ERDMONDMUND
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| VIER JAHRESZEITEN |
Der Unternächte, zwölf wilde Gesellen
Preschen heran, aus den mystischen Weiten
Von sphärisch' Gestaden – als brausend' Wellen
Zerstückeln sie Lüfte im Flug und gleiten
Zu der Staubgeborenen, Lebensbahnen.
Sie zu nasführen und prüfen überall.
Sich präsentieren in Spielen und Dramen
Und sie ängstigen mit schaurig' Horror Schwall.
Unbemerkt preschen sie durch allen Besitz.
Dienend der Sonne – verbandelt mit Mithras.
Dies' man sich kündet – so sagt man – wär' kein Witz.
Hänget nichts Nasses – nicht vor, noch hinter Glas.
Sollten sich zwölf Wilde, darin verfangen
Nehmen sie Leinzeug und die Fäden mit fort.
Übers Jahr, wirst'd nach dem Leben verlangen;
Wird nur nichts nützen – liegst an nasskaltem Ort.
So sei dir geraten, von alter Zeit her,
Dann fühlst du dein Leben – gar leichter – nicht schwer.
Wisse – Überlieferungen, sind gut.
Oft stärken sie Denkart und Lebensmut.
© Bild & Ballade by: HerrWortranken
EXLIBRIS
Ein Zeichen
Aus fantastischen Gefilden
Heute ich verspürt
Es war mir
Befremdlich im Kopfe zumut'
Die Kehle geschnürt
Was war das
Umfassendes Klammern – Am Herz
Versagt mir die Luft
Ich lechzte
Höre Klangfolgen und Stimmen
Es kam aus der Gruft
Sphäre – Pein
Himmel und Hölle – Einigkeit
Neue Erkenntnis
Ich bin es
Selbst Artemis erfolglos jagt
Endlich Exlibris
© Bild & Text by: HerrWortranken
STARRE
lasst uns reden
über leben
leben lassen
leben hassen
covid winter
schlimmer sprinter
kam zu eilig
ist nicht heilig
heut zum feste
ohne gäste
lasst uns feiern
's ist zum reihern
wir sind stärker
niemals kerker
sind zu hause
machen pause
lassen impfen
ohne schimpfen
(frau mit kind und mann
sind dann besser d'ran)
© Bild & Tetrasyllabus by: HerrWortranken
||: Da – da – da daaaa :||
Wer pochet da
Ist's ein Appel –
Klingt leis' und grell
In meinem Ohr
Riech' nur Odor
Tod – bist du es
Du machst mir Stress
Mein Herz schwingt Vier
Aber
s'ist meine Fünft
Noten sind Zier
Notunterkünft'
So leb' ich heut'
Hab' nichts bereut
||: Da – da – da daaaa :||
© Bild & *ababpöm by: HerrWortranken
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nig_RAPORT_a
man ging
flanierend
vor sich hin
Im kopf nur freude
auf der sim*
mit kind und frau
in freundes arm
genoss geseh'nes
mittig im schwarm
der nachbarn und der namenlosen
die präsentierten in manch posen
und in gekonnten posituren
die straß' belebt
mit einkaufstouren
es war wie immer
dacht' nichts arges
zu dieser hellen zeit am mittag
niemals an grauen – tod des tages
nicht mal an horror, nicht an anschlag
gefangen
zwischen shop fassaden
schreie
ums nackte überleben
ein mordfahrzeug
auf zickzack pfaden
tote –
verletzte –
trauer –
beben –
© Bild & Text by: HerrWortranken
*)Simeonstraße in Trier (Flaniermeile)
MANIER
ich kann nichts sehen
halt' mich fern
verleugne schlechtes
seh' den stern
den du vermutest
hinterm dunst
das ist mein leben
hohe kunst
die mir gegeben
schicksalsgral
aus dem ich labe
gold – oral
© Bild & Text by: HerrWortranken
* angeregt durch lyrimo-impuls
SEILSCHAFT
Verdrillt, verzwirbelt und verbandelt
Verklebt, verpflichtend Satz verhandelt
Verfangen dann im Netz der Handlung
Verliert man Boden – dann meist Wandlung
Unsicherheit – ? – tat ich das Faire
Will ziehen flott, daraus die Lehre
Ohn' Klüngel ist man unabhängig
Bleib treu dir Mensch – dann bist
Anständig
© Bild & Text by: HerrWortranken
* angeregt durch lyrimo-impuls
Klein und eckig dieses Gizmo,
Heutzutage überall.
Nutzt es uns für täglich Info.
Spannungslos – ist's nur Verfall
In der gegenwärtig' Hektik.
Was wär' weltweites, Kontakten.
Funktioniert, rein mit Elektrik;
Brauchen es zum schnellen takten.
Was kann's sein, das winzig Ding.
Bist der Lösung schon ganz nahe.
Wird genutzt als praktisch Ping,
Oder – zeigt dein Kopf 'ne Brache.
Seit siebzehnhundert NochwasSteht spinnenfädend dort,Das dunkle EinkochglasVergessen in dem HortIn dem es Wohlfühl harrte.~ ~ ~Im Innern dieses InnenGeheinnisvoll' GenießenWer's ahntLiest sonnenglänzend ZinnenUnd findet zwischen BiesenIn uralt Zeichen – ein Kochrezept
© Bild-Animatin & Text by: HerrWortranken
* angeregt durch lyrimo-impuls
SCHIEF
Vor einer Summe harrt Erwartung
Jedoch bei Menschenmassen – Achtung
Sieht man wer querdenkt steht in Menge
Im Block der dissonanten Klänge
Jenseitig Wahn der Transzendenz
Verrechnet vielen die Sentenz
Entflammte Trunkenheit des Ziel's
Bleibst lächerlich Figur des Spiel's
© Bild & Text by: HerrWortranken
© Bild & Text by: HerrWortranken
* angeregt durch lyrimo-impuls
ANACHRONISMUS
sag an mein herz
wo ist der schmerz
der in mir brennt
ich spür ihn kaum
die lieb – sie pennt
nicht nur im traum
auch jetzt spür ich
sie liebt mich nicht
© Bild & Text by: HerrWortranken
* angeregt durch lyrimo-impuls
Lyrimo mag ich alle Jahre,
Phantasmagorisches als Märchen.
Ein Satz kann's sein – ich rauf' die Haare.
Lyrimo mag ich alle Jahre,
Die Worte, wie auf einer Schnur.
Schreib nieder sie im Staub der Lärchen.
Lyrimo mag ich alle Jahre,
Phantasmagorisches als Märchen.
© Bild & Text by: HerrWortranken
* angeregt durch lyrimo-impuls
manch einer hat ein fahrrad heute
der eine hats im keller stehn
der andere trägt's auf seiner nase
für manche scheint es fette beute,
wenn unverschlossen, sie eins sehn
© Bild & Text by: HerrWortranken
* angeregt durch lyrimo-impuls
HEUTE.IST.DER.WOCHENTAG.EIN.DIENSTAG
ein Ababpöm-Silben-Akrostichon
HEU_lend zieht er durch sein Stadtteil
TE_ilbewaffnet – schwenkt den Giftpfeil
IST betrübt, weil er den Bogen
DER_er, die ihn heut' betrogen
WOCH_entags nicht finden kann.
EN_täuschung pur –bei diesem Mann
TAG_s zuvor war alles besser
EIN_igkeit ging ohne Messer
DIENS_beflissen dann beim Essen
TAG_s darauf – alles vergessen.
© Bild & ababpöm-silben-akrostichon by: HerrWortranken
* angeregt durch lyrimo-impuls
© Bild & Text by: HerrWortranken
SUMMASUMMARUM
Wir sitzen schreibend Seit‘ an Seit‘
Auf Abstand dichtend, nicht sehr weit
Mit uns’rem Schreibbedürfnis
Wieso heut‘ dies‘ Zerwürfnis?
Es war doch nur ein Tweet
Indem ich vielen riet
Und viele Leute kränkte
Als ich mich stark verrenkte
mit meinen heilig zornig Worten
© Bild & Text by: HerrWortranken
* angeregt durch lyrimo-impuls
PARTIZIPATION_SARS-CoV-2.
die liebe so bist die sprache
ich versiegte immerfort
wir nach bild das jammerkleid
uns mehr tagkraft schwächte ein oft
im leidenschaft der forschen standen wir ohne jahr
nur großes lebensgefühl rang aus dich leiden
kopf der ganzes wird tiefen ein
dem hat kann sehr mir hehren
erst er herzensgrund verstört
im dann großen deinem dein
wir lechzt und suhlten liebe
hält ehrliche leben das zweifelnd sehnsuchtmund
darf ganz lang verwehren
der es gebracht auf mit gefühl dann nichts denkt lang
dem partnerschaft quält uns der hunger höchsten selbstmitleid
viel tiefer zeigen massig klammerung
ein doch liebe – dein oft hiebe meinen einzig suche
© Bild & ababpöm by: HerrWortranken
* angeregt durch lyrimo-impuls
LUXIERT
wenn HEXEN SCHIEßEN dann SPALTEN TÜREN
und HOCKER BAR des FUßES, TRETEN
wenn EISEN BÜGELT mit allüren
dann RÄUME ich, den SCHANK, auf feten
und TASTE die KLAVIERE festlich
damit die SCHEIBEN TÖPFERN restlich
auch KLAMMERE ich das BÜRO heute
mit pinsel, FLECKE ich des FETTES beute