebenfalls der – von gegenüber. 
Der Dings ist doch gar nicht so robust.
 Die Augen werden immer trüber.





 zuerst ein wind 
meist sehr geschwind 
es zuckt und blitzt 
Frisur noch sitzt 
  




Ohho wiek 
Ohh wieku 
Oh wiekur 
O wiekurz 
Furz 




   © ababpöme / Texte by: HerrWortranken