18 November 2017

KUGELBLITZ



#frapalymo-18nov17


KUGELBLITZ 

Ein Blitz im Hirn, 
tiefgreifend Schmerz. 
Den Blick nach oben himmelwärts. 
Umnebelt Schwärze, 
Daseins Sinn. 

Man sieht es jetzt. 
Sehr klar, doch fern. 
Es scheint 'ne Kugel; 
Schaut aus wie'n Stern. 

Jählings - 
Wie strammgezogen mit 'ner Leine 
Das Ding im Zimmer - 
kreist um die Beine. 
Es Ist - 
Man Siehts - 
Ein Kugelblitz. 
Ein Simpel prüft nun Hosenschlitz. 

Doch wissend, kreative Leute; 
Begreifens brüchig Denkgebäude. 

bild & text by: Herr Wortranken 





17 November 2017

LAUDATIO FÜR EINE SÜPPELTERRINE




LAUDATIO FÜR EINE SÜPPELTERRINE
oder 
Ehrenbezeigung an einen Pott 


Einen Satz nur möcht' ich schreiben jetzt zu euch, mit einer Bitte, ihn zu lesen, genau, wie man mich eingeladen an dem gestrig Tag, nieder zu schreiben ein paar Worte, im Rahmen dieser Frapalymo Novemberrunde, in formlos' Schreibstil zur allgemeinen Unterhaltung und Erbauung, aller an ihren elektronischen Lesegeräten anwesenden Frapolistinen, Frapolisten und sämtlich' Weltbürger, die der deutschen Sprache mächtig, ihre auf Lesemodus sensibilisierten, von der Natur mit Nervenwellenweiterleitungswirkung interessierten Augen, in wohlig euphemistisch, ambiente Stimmung zu versetzen und meine Worte umfangreich, wie man gewohnt von mir, während der Lesezeit heute, mit kurzem Ausdruck, auch wohlfeil Wortwahl, in einem knappen Satzkonstrukt, der Runde hier, der Sphäre dieser Bibliophilgemeinschaft, die angenehm gestaltet und genutzt, wie schon vor Generationen, als paradiesisch Ort der schriftgewordenen Gedankenflügel, qua Schriftbild zu kredenzen, so das die Zeit, wie es gewünscht von unserer Frau Paulchen, ihr sei mein Dank geschuldet, dem ich Benennung momentan verleihe, im Kleid der Harmonie, weder die Gefilde aller Träume sprengen, noch störungsschwanger euren Köpfen, als dissonante Melodie des überbordend Satzphantasten, in der Erinnerung verbleibt, will ich beginnen nun, der Langeweile den nötigen Respekt für brachliegende Ödnis der Gedankenhaine abzulisten, auf dass der kurzen liedhaften Dichtung Atemzug, ein Hauch ist's nur, wie schwereloses Engelshaar, die gezeugt, mit des Füllhorns Wortgemenge der Gedankenblitze, aus kraftvoll' Überdruck der traumgeborenen Ideen, just jenen, die in diesem Augenblick geschwängert, von knappen Worten mit gerafftem Nebensatzgeplänkel, zu tosendem Applaus euch animiert, damit Bewegtheit vieler Hände, sich tausendfach in imposanten Echos widerspiegelt und ihr nicht müde werdet, mich, mit dem Rausch der Freude zu benebeln, ob dieses kurzen, flüchtigen siebzehnten Frapalymobeitrags hier.  [Anmerkung: Jetzt bitte wieder Atmen]




Nett, 
Dass es winzig Tassen gibt 
Ohne, 
Wär' Mokka unbeliebt. 


16 November 2017

ERINNERUNGSSCHREI


#frapalymo für 16nov17 


ERINNERUNGSSCHREI 

Aus Stein - 
Aus Holz - 
Oder Papier. 
Aus einem Schrei - 
Aus Schriften - 
Aus Bussen - 
Drei bis vier. 
 - 
Ein Wegstock zeigt für alle Zeiten 
Private Schicksalsfügung, 
Auch weltweit Schattenseiten. 

Ausflügler achte medial.
Bleib' stehn und überlege - 
Doch richte nie pauschal. 
Nun gehe deiner Wege.  

bild & text by: Herr Wortranken 





15 November 2017

NACHSINNIGKEITEN


#frapalymo für 15nov17




NACHSINNIGKEITEN 

Die Lebensbahn 
Gewährt mir gönnerhaft 
das Horn der Fülle. 
  
Seelenvoller Zierrat 
freier Gedanken; 
Gewebt aus Brückenschlag zur Jugendblüte.

Eigener Seele Impresario -
Bin ich. 
Gewähre mir 
Genussvoll Fantasie. 

Ich sitze. 
Ich lasse gehen 
Ohne gehenlassen. 
Ich stehe. 
Ich sehe diese Welt. 

  
bild & text by: Herr Wortranken 









14 November 2017

naturgesellschaftsleben



 #frapalymo für 14nov17




naturgesellschaftsleben 

Haiku

gefühl für die welt 
dummheit verhindert leben 
jetzt kohleausstieg 


Tanka

ungläubig augen 
ein zweiter blick nach draußen 
tränen werden eis 

gestern wuchs dort noch wiese 
kommend frisst jetzt ein moloch 

Tanka

vögel gen süden 
jedes jahr wiederkehrend 
winter als hoffnung 

natur kennt keine trauer 
die bonzengötzen auch nicht 



bild & texte by: HerrWortranken     
  




13 November 2017

SCHWERKRAFTDUNSTIGKEIT





SCHWERKRAFTDUNSTIGKEIT 

Ein Blatt 
Im jahreszeitlich' Alter.
Brüchig ergraut; 
Vom Leben flott bewegt, 
Stürzt nieder auf der Erde Haut 
Und wird vom Besen fortgefegt. 
Bevor's die Augen, 
Nun für immer schließt 
Und mit Gewissheit Ahnung greift; 
Wünscht es die Zeit zurück, 
Vor seinem jetzig' Leben. 
Als es von wattig' Wolkendecke fiel, 
Als Bodenfeuchte dann im Stamm,
Als süßlich Lebenssaft gefiel. 
Natur erhörte, Blattes Wunsch. 
Erst zart, 
Erst klar, 
Dann grün. 
Am Ende stark. 
Ein Tropfen lebt für immer; 
Das Blatt vergeht in Floras Sarg. 


bild & text by: Herr Wortranken 
  







12 November 2017

Sechzehn-Uhr-zwei-und-Tränen

#frapalymo für 12nov17 (tag 12)


Sechzehn-Uhr-zwei-und-Tränen 

Lange her, die Zeit - 
Zierliche Frau, doch Wesen groß. 
In meiner Kindheit; 
Mutters Geduld schien grenzenlos. 
Trotz Haushalt, dabei noch Behagen, 
Schob täglich mich im Kinderwagen. 
  
Dann stand Revanche vor der Tür. 
Es war 'ne Selbstverständlichkeit. 
Ich rollte sie, für mich die Kür. 
Sie dies' genoß in Seligkeit. 

Es kam die aschfahl' Zeit im Jahr 
Seit Tagen lag sie teilnahmslos. 
Wir war'n am Bett; sie keinen sah. 
Setzte mich zu ihr, legt' klaglos  
Mutters Haupt, auf meine Hände. 
Letzter Atemzug von ihr - 
Das Ende. 
Geborgenheit schließt sich zum Kreis.
Wer gibt, bekommt's zurück, als Greiß. 


bild & text by: Herr Wortranken 
  






11 November 2017

VIERUHRZWEIUNDZWANZIG


#frapalymo für 11nov17




VIERUHRZWEIUNDZWANZIG 

Komm mit mir rauf, auf eine letzte Tasse Kaffee. 
Ihr Atem raunte dies mit fuselschwangerem Mief. 
Und in des Mannes akoholverschlierten Augen 
 Wandelte sie, 
Zum attraktiven, 
wollüstig' Reh. 

Unklar tapst er hinterher; 
Bis in den fünften Stock. 
Desillusionierend Chaos zeigt die Wohnung. 
Schlagartig fühlt er subjektive Nüchternheit. 
Schock. 
Eva derweil nicht mehr betörend. 
Nur raus hier, 
Rasch. 

Zurück zur Bar? 
Nein. 
Nachhaus' zum Bett, 
Zur sorgend Frau. 




bild & text by: Herr Wortranken
  









10 November 2017

endsonne (blackout gedicht)

impuls: "schreibt ein erasure/blackout gedicht
zu goethes abendsonne" 
Abendsonne
Betrachtet, wie in Abendsonne-Glut
Die grünumgebenen Hütten schimmern!
Sie rückt und weicht, der Tag ist überlebt,
Dort eilt sie hin und fördert neues Leben.
O ! daß kein Flügel mich vom Boden hebt,
Ihr nach und immer nach zu streben!
Ich säh’ im ew’gen Abendstrahl
Die stille Welt zu meinen Füßen,
Entzündet alle Höhn, beruhigt jedes Tal,
Den Silberbach in goldene Ströme fließen.
Nicht hemmte dann den göttergleichen Lauf
Der wilde Berg mit allen seinen Schluchten 
Schon tut das Meer sich mit erwärmten Buchten
Vor den erstaunten Augen auf.
Doch scheint die Göttin endlich wegzusinken;
Allein der neue Trieb erwacht,
Ich eile fort, ihr ew’ges Licht zu trinken,
Vor mir den Tag und hinter mir die Nacht,
Den Himmel über mir und unter mir die Wellen.
Ein schöner Traum, indessen sie entweicht!
Ach, zu des Geistes Flügeln wird so leicht
Kein körperlicher Flügel sich gesellen.
Doch ist es jedem eingeboren,
Daß sein Gefühl hinauf und vorwärts dringt,
Wenn über uns, im blauen Raum verloren,
Ihr schmetternd Lied die Lerche singt,
Wenn über schroffen Fichtenhöhe
Der Adler ausgebreitet schwebt
Und über Flächen, über Seen
Der Kranich nach der Heimat strebt.
Johann Wolfgang von Goethe



endsonne 

grünumgeben weicht neues leben 
kein flügel hebt im abendstrahl 
die welt entzündet goldene schluchten 
das meer erwärmt den trieb 

ich trink den tag 
und unter mir ein flügel 
so leicht ist sein gefühl 
wenn raum verloren 
schroffe höhe über heimat strebt 


bild & text by: Herr Wortranken  

impuls: "schreibt ein erasure/blackout gedicht zu goethes abendsonne" 



09 November 2017

LICHTERSCHEIN



#frapalymo-9nov17 (tag.9)


LICHTERSCHEIN *1 

Der Freiheit Tor *2 
Mehrt im Gestrick, * 
Hofft auf Verrinnen, *2 
Stiebt fort das Gold'ne Kalb. *3 

Ihr seid Natur. *3 
Mit Plusterkraft gruppiert zum Kampfe euch. *3 

Mit stolz geschwollener Brust *
Fliegen Kraniche gen Süd, *
Bodybuildern gleich. *


bild & text by: Herr Wortranken  



_________ 
*1) Zeile aus: "UNFASSLICH"   #frapalymo 01Nov2017 
*2) Zeilen aus: "freigeistig"   #frapalymo 02Nov2017 
*3) Zeile aus: "FÜRBITTE"   #frapalymo 06Nov2017 
*4) Zeile aus: "ÄON"   #frapalymo 07Nov2017 





08 November 2017

UNTERICHTUNGSSCHILDER



#frapalymo tag 8 impuls: Autobahnraststätten


UNTERICHTUNGSSCHILDER 

Die Frau im Wechsel mit dem Mann, 
 In einem krebsrot' Kabrio; 
Tauschten, so gerne dann und wann, 
Das Lenkrad, ohne Risiko. 
  
Es fuhren beide, Richtung Ziel. 
Saß er am Steuer, dachte Sie, 
Der flitzt sehr flott; Mann muss Pipi. 
Der Typ meint, Frau fährt Kurs auf Kiel. 
  
So denkt ein jeder, absolut; 
Der Andere, zwar herzensgut, 
Ist planlos auf gemeinsam' Reisen. 
Hirn scheint ab heute zu vergreisen. 
  
Und in der Tat, jetzt glaubt man's kaum. 
 Realität ist's. Nein, kein Traum. 
Beide müssen dringend harnen. 
Highways kennen kein Erbarmen. 

Endlich sieht man Hinweistafeln.  
Gleich vorbei, des Herzens Rasen. 
Nach eintausend Meter, Stillstand; 
Zündung aus und flott zur Toiwand. 

"Alle Eingäng' heut' Geschlossen", 
Jeglich Hoffnung, all' verflossen; 
Fernerhin entfleucht der Harndrang. 
Jetzt Schuhe triefend; Herze, bang. 

Treffend heißt der Rastplatz: GRÜNSTUHL. 
Grüner Rasen; stinkender Pfuhl. 
Nie mehr werden diese Leute 
Von den Autobahnen, Beute. 

bild & text by: Herr Wortranken  
  
  













07 November 2017

ÄON


#frapalymo impuls für 07nov17 (tag 7)





ÄON 

Fußhaftend Pralle 
Gedunsen durch manch Nebel 
 Aufquellend' Moose 
Mit Stolz geschwollener Brust 
 Bodybuildern gleich 
Fliegen Kraniche gen Süd 
Tagsüber frösteln 
Verwandlung zur Nachtkälte 



bild & text by: Herr Wortranken  




06 November 2017

FÜRBITTE



#frapalymo impuls für 06nov17 (tag 6)


FÜRBITTE * 

Schwillt an herbeigeeilte Schwollenkräfte. 
Mit Plusterkraft gruppiert zum Kampfe euch. 
Weil Mob aus widerwärtig menschlich Horden, 
zerstört die Luft zum Atmen unsrer Welt. 

Verschont, ich bitt, die zahlreich hehren Menschen. 
Nur kannibalisch Pack, fegt dies ins Nichts. 
In euch steckt Wucht mit manch gezügelt' Stärke; 
Ihr seid Natur; 
Stiebt fort das Gold'ne Kalb. 


bild & text by: Herr Wortranken  



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der impuls für das gedicht am 6. november lautet: "medientransfer fotografie" 
     nutzt dieses foto von @rtopnb als impuls für euren text“











05 November 2017

BEGEHREN


#frapalymo impuls: "vier zeilen sollen es sein"




BEGEHREN 
  
ich dürste dein verlangen 
ich schwitze deinen schweiß 
ich küsse deinen kuss 
zu fangen dich im schwinden  



bild & text by: Herr Wortranken  





04 November 2017

HIRNIST, der


erstellt im Rahmen des #frapalymo impuls: "substantiv" 








der HIRNIST * 



PRELENZ **  

ist 


LEBEN 


ist 


CHAPTERISMUS ***  



bild & text by: Herr Wortranken  




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*        Hirnist 
**      Prelenz 
***    Chapterismus 









03 November 2017

LÜGEN



erstellt im Rahmen des #frapalmo Impuls: "verben" 



LÜGEN 
  

Lesend  trieb ein Trieb, zum Schreien. 

Keifend kiff sein klingend Klang. 

Hieb mit hauend Hieben Reihen, 

Schreibend saufend, 

Liedgesang. 




bild & text by: Herr Wortranken        


*ababpöm   




02 November 2017

freigeistig

erstellt im Rahmen des #frapalmo impuls: "gespinste"

freigeistig


erst fühlt begehr.

wird rasch verzehr.

mehrt im gestrick.

dann ängstlich' blick

hofft auf verrinnen.

sodann die spinnen

ein zäher flor.

dubios

der freiheit tor.




 bild & text by: Herr Wortranken 


31 Oktober 2017

UNFASSLICH


 
erstellt im Rahmen des #frapalmo impuls für 01nov17 (tag 1)
 
 
 


UNFASSLICH 


"... Ich zähle die Regentropfen an den Zweigen ..." *

Fettig und spiegelnd klammern sie als unförmige Kügelchen.

Abbilden kopfüber verkehrte Weltsichten.

Vermeiden statische Zustände einer tiefgründigen Betrachtungsstarre.

Rutschen schrumpfend einer müden Schwerkraft folgend

In Bedeutungslosigkeiten.

Nur Schlieren erinnern den Betrachter dereinst.

Sonnenschein;

Lichterschein;

Helligkeit des Sein.
 
 
 

 bild & text by: Herr Wortranken 

02 Mai 2017

JAHRESZEITENTRAUMBAUM

 
 
 
JAHRESZEITENTRAUMBAUM

Es fröstelt Winterwind.
Die kahlen Zweige raunen
Manch Singsang in das Ohr.
Wie zarte Symphonien,
Durch wippend' Peitschenklang,
Beschleicht Wohltönendes
Den Lebensraum.
Ich lausche, markig Gartenbaum.

All Knospenaugen
Brechen auf.
Zeit kürzerer Nächte kommt zuhauf.
Noch oft, der Sonnenlauf verhangen.
Manch Vogel balzt.
Hörst du dies sehnend Bangen?
Ich lausche, markig Gartenbaum.

Aus sprießend Schössling treiben Blüten.
Der Lebenssaft für Pflanz' und Tier.
Die Luft vibriert
Mit Zwitschern und dem flügelnd Summen.
Die Seele dürstet nach des Sommers Saum.
Ich lausche, markig Gartenbaum.

Es ist vollbracht.
Des Erdenlebens unbändig Wonne
Erstarkt durch den Zenit der Sonne.
Das Blätterdach raunt Achtsamkeit.
Um mich nur Kriegsgeschrei und Leid.
Ratlos lausch ich dem Gartenbaum.

 

  text by: Herr Wortranken  
 
 
 
 


08 März 2017

SUCHWEGE

 
 
 
 
 
 
 
 SUCHWEGE

Ein langer Weg auf Teppichboden;
Das Ziel vor Augen, beidseitig, Sicht.
Unsich'rer Trott in Abendroben.
Nur Etikette, weist Denen Pflicht.

In eignem Haushalt nützt die Diele,
Zum Abstand wahren, Anrainers Luft.
Anfangs genutzt, für Kinderspiele;
Am Schluss des Lebens, als Weg, zur Gruft.

So ist der Lebensweg beschrieben,
Der uns begleitet; ein Dasein lang.
Es bleibt die Freiheit mit den Lieben,
Die Tür zu finden, auf unsrem Gang.

 
 


  bild & text by: Herr Wortranken   

 
 


02 März 2017

LAUBRAUM

 

 
 
 
 LAUBRAUM 
 
Ein Gartenweg
Führt schlängelnd
Durch die Reihen.
Das Ziel,
Der Aufbruch, jetzt.
Sehnsucht spürt Nähe.

Wackelnde Stiegen;
Ein Schritt mit quälend Schmerz.
Salztropfen netzen Stirn und Aug'.
Bubberndes Herz.
 Ein Schwung;
Die Händchen krallen starr den rostig' Nagel.

Endlich oben.
Innen,
Drin.
Ein Duft von Wagnis.
Doch,
Es wirkt nur muffig Luft,
Die aus den Jutesackgardinen,
Modrig spendabel, teilend wabert.
Beengt Kabuff.
Gedanken läufig in die Weite,
Zu nie erlebten Sphären.

Mit Traurigkeit und Freude an manche Sommer denken,
Wenn ich in Medien seh,
Das heutig Landschaftsloch,
Wo einst die Wohlfühljugend stand,
Als Raum,
Obig der Gartenscholle;
Umhüllt mit chlorophyllig' Mantel.
Mein Jugendlaubraum;
Jetzt Kohletagebau.

  
  bild & text by: Herr Wortranken 
 
 
 
 
  


28 Februar 2017

WECHSELRÄUME

 

 
 
 
 
 
 
WECHSELRÄUME 

 "Bis gleich, ich geh' mal an die frische Luft".
Es war das Letzte, das sie von ihm hört'.
Ruth ahnte, denn sie kannte ihren Schuft.
Wenn sie es wüsste; alles dann zerstört.

Sechs Stunden Autobahn, bei dieser Hitz'.
Viermal gefährlich Auffahrdeppen hinter ihm.
Ziel jetzt erreicht; vergessen Frau und Kids.
Er hofft nun, oben wartet Britt Platin.


 

  bild & text by: Herr Wortranken 
 
 
 
 
 
 


26 Februar 2017

RÄUMLICHKEIT

 
 
 

 
 
RÄUMLICHKEIT
 
Denk ich zurück an Kindertage;
Verschlossene Tür, sechs Tage lang.
Ein Zimmer nur für Feiertage.
Samstags war Backen; für sie, wie Zwang.

Großmutters schützenswerte Kammer
Gewahrt' den Zugang, nur am Kirchtag.
Kuchengenuss, es war der Hammer.
Die Krönung immer, Sahnenachschlag.

So floss ihr Leben, auf Dauer fort,
Bis zu dem Donnerstag, im Juli.
Tür unverschlossen. Stumm lag sie dort.

Die Lippen wie Lapislazuli.
 
Verließ den Raum, ohn abzuschließen.
Verließ uns all' auf Schnitters Lade.
Jetzt kann sie nicht mehr Blumen gießen.
Die off'ne Stub', wirkt fremd und fade.
 

  bild & text by: Herr Wortranken 
 
 
 
 
 
 


20 Februar 2017

WENN

 
 
 
 
 
 
 
WENN

Wenn dich umnebelt fremdes Licht,
Wenn ohne Grund, verschwindet Sicht,
Wenn Denken dir so unbekannt,
Wenn du vernichten willst, dein Land,
Wenn gülden Haar verdeckt das Stroh,
Wenn Mimik weist, den Nimmerfroh,
Wenn tumber Atem inhaltslos,
Bläst Humpty Dumpty Kriegsepos.

Dann zeigt sich Leere in der Welt.
Kann man nur hoffen, nichts zerfällt.

 
 

  bild & text by: Herr Wortranken 





 
 


30 Januar 2017

INITIALB€SCHIMPFUNG - PARABEL VOM BUCHSTABEN T

 
 
Parabel
Gleichnis vom Buchstaben T



 
INITIALB€SCHIMPFUNG
PARABEL VOM BUCHSTABEN T

Erbärmlich' T,
Tyrann und Totengräber.
Das ist dein Habitus, dem Lande gegenüber,
In dem du kopflos wütest,
Wie in Berserkers Taumelei,
Seit deiner Inauguration.
Machtvolles Weltenfreiheitsideal,
Das deine Amtsvorreiter,
Der räumig' Dummheit, abgetrotzt
Verkaufst du schäbig nun für Judaslohn.

Ein winzig waagerechter Strich
Kann aus despotisch T
ein F für FREIHEIT; dieser Welten,
Rasch gebären.
Doch Dummheit, Großkotz-Ignoranz
Blockiert dein Hirn,
Um solche Göttertat,
Der Freiheitsstatue, zu präsentieren.




 © bild & parabel by: Herr Wortranken






 
 


29 Januar 2017

PASQUILL DER LIEBE























 PASQUILL DER LIEBE 

Im Herz, blamabel Schuldgefühle,
Umschwirren mich zu jeder Stunde,
Wenn ich dir morgens Äpfel schäle.
Ein winzig' Schmerz, doch räumig Wunde.
In Zukunft trink den Schnaps alleine.
Kein Apfelschäler mehr, 
Der Deine.

Pe ess.
Ich hatt' vergessen, zu erwähnen.
Dein Equuskopf mit lausig Zähnen.
Auch ist dein Hals zum Abgewöhnen.
Heut' werd' verdrängen, frei von Tränen,
Dass du mir bleibst, Frau ohne Themen.



 
© bild & noncense lyric by: Herr Wortranken
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

03 Januar 2017

ANTONYM

ANTONYM
 
Ein Knirps warf mir 'nen Ball zur Hand.
Real, Vollgummi, wie ich fand.
"Schaffst du's, ihn stülpend, links herum?"
So, seine Frage. Ich dacht' stumm.
Wie kann es sein, das dieses Kind
solch närrisch' Aufgab' stellt. Gelind
Gesagt, unlogisch, hirnverbrannt.
Mein Denken hetzte angespannt.
 
Ich suchte nach des Rätsels Trick.
Verwarf Modelle; abwegig.
Verband Synapsen, mancher Art.
Mein Kopf, er glühte, fand kein' Rat.
Ich drehte, wendete mein Hirn,
Bis merklich Falten, auf der Stirn.
Das Denkzentrum, sprichwörtlich, schwer
Lag aufgestützt, in Händen; leer.
 
Der Knabe grinste mich nun an.
Und sprach: "Hör zu, du grübelnd Mann.
Die Lösung findest du zwar nicht
Genau wie, Nachts, kein Tageslicht,
Ersichtlich, dich erhellen wird."


Jetzt weiß ich, wer viel sinnt, viel irrt.

© bild & text by: Herr Wortranken


02 Januar 2017

ENTMISCHUNG vs. EINMISCHUNG

 
 
 
 
 
 
 
 
 
ENTMISCHUNG vs. EINMISCHUNG  

Krankheiten, ja, sind eine Prüfung;
In diesem Spiel, ohn Göttertreiben.
Du selbst touchierst, mit deiner Hände
Jahreswerk, Melange; aus Seelendrang,
Mit Einflussnahme, auf Reaktion
Der tumben Selbstbefleckung vieler
Parlamentariersoldaten,
Die weitab, jedwedem menschlich Geist
Verirrt, in töricht Wirrheit ihrer
Lobbyistenprofession gefall'n. 

Mensch, sei es, jetzt, mit heiligem Zorn.
Nutz eig' Bestimmung, vorurteilsfrei;
Seelenemphatiker, bist Denker,
Und zugleich ein Macher dieser Welt,
Die, Frieden, Freiheit treu erwartet,
Von ehrlich' Händewollenschaffern.


 
 © bild & text by: Herr Wortranken