26 November 2020
KAUTION
25 November 2020
MISSINGSCH
MISSINGSCH
Mundart ist Kunst des Mundes.
Die Art des Mundes – manchmal offen
Versprüht dann Eckiges, auch Rundes,
Wobei die Hörenden dann hoffen,
Dass sie verstehen Wort und Sinn,
Auch wenn Bewegung fehlt, dem Kinn.
Vermögen hat, gleichfalls, wer arm
An Bildung, oder Portmonee.
Vermögen zählt zum Eignungskram
Der Menschen ungeplant Idee.
Lasst leiten euch von der Agogik.
Schreibt freudig heut im Dialekt
Und zeiget frei nun eure Logik
Auf das dies allen, dann auch schmeckt.
24 November 2020
SCHARTEKE KLADDE
Seit siebzehnhundert NochwasSteht spinnenfädend dort,Das dunkle EinkochglasVergessen in dem HortIn dem es Wohlfühl harrte.~ ~ ~Im Innern dieses InnenGeheinnisvoll' GenießenWer's ahntLiest sonnenglänzend ZinnenUnd findet zwischen BiesenIn uralt Zeichen – ein Kochrezept
23 November 2020
SZENARIO
SZENARIO
Ein Korpus – ungeklärt welch' Art
Im Blickfeld meiner Augen, zart
Fragt mich, durch seine Existenz
Wer Sieger – wer hat Resistenz
Fass dies' nicht an, so mahnt mein Sinn
Ist drin ein Katzensarg aus Zinn
Oder 'was Schlimm'res, das dann knallt
Oh Gott – wie's mir im Kopf, nun wallt
Nein nein, ich lass' es dort, wo's steht
Vielleicht ist's chemisch und es bläht
Mag sein – im Innern lebt die Katze
Von Schrödinger – horch – die Tatze
© Bild-Animatin & Text by: HerrWortranken
* angeregt durch lyrimo-impuls
22 November 2020
SCHIEF
SCHIEF
Vor einer Summe harrt Erwartung
Jedoch bei Menschenmassen – Achtung
Sieht man wer querdenkt steht in Menge
Im Block der dissonanten Klänge
Jenseitig Wahn der Transzendenz
Verrechnet vielen die Sentenz
Entflammte Trunkenheit des Ziel's
Bleibst lächerlich Figur des Spiel's
© Bild & Text by: HerrWortranken
21 November 2020
VERLANGEN
VERLANGEN
Verloren in der Welt der Hetze
Gefangener, im Zwang der Wahrheit
Bringt Farben in die Sätze
Die Sehnsucht nach mehr Offenheit
Gefangener, im Zwang der Wahrheit
Des Lügners Gegner – jeglicher Aporie
Die Sehnsucht nach mehr Offenheit
Leben – vor aller Agonie
Des Lügners Gegner – jeglicher Aporie
Glorioser Zukunftsglaube
Leben – vor aller Agonie
Beschützt – unter der Götter Haube
Glorioser Zukunftsglaube
Bringt Farben in die Sätze
Beschützt – unter der Götter Haube
Verloren in der Welt der Hetze
© Bild & Text by: HerrWortranken
* angeregt durch lyrimo-impuls
20 November 2020
ANACHRONISMUS
ANACHRONISMUS
sag an mein herz
wo ist der schmerz
der in mir brennt
ich spür ihn kaum
die lieb – sie pennt
nicht nur im traum
auch jetzt spür ich
sie liebt mich nicht
© Bild & Text by: HerrWortranken
* angeregt durch lyrimo-impuls
19 November 2020
ERDICHTUNG
(ein Triolett)
Lyrimo mag ich alle Jahre,
Phantasmagorisches als Märchen.
Ein Satz kann's sein – ich rauf' die Haare.
Lyrimo mag ich alle Jahre,
Die Worte, wie auf einer Schnur.
Schreib nieder sie im Staub der Lärchen.
Lyrimo mag ich alle Jahre,
Phantasmagorisches als Märchen.
© Bild & Text by: HerrWortranken
* angeregt durch lyrimo-impuls
18 November 2020
MUSKELTREIBLING
manch einer hat ein fahrrad heute
der eine hats im keller stehn
der andere trägt's auf seiner nase
für manche scheint es fette beute,
wenn unverschlossen, sie eins sehn
© Bild & Text by: HerrWortranken
* angeregt durch lyrimo-impuls
17 November 2020
HEUTE.IST.DER.WOCHENTAG.EIN.DIENSTAG
HEUTE.IST.DER.WOCHENTAG.EIN.DIENSTAG
ein Ababpöm-Silben-Akrostichon
HEU_lend zieht er durch sein Stadtteil
TE_ilbewaffnet – schwenkt den Giftpfeil
IST betrübt, weil er den Bogen
DER_er, die ihn heut' betrogen
WOCH_entags nicht finden kann.
EN_täuschung pur –bei diesem Mann
TAG_s zuvor war alles besser
EIN_igkeit ging ohne Messer
DIENS_beflissen dann beim Essen
TAG_s darauf – alles vergessen.
© Bild & ababpöm-silben-akrostichon by: HerrWortranken
* angeregt durch lyrimo-impuls
16 November 2020
PNEU
Schulter – defekt und kein Profil
So hängt er rum – im Kopf debil
Rundum verschlissen zeigt er sich
Sein schmutzig Auseh'n – widerlich
Früher war er Star der Leute
Viele wollten ihn als Beute
Seine Laufleistung vergessen
Heute träumt er von Fachmessen
Glaubt ihr Leser, dieser Zeilen
Irgendetwas könnt ihn heilen
Nein sag' ich – es hilft Verbrennung
Auf zum Wertstoffhof – dann Trennung
© Bild & Text by: HerrWortranken
15 November 2020
SINNEN
14 November 2020
SUMMASUMMARUM
SUMMASUMMARUM
Wir sitzen schreibend Seit‘ an Seit‘
Auf Abstand dichtend, nicht sehr weit
Mit uns’rem Schreibbedürfnis
Wieso heut‘ dies‘ Zerwürfnis?
Es war doch nur ein Tweet
Indem ich vielen riet
Und viele Leute kränkte
Als ich mich stark verrenkte
mit meinen heilig zornig Worten
© Bild & Text by: HerrWortranken
* angeregt durch lyrimo-impuls
13 November 2020
PARTIZIPATION_SARS-CoV-2.
PARTIZIPATION_SARS-CoV-2.
die liebe so bist die sprache
ich versiegte immerfort
wir nach bild das jammerkleid
uns mehr tagkraft schwächte ein oft
im leidenschaft der forschen standen wir ohne jahr
nur großes lebensgefühl rang aus dich leiden
kopf der ganzes wird tiefen ein
dem hat kann sehr mir hehren
erst er herzensgrund verstört
im dann großen deinem dein
wir lechzt und suhlten liebe
hält ehrliche leben das zweifelnd sehnsuchtmund
darf ganz lang verwehren
der es gebracht auf mit gefühl dann nichts denkt lang
dem partnerschaft quält uns der hunger höchsten selbstmitleid
viel tiefer zeigen massig klammerung
ein doch liebe – dein oft hiebe meinen einzig suche
© Bild & ababpöm by: HerrWortranken
* angeregt durch lyrimo-impuls
12 November 2020
LUXIERT
LUXIERT
wenn HEXEN SCHIEßEN dann SPALTEN TÜREN
und HOCKER BAR des FUßES, TRETEN
wenn EISEN BÜGELT mit allüren
dann RÄUME ich, den SCHANK, auf feten
und TASTE die KLAVIERE festlich
damit die SCHEIBEN TÖPFERN restlich
auch KLAMMERE ich das BÜRO heute
mit pinsel, FLECKE ich des FETTES beute
11 November 2020
DREIEINS
DREIEINS
draußen vor
doch
hinterm tor
am
fensterglas
sitzt
alles was
ihm
wert und lieb
hat
auf anhieb
freud‘
bereitet
als
er freitet
und
sie liebet
tags
und nächtens
so
ist’s rechtens
© Bild & Trisyllabus-Text by: HerrWortranken
SINTEMALEN
SINTEMALEN
Es war Walde. Denn diesen Wald der Furcht erneut.
So zu künden, will sagen. So Weg verlassen.
Bekleidet schon zeigt angedauert die Nacht erschöpftem Meer.
Flut zurückblickt. So wandte dunkle Talschlucht.
Die keinen gerastet setzt‘ ich ednemamrutsreuef Fuss.
Behende das Untier nimmer mich wandte.
Sternen die schönen buntgeflecktem Felle.
Nicht geringer, der mich Hunger kam.
Fürchten schien ihrer Magerkeit ihr ausging.
So hoffte und wie bringet in seinem friedelosen Sonne,
Schweiget ednemamrutsreuef Gestalt. Doch, als ging mir Hügels.
Der den erblickte rief ein Schatten lebender Eltern.
Auch spät Lügengötter ehrte ein Dichter.
Kam, als kehrst du. Wesbalb Freude. So bist entfließet.
Entgegnet andren Dichter.
Mein Empfehlung bist Schöne. Schreibart errette mich.
Erbeben willst du weinen? Musst Klage gestattet.
Niemand ihn getötet. Bösgeartet sättigt.
Und nach sich gattet Land und Tugend.
Daheim ist das ednemamrutsreuef verblutet.
Von Hölle, wo ew’ge Räume schmerzgebrochnen Flammen.
Zufrieden hofften ich dahin. Dich Kaiser will man Weltenall.
Ednemamrutsreuef gesegnet, ich beschwöre.
Jenem Unheil fliehe. Ich sehe jene ednemamrutsreuef Schritte.
© Bild & ababpöm by: HerrWortranken
* angeregt durch lyrimo-impuls
10 November 2020
’s_ist
’s_ist
fa_TAL ist’s Leben, heute UNTEN
kein PARADIES für j_EDEN
für Lesben, alle Homos, Tunten
DENK_MAL daran, es ist ein LEBE_n
© Bild & ababpöm by: HerrWortranken
* angeregt durch lyrimo-impuls
08 November 2020
DURCHZUG
DURCHZUG
gefangen von der freiheit
gefesselt‘ schritt
des satzes
entfernt vom rand
nur haarbreit
warst ausgegrenzt
des platzes
auf dem du wohntest
lebenslang
an dem du lerntest
deinen gang
aufrecht zu gehen
alle tage
zu hinterfragen
jede lage
stark bist gebleiben
wohnungslos
doch erdverbunden
wie kronos
lebst immerfort
auch wenn einmal
erinnerung an dich
wird schmal
07 November 2020
HADER
„Mir ist es heute gar nicht kalt.“
Die Tür steht offen, nur ein Spalt.
Sie schreit hysterisch. Jedoch er cool:
„Mir ist es heute gar nicht kalt.“
„Mach zu das Loch, mir ist arschkalt.“
Brüllt sie zurück, doch er gemach von seinem Stuhl:
„Mir ist es heute gar nicht kalt
Die Tür steht offen, nur ein Spalt.“
© Bild & Rondell-Text by: HerrWortranken
* angeregt durch lyrimo-impuls
06 November 2020
EINSICHT
Lass‘ uns träumen
In den Räumen
selt’ner Fluchten
Und befruchten
Unser Sehnen
Innig beide
An uns lehnen
Wie in Seide
Nur dann löset
Alle Schwärze
Eingebettet
Tief im Herze
Jeden Krümmel
Im Getümmel
Der sich lästig
Hat verfestigt
05 November 2020
WETTER
„es ist frost angesagt“
säuselte die wetterfee
jemand hatte nachgefragt
antwort
es gibt noch viel schnee
morgen wärmer und viel regen
dichtes schuhwerk auf den wegen
sollte frau, mann, kind, jetzt tragen
ihr könnt mich noch weiter fragen
über isobarenkarten
oder
wann wird sommer starten
wenn ihr knipst ein schönes bild
seht adresse auf dem schild
dorthin schickt ihrs
aber flott
siegerpreis wird sein ein pott
den bekommt ihr freitags dann
von dem moma wettermann
04 November 2020
TRIGGERN
Schau ich, in diese Lade rein
Fällt vieles mir von früher ein
So find‘ ich längst vergess’nen Tand
Aus Kindertagen – erster Hand
Was hab ich damals lang‘ gespart
Zu jedem Namenstag, apart
Bedankte mich, bei Onkel – Tante
Wenn fünfzig Pfennig mir geschenkt
Und Jahr für Jahr das Ziel ich plante
Geld für ein Schuco – ferngelenkt
Mal gab es fünfzig – das war viel
Doch häufiger nur zwanzig Pfennig
So wurd‘ es länger bis zum Ziel
Das Sparen dann – höchst zeitaufwendig
Fünf Mark als Schein – liegt zwischen Broschen
Mein Opa tauschte ihn mir ein
Für ’ne Papiertüt‘ voller Groschen –
Jetzt schmunz‘le ich – bei einem Wein
URIAN
!B
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| (c) gif by @HerrWortranken |
! aktuell geändert: Nov 07. 2020 !
! aktuell geändert: Jan 20. 2021 !
URIAN *
03 November 2020
MÄR
MÄR
der puls der zeit
immer direkt
niemals sehr weit
echoeffekt
fake-news zur nacht
täuschung am tag
menschen gebt acht
lügen sind blag‘
mann oder frau
dich mein‘ ich – du
lese genau
lasst keine zu
märchen ohn‘ sinn
höre auch hin
niemals duldsam –
bleibe achtsam
02 November 2020
umbruch
amerikanischer vulkan
zeitenwende in amerika
der blondgefärbte soll verschwinden
hoffnung
* angeregt durch lyrimo-impuls


























