27 Februar 2022

KRIEGSPOESIE

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Bunte Filzstiftzeichnung, digital verfremdet, zeigt einen neutralen Torso, der sein Trauergesicht zur Seite gegen die Schulter neigt.
☮ 🇺🇦 ☮



KRIEGSPOESIE 


kennst du den tag
an dem die menschen sind erschossen 

blut dieser nächte strömt auf gossen 

bin sauer
bin starr vor trauer
stampf' mit den füßen auf 

wann endet — der verlauf
des wahnsinns teuflisch' beute 

irrsinn reflex für heute 

kennst du den tag
an dem die freiheit starb 

an dem die alten weinten
wie ein kind 

an dem die iwans ohne grund
geschwind
den bruder und die schwester
morden
ohn' sinn

SAGT MIR
IHR GÖTTERMACHT
WO TRIFFTET DIESE WELT NOCH HIN



© Text & Bild by HerrWortranken   




 

26 Februar 2022

FREIHEITSWILLE

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Flagge von Ukraine. Bearbeitet. Unteres gelbes Feld mit Feuer, das obere blaue Feld mit Wasseroberfläche, gemixt.
☮ 🇺🇦 ☮

 
 

FREIHEITSWILLE

 

 

jetzt am dritten tag   
geschunden 
 
sind gefühle durch die wunden 
 
die der erde zugefügt 
 
von dem popanz der nur lügt 
 
 
 
denkt er könnt'  im schulterschluß 
 
mit dem teufel reden stuss 
 
 
 
brudervolk und bruderstaat 
 
 leere worte seiner saat 
 
die er nie vernichten wird 
 
denn er ist im geist verwirrt 
  
 

FREIHEITSWILLE 
 
NIEMALS BIRST
 
 
 
 
 © Text & Bildmontage by HerrWortranken  
 


 

 

25 Februar 2022

GEbILDE

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Stilisierte weibliche Körper, bäuchlings quer auf dem Boden liegend.

 
 
GEbILDE 


Ich schritt dereinst dem Sonnenstrahl
Hinan zu höher'n Sphären.
Fand dort den Phantasieopal
Versteckt von Kunsthetären.
Sie schmeichelten dem Federkiel
Und warfen hin und her — im Spiel
Buchstaben — die dann Wörter formten
Bis Sätze sinnvoll' — Lyrik normten.

So flogen Jahre dann ins Land.
Ich war gekoppelt durch das Band
 Mit dem mein Geist verbunden war.
Dies alles scheint nur sonderbar
Für jene — die dies' nun negieren.
Heut' kann mein Herz mit euch parlieren.


© Text & Bild by HerrWortranken    


24 Februar 2022

SCHMUDDELKIND

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Totenschädel hinter gitterartigem Gebilde.
☮ 🇺🇦 ☮



SCHMUDDELKIND

Wir haben’s genossen
Weit über siebzig Jahr
Den Frieden Europas
Es war wunderbar.
Wo immer wir hinschauten
Nach oben — nach unten
Wir waren zufrieden
Glaubten
Ewig Glück sei gefunden.
 
Ein Teufelsherz
Gefüllt mit Despotenblut
Zeigt am heutigen Donnerstag
Die Fratze des Despoten Wut
Der in Großmannssucht
In seinen viel zu großen Stiefeln
Versucht
Die Erde neu einzuteilen
 
Um aufzuwiegeln.
 
Reize nie 'nen kleinen Mann 
Denn er tritt von hinten dann. 
Gaukelt alle Zeit hinweg 
Schmeichelt dir mit Lügendreck. 
Wird zum Großkotz irgendwann 
Drückt den Knopf — Unschuldig Lamm. 
 
 

 © Text & Bild by: HerrWortranken  




21 Februar 2022

LEERBUCH

 

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Geometrische, teilweise schiefe sehr bunte Flächen. Im Original Öl auf Spanplatte, teilweise Sandkörner in der Farbe fühlbar.

 

 

LEERBUCH 

Des Buches Zeilen dich verwirren
Es ist ein Hin und Her — ein irren.
Du suchst verzweifelt Punkt und Komma.
Suchst Text — doch findest nur das Stigma
Der ausgeprägten Löcherstory.
Nun siehst im Geist nur Aporie.
Oh, herrliches gebund'nes Buch
Mit fehlend' Lettern wirst zum Fluch
Des gierig Suchenden — nach Wahrheit 
Wirst nie erlangen —  Götterklarheit. 



© Text & Bild by HerrWortranken




12 Februar 2022

ZWEI

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Bild zeigt das Herzsymbol, grafisch gebildet, wie im Poem beschrieben. Dieses Symbol schwebt vor unscharfem Hintergrund eines freundlich hellen Küstenstreifens mit Hang, auf dem kleiner, durch die Entfernung, dieses Symbol einen Schattenwurf darstellt.

 

 

ZWEI 

Nehmt euch doch mal 'ne zwei —
jetzt doppelt jene.

Dreht eine um —
und stellt euch vor,
die szene.

Schiebt beid' zusammen —
brust an brust.

Berührung jetzt —
vorbei der frust.

Die zwei wurd' so
gewandelt in ein einzig' herz.

Kann fröhnen jetzt
in liebe lust mit gier
und schmerz. 



© Text & Bild by HerrWortranken 


09 Februar 2022

PRÄTERITUM

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Federzeichnung mit blauer Tinte zeigt kurvenreiche geometrische Formen. Dominierend ein Auge und eine Hand.


PRÄTERITUM 

Erinnert sich daran noch wer
Wenn wir uns trafen
Das Port'monnaie
Wie immer
Leer.
Zu einer Zeit
Als jener NaegeliSprayer
Strichwesen sprühte
Sehr viel in Zürich — clever.
Auf schöne Wohnfassaden brachte
Und damit jedem Hausbesitzer
Ärger machte.
S'ist einerlei — die Zeit vorbei. 

Es war die Zeit
Als wir von Ordnungshütern Abstand hielten.
Des Abends dann zum Hades gingen.
Der Messiekneipe — dem Viehmarkt nah
Geruch im Inn'ren oftmals Bah.
Wo manche Anzugträger dealten
Die sich besonders clever fühlten.
S'ist einerlei — die Zeit vorbei. 

Ein häufig Gast — Frührentner Friedrich
Der öfter F.Villon zitierte — weitlich.
Oder der Günter, der oftmals immitiert
Als Busfahrer
Sein' Auftritt initiiert.
S'ist einerlei — die Zeit vorbei. 

Lang' lange her, die Zeit
Als wir so unbekümmert waren
In einer Welt
Die auf uns wartete
Mit spannenden Ideen.
S'ist einerlei — die Zeiten 
Sich verwehen. 


© Text & Zeichnung by HerrWortranken  

 

05 Februar 2022

MUSENKUSS

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Amorphe wolkenartige, aber strukturscharfe abgrenzende felsenartige Flächenenheiten. Vornehmlich in den Farschattierungen Blau und Violett, bzw. Lila und Rot.

 


                MUSENKUSS 

          Wer sammelt sie
          Die splitternden Gedanken.
          Zerbrochen Manche
          Wie abgeschliff'ne Planken
          In tosend Meer
          Der Wirrheit Ozean.

          Oh Gottheit
          Braga und Apollon.
          Ich bitt' euch
          Verwirklicht meinen Plan
          Und bringet eiligst beide Musen
          Kalliópeia und Euterpe mir
          Auf das ich Worte finde
          Wie im Wahn
          Zur Niederschrift.
          Damit das Lesen wachse
          Und Menschensinne
          Der Götter Größe
          In rankend Satzgebild' erleben.
          Auf jener Achse
          Zwischen Himmelsrund
          Und der bescheid'nen Erde.

          Jetzt spüre ich
          Erleuchtent Größe
          Die mich zur Zeit
          Im Kopf bemüht.
          Durch Musenkuss
          Der Federkiel erglüht.


          Bin nun ermattet
          Und verwöhnt.
          Nun können alle Worte ranken.
          Hinaus ins Freie
          Auf das der Ruf 
          Nach Freiheit 
          Dröhnt.

 
© Text & Bild by HerrWortranken  


26 Januar 2022

ILLUSIONEN

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Digital erstellte Buntglasscherben, in derer rechten oberen Ecke ein schematisches Gesicht erkennbar wird.


ILLUSIONEN 
(Hermetik)


ich werfe die gedanken aus 
und fange alle träume 
die ich zuvor verspüret hab' 
am morgen dann
sind's schäume.
 
doch zeigt's sich 
mitten in der nacht,
die schweigend ruht
 das petrus wacht,
 bis mir das blut
ins herze fließt
und draußen dann 
der regen
blumen gießt. 

fühl' jetzt die nacht
die immer wieder
zeiget 
mir ihre macht
der tonlos' lieder, 
die ich verspürt,
doch nie gekürt,
seit tagen
mich verbrennen. 

es quälet mich
doch stark bin ich
ohn' üblich flennen. 

und wieder sehn' ich mich nach ihr,
der nacht 
der dunklen helle. 


 © Text & Bild by HerrWortranken  




13 Januar 2022

MUTVOLL_WUTVOLL

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Mehrfach abgebildetes Bein mit gebem Stiefel vor farblich unbestimmt gehaltenen Formen, im Hintergrund.



MUTVOLL_WUTVOLL 
Was ich noch sagen musste 

                 I
Was kümmert's mich
Was gestern ich gedacht,
Was meinem Geist entsprungen.
Durch Gestik meines Mundes
Sich in der Lebensluft
Die mich umgibt
Verpufft.
Nur als Erinnerung
Sich mehr und mehr verblasst,
Dem Erdenrund entzieht.
Doch NEIN
Erwehre mich
Mit jeder Faser des Papiers
Auf dem all Äußerungen
Sich mit der händisch Tinte
Eingelagert hat. 

  II
Ich muß mich wehren.
Mit diesen hehren
Worten
An allen Orten
Dieses Landes
Ohn' Anseh'n eines Standes
In dem ich leb' 
GERN' 
Mit euch zusammen.
Lest meine Worte
Diese Strammen. 

III            
Nebel vieler braun' Gedanken 
Wabern in den Tiefen einer Sehnsucht 
Und befeuchten das Schweigen der Traurigkeit 
Im Hinterhof des Hasses. 
 
Erkenn' in euch nur Bilder von
Zerbrochenen Glasgefäßen
Mit fauligem Restwasser, 
Ehemals blühender Schönheiten, 
Deren abgefallene Staubgefäße 
Den Boden der Vasen, 
Nun mit Fäulnis, 
Den Schleimpilzen gleich 
Überwallen. 

Euer Rhythmus schreit eine seelenlose Schwingung 
Von des Satans braungefärbter Moderpaste 
Die aus euren Poren quillt, 
Wie ein transprierend' Auswurf,
Der alle Zeiten 
Mit unsäglicher Dummheit überstülpt.

Ergeht euch bitte, nur ein einziges Mal, 
In eurem Wahn, der absoluten Stille. 
 
Bedenkt, 
Ihr alle leidet unter Wortgeruchsverkümmerung. 
Könnt nicht mehr riechen 
Diesen üblen Modder eigener Produkte, 
Die eure ausgeschissenen Satzgebilde, 
Als übelste Kloakensprüche, 
Seit langem schon 
Kultur in diesem Land verwüsten. 



© Text & Bild by HerrWortranken



09 Januar 2022

KONSEQUENZ


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Bild komplett in Blautönen zeigt stilisierten Adlerkopf im Profi hinter einem Maschendrahtzaun.l






KONSEQUENZ 


Ich wär' so gern in einem Land
Das mich von Kindheit an verband.
Würd' gerne bleiben — denke halt
Dort könnt' ich leben, bis ich alt
Des Lebens und der Liebe wegen.
Am Tag bringt Sonne und der Regen
Wachstum — zum Atmen — reine Luft
Doch ausgeträumt — der Wunsch verpufft
Wenn ich den Götzen Blödheit sehe
In fernen Städten — und der Nähe
Der angebetet von so Vielen
Nur auf Zerstörung aus — mit Zielen
Gesellschaft in den Abgrund treiben
Doch 
werde bleiben und nicht Schweigen.

Wir steh'n am Rande dieser Welt
Die schwerlich nur zusammen hält
Was uns're Vorfahr'n noch gewohnt
In Zeiten, als Natur geschont.
Sie zu erhalten war Prämisse
Damals war sie noch ohne Risse


© Text & Bild HerrWortranken   
 


  

24 Dezember 2021

VERLOREN

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Angedeutet ein gebeugtes Knie und einen separierten Fuß. Beide im Profil (keine realistische Darstellung). Hintergrund ähnlich einem Maschendrahtzaun. Das ganze Bild in Fehlfarben. Digital bearbeitet.


VERLOREN  
(Instrumental zu Mitsingen)  oder auch nicht  



Zart Lieb' ist ihm entschwunden
Aus einer Laun' heraus
Nun Herzeleid mit Wunden
Allein bleibt er im Haus
Er weinet Tag und Nacht
Verlorene Zweisamkeit
||:  Vergessen, wie man lacht.  :|| 

Die Liebe die verloren
Davon die Zeile künd'
Wir hatten uns geschworen
Allzeit die Lieb' — sie grünt.
Gedanken leben lang'
Lass' uns es wiederholen
||:  Doch diesmal ohne Zwang.  :||
 


© Text & Bild by HerrWortranken


 

19 Dezember 2021

NOTENSPIEL

 

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Blauer amorpher Hintergrund. Davor abgehoben mit Schattenwurf, ein rotes amorhes Rechteckgebilde, das eingeengt ist, von einer Netzstruktur, ähnlich einer strammen Netzstrumpfhose.

 

 

NOTENSPIEL


Heute lass' ich mich umgarnen
Von dem Saitenspiel, dem Warmen.
Von der Pianistin Hände
Die umhüllen zart die Lende
Und mich flutend mit Gewühl
Steigern dann zum Hochgefühl.
Oh du herrlich' Musenzeit
Lass' uns alles tun zu zweit.


Heute will ich mit dem Weibe
Schwelgend Sex — danach ich schreibe
Euch darüber — d'runter — d'rüber
Wie's gewesen — dies Erleben
Wenn zwei liebend Körper beben.
Oh du herrlich' Saitenzeit
Lass' uns alles tun zu zweit.


Heute wurden Träume wahr
Nicht das letzte mal dies' Jahr.
Aus der Liebe sprießt das Leben.
Jeder lebt sein höchstes Beben
Bis Ermattung Ruhe bringt
Und Umarmung uns umschlingt.
Oh du herrlich' Harfenzeit
Lass' uns alles tun zu zweit.

Oh du herrlich' Liebeszeit
Allzeit sind wir Beid' bereit
Für des Jahres Endzeit Suhlen
Lasst' uns um die Liebe buhlen.
Oh du herrlich' glücklich Zeit
Lass' uns alles tun zu zweit. 



© Text & Bild by HerrWortranken  



15 Dezember 2021

UTOPIE

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Alpenlandschaft, Blick über See zwischen Tannen hindurch zu Gebirge. Strichzeichnung fas komplett in Blauschattierungen.


UTOPIE 


Wenn du den eig'nen Schatten kannst umarmen
Den eig'nen Schritt verkaufen kannst an einen Lahmen
Dann bist gewiss, von der Penatenwelt*
Dann kannst besitzen alles Gold der Erde ohne Geld
Könntest Erfüllen vieles — für dich und alle Ander'n 
Würdest als gutes Märchenwesen über Wolken wandern 
Du bringtest Sonne, Freud', Gesundheit Jedem 
Wir lebten dann in einem Garten Eden. 
 
 Doch weil du dieses, niemals bist
Bleibt uns're Erde grau und trist
Du lässt dich hängen, ohne Mut
Raffe dich auf, mit wallend Blut
Nimm nun das Herz in deine Hand
Und reiße nieder, jene Wand
Die dich begrenzt in in deiner Wut
Tu selbst das Gute — bleib' auf der Hut
Bedenke — mehr von deiner Sorte
Können es schaffen — an jedem Orte
Das diese Erd' sich generiert
Und allen Menschen offeriert
Nicht nur mit Mut und Lieb' und Geist
Entsteht die Schönheit, die Leben kreißt.
 




© Bild & Text by HerrWortranken  



13 Dezember 2021

WIR WAREN

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Montage in schwarz-weiß. Hinter einem Baumkronengeäst zeigt sich ein riesiges Auge.



WIR WAREN
 
 
Wir waren die,
Die sich die Haare wachsen ließen.
Wir waren die,
Die keine Heimatlieder summten.
Wir waren die,
Die damals sehr sehr jung
Den Scheitel mit Fassonschnitt
Nicht mehr akzeptierten.
Wir waren die,
Die unbewusst
Sich gegen gängig' Normen
Und schwelend Nachkriegsmuff erwehrten.
Wir waren die,
Die Freiheit dachten
Und sich von Jubelpersern prügeln ließen.
Wir waren die,
Die damals das sit-in erfanden.
Wir waren die,
Die nach den Pilzfrisuren gierten
Und die als Gammler
War'n verschrien.
Wir waren die,
Die von der Bürgermeinung fortgewünscht
Dorthin wo Pfeffer wächst. 
 
Wir waren die,
Die ihren Geist benutzten für Kritik
Und heiligen Protest. 
 
Wir waren
sind nicht die,
Die so wie ihr,
Nur kriminell, 
Verbrecherich,
Geimpfte
Nach dem Leben trachten.


 
 

 © Text & Bild by HerrWortranken

 



11 Dezember 2021

AUFBRUCH

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Symbolhaft, durch Farbsprenkel zerklüfteter Boden (Weg).  Von unten nach oben immer heller werdend.

 


AUFBRUCH 
 

Es war der Morgen. 
 
In Einsamkeit verlassen
Ein Start mit Sorgen
Auf düst'ren feuchten Gassen
Mit schlurfend Schritt — mit hängend Kopf
So wankt er hin, der einsam' Tropf.

Doch Zwiespalt dümpelt ihm im Herzen
Gleichzeitig Hoffnung, versus Schmerzen. 
 Großer Geborgenheitsverlust
Den er im Herzen spüret — Frust. 

Sie hat den Haushalt ihm besorgt

Sie war der Fels in seinem Leben 
Seine Wehwehchen gut versorgt
Nun fühlt er Trauer — tiefe Gräben. 
 
Er fühlt den Kampf in seinem Inner'n.
Organe —Bauchgefühle flimmern. 

Ein Schwall von Zuversicht ensteht 
 Für neue Frau ist's nie zu spät. 
 
 



© Text & Bild by HerrWortranken





08 Dezember 2021

TAGESBITTGEBET

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Schemenhaft, grobschlächtiges, mit ausgebreiteten "Pluder-Armen"herannahendes Wesen. Vorwiegend in blauen Farben.



TAGESBITTGEBET


Schnöde Covid Abstandszeit
Warum bringst du soviel Leid?
Weshalb bist' nicht mehr gewogen
Allen Menschen — du spannst Bogen
Und die Sehne stramm mit Pfeil.
Spaltest uns, wie mit dem Beil.
Presst die Luft aus allen Lungen
Ausgeatmet — Ausgewrungen
Und Gesundung lange braucht
Bis Impfschwurbler sind verraucht.

Lassen uns nicht mehr gefallen
Eure Aufmärsch' — euer Lallen
Euer Trachten nach dem Leben
Und das Ziehen tiefer Gräben
Zu Geimpften. 
 
Ihr seid Würger.   
Lasst euch picksen
Werdet Bürger. 
 
 Hilf uns hehre Melpomene 
Zeig' die Maske dieser Szene 
Schwing' die Keule deiner Hand.
Stop den braunen Dreck im Land. 
 
Bist für uns ein neuer Lichtblick 
Sich zu Impfen —ist kein Trick. 
 





© Text & Bild by HerrWortranken  






30 November 2021

SATZENDE

 

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mittelblauer Hintergrund mit dunkelblauen Sprengseln, die in einem Fluchtpunkt in der Mitte zu einem kleinen quadratischen tief dunkelblauem Fleck (Punkt) zusammen laufen.

 

 

 

 

SATZENDE
 (challenge Impuls: MinimalistenMarathon)

 

 punkt

 .

 

 

© Text & Bild by HerrWortranken

 

29 November 2021

EIGENTLICH


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Stilisierter Pinguin (Mensch im Frack) im Profil nach links schauend vor rötlichem amorphen Hintergrund.




EIGENTLICH 



Et cetera
Nicht alles wahr
Viel Lügenschrott
Auch mit viel Spott
Und faktisch mit manch Wahrheit. 
 Oft dünn und breit
Hörst du und siehst sie
Jeden Tag. 
 
Die Wahrheit ist all' Zeit sehr stark
Sie dringt durch alle Sperren. 
 
Am Ende wird ans Licht 

Sie alle Lügen zerren. 



 

© Text & Bild by HerrWortranken
 
 
 
 
 
 

28 November 2021

SCHWEBUNG

 
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Von links unten (diagonal) breitflächige qualenartige schwingende u. wellende Gebilde in rot und gelb gemischt mit feinsten blitzartigen zackigen Linien vor amorphem blau & grün gehaltenem Hintergrund.

 
 
 
 
SCHWEBUNG
 
Ein Licht strebt aufwärts in den Tag
Erwachtungsfrohes Ahnen.
Mensch, die Natur und Tier dies' mag
Das Ohr — mitnichten tarnen.

So höret jene Melodei
Die aus dem Saitenspiel der Erde
Vergessen macht 
Manch Hilfeschrei.
Auf das beschwingt
In eu'rer Herde
Ihr euch versammelt — einig Geist
Die Sphärenkünstler
Lobt und preist.

Ein scheinbar Ende hat dies Licht
Jedoch zur Neige führt es nicht 
In dir
In Zukunft wird es weiter schwingen
Und Hymnen an all' Schöpfer singen. 



© Text & Bild by HerrWortranken
 


27 November 2021

BEFÜRCHTUNG

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Stillisierte (flächig) Person bestehend aus mehrfachen bunten Elementen, ähnlich eines Mosaik . Seitlich des Kopfes zwei horizontal Kreise, als "Brille" .




BEFÜRCHTUNG
 
  
Am Brillenrand — ein winzig' Haar
Es klemmt
Bewegt sich nicht
Scheint starr. 
 
Man sieht es kaum
Wirkt wie der Saum
Der einen Faden nach sich zieht
Und der den fremden Blicken flieht.
 
Doch dieses Haar am Brillenrand
Wirkt, bei der Durchsicht wie 'ne Wand.
Nur schemenhaft erkennst die Welt
Du ahnst, was Was zusammenhält. 
 
Doch bist nicht sicher
Ob alles stimmt

Ob in dem Innern
Welt nur klimmt. 

 
 
 
 
© Text & Bild by HerrWortranken
 
 
 

26 November 2021

CHAOTISCH

 

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Dunkle graue Hausfront mit Fenster. Flammen in greller roter Farbe schlagen aus den Fenstern. Das ganze ist graphisch in grau gerahmt, mit Schattenwurf, als 3-D Effekt.

 

CHAOTISCH

Du spürst ein zartes Glöcklein schwingen.
Dein Herz es tanzt
Möcht' Hymnen singen.
Willst irgendetwas
Weißt nicht was.
Dein Mund er trocknet
Schnell ein Glas.
Die ausgestreckte Hand
Sie zittert.
Kurz vor den Lippen
Fällt
Zersplittert
Das Trinkgefäß
Spürst nicht die Feuchte.
In dem Moment
Bist keine Leuchte.
Wenn du dies' ähnlich schon erlebt
Dann warst von Liebe fest verklebt.

Du bist gelähmt
Gedanken rasen.
Dein Magen grummelt
Wilde Phasen.
Durchlebt dein Körper
Kniet und thront.
Jetzt weißt du
Wo die Liebe wohnt.  


© Text & Bild by HerrWortranken




25 November 2021

DOMIZIL

 

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Schemenhaft, grob gestaltete weibl. Figur im Profil nach links schauend. Digital verfremdet als 3-D Felszeichnung in Stein geritzt.

 

DOMIZIL 

 

Der Herr Vater, jeden Morgen
Macht Frau Mutter oftmals Sorgen
Wenn sie wegen Frühstück machen
Hat vergessen, seine Sachen.
Rauszulegen, als da sind
Vatermörder und Galoschen
Und das Puder gegen Grind
Für die Tram, nachher — zwei Groschen.

Da heut' Regen droht von oben
Fehlt auch noch der Parapluie.
Denn den Abend jetzt schon loben
Wär' am Morgen, viel zu früh.

Nach der Vesper — draußen Winde
Dann zum Tagwerk ins Kontor.
Hat vergessen — Schnorresbinde
Abzunehmen — fast am Tor.

Wenn am Abend seine Schritte
Müde latschen dann nach Haus 
Hat er nur noch eine Bitte
Nach 'nem guten Abendschmaus.

Er empfand den Tag als Fron.

Seine Frau — bleibt ohne Lohn.



© Text & Bild by HerrWortranken



24 November 2021

PECH


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Stilisierte Tür als flächige graue spiegelnde Kacheln unterschiedlicher Größe. Davor räumlich ein amorphes 3-D Gebilde, als Kuchen mit Schattenwurf auf die "Tür".




PECH

Noch Kind — mit blondem Struppelhaar
Es war die Zeit, wie jedes Jahr
Der Ofen hatte Hochsaison
Vor Eltern hatte er Räson.

Die Mutter backte tagelang
Manch Plätzchen, Kringel, Hefestrang
Und all' die leck'ren Weihnachtssachen
Auch einen Kuchen für den Drachen
Der diese Tante Anna war
Die strenge Schwester von Papa.

"Hier nimm und gehe damit dann
Zur Nachbarin Frau Eckermann"
Befahl die Mutter, "und gib Acht". 
 
Er nahm die sechs Stück süße Fracht
Und dachte auf dem Weg — für sich
Die Eckermann, die weiß es nicht
Wie viele Stücke Bienenstich
Er ihr zu bringen hat — der Wicht.

Sein Gang — sehr stark — verzögert sich.
Er stopft sich zwei, vom Bienenstich
In seinen Rachen — kaut und schluckt. 
 
Doch — vor der Nachbartür — er spuckt
Den überschüssig' weichen Matsch
Mit einem Würgen — einem Platsch
Neben die Tür' — putzt ab den Mund
Und nimmt die Fußmatt' dann als Grund
Zur Abdeckung, vom Missgeschick. 
 Alles okay — mit diesem Trick. 
 
Klingelt — und mit großem Schwenk
Gibt er wortlos das Geschenk 
Dann dem Typ der Eckermann.
 
Der Knabe wuchs und irgendwann 
War dies' Verhalten gang und gäbe. 

Er naschte fortan von den Bräuten 
Der Anderen bis alles brach.
Die Freundschaften mit allen Leuten. 
 
 Der Jugendzeit trauert er nach. 

 
 
 
 
© Text & Bild by HerrWortranken
 
 
 
 

 


23 November 2021

DAMASKUSERLEBNIS

 

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Hintergrund  vornehmlich in gelber Farbe. Davor zwei "klechsenhafte", fast identische Figuren, wobei die rechte Figur etwas kontrastärmer dargestellt ist.

  

 

DAMASKUSERLEBNIS
 
"Damaskuserlebnis" im übertragenen Sinn als Schlüsselerlebnis, 
das die Einstellung des Menschen in neue Richtung weist.
 
 
 
Wenn viele Schlüssel in dir klingeln.
Erinn'runspotential wird kringeln. 
Erlebnisse 
Erfreuen dich.
Doch manchmal spürst' im Herz 'nen Stich. 
 
So ist es 
Mit Spontanerlebnis. 
Wird's arg 
Wirkt's auch als 
Schockbegräbnis. 

Auf jeden Fall hat's Wechselwirkung. 
Schlüsselerlebnis
mitohneSchirmung.
 
Die Liebe kommt 
Die Liebe geht
Und ist sie dann komplett verweht 
Suchst' dir 'ne neue Liebschaft dann 
 Schlüsselerlebniswie ein Bann. 




© Text & Bild by HerrWortranken