18 Mai 2024
SCINTILLAE DEORUM
03 Mai 2024
FINIS
Es kommt der Tag der Stille
Verharrend stumm der Blick
Mit deiner Augen Wille
Kommt Leben nicht zurück
So zeigt es auch die Rose
Wenn du sie jung gepflückt
Zuerst erstrahlt die Schönheit
Dann blass verformt gebückt
Verharrt in stummer Pose
Die Farb verknittert fahl
Für diese Blume heute
Zählt nimmer eine Zahl
29 April 2024
REAKTION
Berührend die Worte
Sinnvoll dein Geist
Mir kam ein klein' Tränchen
Nur das du es weißt
Ich möchte es tun
Doch bin heut' zu alt
Zum kämpfen im Leben
Doch eines noch kann ich
Meine Stirn' biet' ich mit dir
Gegen braune Gewalt
19 März 2024
PRESSURA
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| KI generiertes Bild |
ich brauch' die enge die mich treibt
die meiner feder kraft verleit'
die meine worte springen lassen
beim lesen kann ich's selbst nicht fassen
ich brauch' den druck von außerhalb
wenn auf der brust mich drückt ein alb
dann kreißt in zeilen wortreich sinn
mal zart und auch mit hartem grimm
in kleiner kammer schreib ich still
vor mir und seitlich passt kein müll
so hoff ich auf den titel bald
als kammerschreiber
16 Februar 2024
GANG INS BLAUSÄUREBAD
zuerst ein tritt
dann folgt der schritt
dann schlag auf schlag
auf nackte haut
niemand das mag
der schmerz brüllt laut
zahngold gebrochen
man steht am rand
zahnlos verbrannt
was einst gewesen
jetzt wiederholung
es ist die art
heut tun sie zart
mit blauer farb
drängt sie zurück
mit starkem blick
sonst
demokratie
im grab
10 Februar 2024
SPES
07 Februar 2024
ARTIS AMORIS
02 Januar 2024
VORBEI
Da sitzt sie nun
Am Fensterplatz und schaut sehr stumm
Mit ihrem funkelnd Augenglanz
Zu ihm hinaus
Der baff und starr von diesem Stern
Im Herz berührt
Er steht am Bahnsteig Nummer Drei
Sein Traum fährt ab
08 Dezember 2023
fAhNdUnG
ich
SUCHE
die
UNANTASTBARKEIT
die
DEINE
die
MEINE
die
MENSCHENWÜRDE
um mich herum
da finde ich ein
NICHTS
auf einem blatt
PAPIER
im
GRUNDGESETZ
die
WORTE
die
MENSCHENWÜRDE
ist
UNANTASTBAR
dies
EINZIGARTIGE
ich fand auf meiner
SUCHE
03 Dezember 2023
BESINNLICHKEIT
BESINNLICHKEIT
In sternenklarer Nacht
Ganz kalt
Beginnt ein Warten
Es rufet
Bald
Ein Lichtlein brennt
Die Stille schlicht
Advent
Die Zeit der Herzen
Spricht
Die erste Kerze leuchtet zart
ein Hoffnungsstrahl erwacht
Erzählt von Frieden und der Liebe
In einer dunklen Nacht
In dieser stillen Zauberzeit
Im Kerzenschein so mild
Advent
Ein sanftes Wiegenlied
Das alle Seelen füllt
...
10 November 2023
UNWIEDERBRINGLICH
Senkrecht kringelt sich der Qualm
Aus des Schornsteins schmalem Schlund
Windstill ist's um mich herum
In der Ferne bellt ein Hund
Kälte dräut durch Fleece und Wolle
Nase kalt und auch der Mund
Hände tief in warmen Taschen
In der Ferne kläfft ein Hund
Vollmond siehst bescheiden aus
Leuchtest zwar
Die Backen prall
Wanderst ohne einen Drall
Zeigst das gleiche fahl' Gesicht
Immer bist im Gleichgewicht
Ziemlich neblig rund um's Haus
Mondgesicht du ferner Wächter
Lässt verstummen Taggelächter
Ausgelass'nes Tageslachen
Jetzt vorbei
Fährst im Traum mit goldnem Nachen
Und ich schau' verträumt zum Rauchfang
Dessen Atem weißlich glänzt
Tolle Traumgedanken flirren
Mit Erinn'rung schön umkränzt
Dann am Morgen Zwischenzeit
Dunstig Feuchte
Denn sie ist noch etwas weit
Nicht genug voran geschritten
Warme Liegestatt hält bleiernd
Zäh' wie aufgeweichter Teer
Die Gedanken
Die jetzt kommen
Sind noch träge und auch schwer
Derer zähle ich bis Vier
Kann das sein
So früh am Morgen
In der Nähe jault ein Tier
22 Oktober 2023
FAMILIENBANDE
FAMILIENBANDE
"Morgen Abend ruf ich an"
Dieses hör' ich jeden Abend
Doch dann frage ich mich
Wann
Wann nur ist der nächste Abend
Und ich warte dann nochmal
Ja so geht das Woch' für Woche
Für's Gemüt ist's schon 'ne Qual
Plötzlich SMS mit Worten
"Kannst mir geben etwas Geld
Ist noch lang bis Monatsende
Glaub' mir
Dieses Bitten
Schwer mir fällt"
Greife selbst zum Hörer nun
Niemand d'ran am and'ren Ende
Bin ich tot
Denke
Ist der Zustand hier posthum
Fühl' gefesselt meine Hände
Was zum Teufel ist hier los
Ist dies's nun mein Zukunftslos
15 Oktober 2023
RESURGIT
Himmelsblau dient mir wie Pagen
Seh' verblassen nächtens Runde
Sterneglitzern mit im Bunde
Wechseln mit taghellem Lichte
Gestrig Träume sind wie Wichte
Sind mal da
Dann plötzlich weg
Sagen uns nie ihren Zweck
Neuer Tag beginnt mit Ahnung
Wie entdeckt bei einer Grabung
Weiß noch nicht die Endlichkeit
End' des Tages ist noch weit
03 Oktober 2023
VERBLÖDET & VERÖDET
05 September 2023
UNENDLICHKEIT
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UNENDLICHKEIT
Es geschah an einem der damals raren tropischen Tage im Sommer des Jahres 2013 in einer Nebenkapelle in Himmerroth.
Viele der Gäste saßen auf den dürftigen Betstühlen. Die Sitzflächen bestanden aus vier geflochtenen Dreiecken, im klassisch spanischen Stil, aus handgedrehten Binsen.
Zirka 30 Minuten vorher begrüßte man untereinander mit herzigen Umarmungen. Unter Verwandten und guten Freunden zeugt dieses von vertrautem Begegnen.
Eine Duftwolke lag schwer in der Luft dieser Versammlungsstätte. Überall zwischen den Anwesenden, oberhalb deren Köpfe, waberte ein Gemenge aus Parfümölen unterschiedlichster Zutaten. Es roch nach Zärtlichkeit der Jugend und nach ranzigem Schweiß, mit markanten Geruchsanteilen von verbrennendem Grillfleisch. Süßliche Assoziationen, die an die ersten Serien der im vorigen Jahrhundert produzierten Toilettensteine erinnerte, gab diesem Raum der Meditation, eine larmoyante Feierlichkeit.
Die Örtlichkeit in der Eifel, eine kärgliche Kapelle, eher einer Rumpelkammer gleich, als ein Nebenbau der renommierten, aus aller Welt viel besuchten Klosterkirche. Verständlich, dass man in ergriffener Hingabe, den Blick zur Elevation erhebt, um mit dem Augenfokus in unendliche Entfernungen vorzudringen.
Genau diesem Gefühl der Gruppendynamik folgend, schaute Eulalia gelangweilt zum Zenit.
Unter Umständen war die Intensität der im Raum schwebenden Duftmoleküle, der suggestiven Wirkung einer konzertierten Andächtigkeit überlegen. Eulalia wusste es im ersten Moment nicht zu erklären, warum ein feierliches Ave Maria, von einer Hammondorgel angestimmt, zu dem Ohrschmerz führte. Diese begleitende, wunderliche, überlaute Sopranschrillstimme begründete, dass ihr Blick in die Himmelssphäre blockierte. Eulalia sah nicht die Unschärfe in der Unendlichkeit des Endlichen. Sie sah ausschließlich die Decke dieser Kapelle. Das Gewölbe zeigte in wunderbar amorphen, grauen bis schwarz figurativ ähnelnden Fresken, das kunstvoll strukturierte Können der dort ansässigen Spinnen. Die Deckenwölbung wurde zum Medium einer höheren Hemisphäre.
Ein seltsames Empfinden durchströmte sie, wenn mit kraftvoller Inbrunst die vergeistigten Presswehen, der Sängerin, Eulalias noch intakte Gehörempfindungen zu schmerzhaften Nervenimpulsen anregten. Dann knirschte durch Verkrampfung der Kiefermuskulatur, hörbar ihr Zahnschmelz. Synchron mit dieser Schmerzempfindung veränderte ihr Sehen, auf das nach wie vor fixierte Kreuzgewölbe, ihre Andächtigkeit.
Das, was sie sah, empfand sie ungeheuer aufregend. Für eine Weile stand ihr Mund offen, gleich einem staunenden Kind, das den Weihnachtsmann erstmalig sieht.
Die Gewölbefresken zeigten eine Metamorphose. Es entstanden schwarze Fäden aus den schwindenden Deckenschattierungen. Von der gesamten Deckenfläche hingen die Spinnweben vertikal herunter. Sie schwangen und assoziierten ein Sommerweizenfeld im heißen, schwülen Mittagswind.
Kein Lüftchen vermittelte Kühlung. Bei der Darbietung des Ave Maria generierte eine gewaltige, nicht aus irdischer Energie stammende Kraft, diese Veränderung der Deckenmalereien. Eulalia sah das alles. Sie erlebte es. Sie verspürte deutlich dieses Gefühl, eine Auserwählte zu sein.
Jäh klirrte es. Eindeutig identifizierte sie eine Weinflasche, die der Bruder Mönch, mit einer ungeschickten Fußbewegung hinter dem Altar, beim Blick gen Himmel, umstieß. Eulalias Gedanken begannen Purzelbäume, zu schlagen. Sie schien an manchen Wortassoziationen sichtlich Freude zu finden. ‚Auserlesen‘ kombinierte sie mit ‚süffige Auslesen‘. Dieses Gedankenspiel lies bei ihr, für einen Moment das Durstgefühl vergessen. Ihre Stimmung wechselte von der zuvor vergeistigten, laienhaften Andacht in die profane Realität der schwülen tropischen Mittagshitze.
Eulalia, alleinstehend am Beginn ihrer Menopause, besitzt Erfahrungen mit Wärme. Die heutigen Temperaturen übertrafen alle ihre Kenntnisse. Im Zustand der fliegenden Hitze rutschte sie regelmäßig in depressive Gedankenwelten. Heute verkörperte sie eine verschmitzte, hintersinnige Eulalia, aufgrund dessen, jeder sie mag. Sie bekäme jetzt durch einen solchen Hormon-Blues kein Verlangen, an einen Freitod des Erstickens, mittels Einatmen des nicht vorhandenen Sauerstoffanteils in der Kapellenluft. Sie hielt ihre Hand vor den grinsenden Mund.
Eulalias Blick wanderte unbestimmt im Raum. Ihr Fokus, ohne Absicht, stoppte bei Gernot, der seitlich in ihrer Reihe stand. Kein Mann nutzte die Sitzgelegenheiten. Lag das an dem Versuch, in knapp zwei Meter Höhe, die Restbestände der Sauerstoffmoleküle zu ergattern? Lag es an der momentanen Konsekration, der Wandlung, von Wein in virtuelles Blut?
Durch die konstanten Schweißabsonderungen verbeulten die Kleidungsstücke der Anwesenden. An Gernots Hosenvorderteil fiel Eulalia eine nicht zu übersehende Ausbuchtung auf, die er mit den übereinandergelegten, verschwitzten Handflächen, zu kaschierten suchte. Eine normale Situation für sie. An welche netten Schweinereien Gernot jetzt in diesem Moment denkt? Ein unterdrücktes Schmunzeln ließ ihre Lippen verschlanken. Sie wandte den Blick.
Ihre schelmischen Äuglein stoppten bei sämtlichen männlichen Anwesenden an den Positionen, wo Gernots zusammengelegte Hände, ihre Aufmerksamkeit erregte.
Nochmals öffnete sie den Mund. Ihr Gesichtsausdruck erstaunte. Alle umstehenden Männer besaßen keine normalen Hosenbeulen an besagter Stelle. Es muss an diesem medialen Raum liegen. Eine andere Erklärung kam Eulalia nicht in den Sinn.
Bei dieser wabbeligen, in der Art von zähem Weißbrot zu schneidenden Luft, nicht verwunderlich.
In dieser Situation kamen Erinnerungen an ihre Kindertage. Einen Wasserfarbkasten bekam sie geschenkt. Bei den ersten Versuchen mit den Malutensilien mischte sie gleichzeitig alle Farben. Auf dem Papier, im Wasserglas, in jedem der Farbdöschen des Malkastens entstand die gleiche Tönung. Das Vermengte zeigte Ähnlichkeiten mit ihrer Kacka, so weiland ihr Sprachschatz. Nach mehreren Tagen roch diese vergessene Mischfarbe vergleichbar.
Eulalias Fantasie lies sie jetzt diesen fauligen Geruch erschnüffeln und sie dachte an Stinkbomben. Diese mit gelblicher Flüssigkeit gefüllten Glasröhrchen, die um die Karnevalszeit, hauptsächlich von Bengels gekauft, und mit ausgeprägter Boshaftigkeit in Bodennähe der Mädchen geworfen wurden.
Mittlerweile, nach fast fünfzig Minuten, andachtsvoller Verharrung in dieser Kapellenluft, glaubte Eulalia, das Geheimnis der Hosenbeulen zu erahnen. Im Internet las sie vor Monaten, dass es vorstellbar sei, Schwefelwasserstoff gegen Erektionsstörungen einzusetzen. Die Messe ging zu Ende. Eulalia wartete, bis alle Anwesenden hinausgingen, um ihre Neugierde zu befriedigen. Was für einen Messwein diese Mönche trinken?
Sie drehte um die eigene Achse. Keine Menschenseele in der Kapelle. Vier Stufen höher, ein paar Schritte, sie stand hinter dem bescheidenen Altar.
Eulalia sah nicht die vermutete, umgefallene Weinflasche. Sie registrierte ein auf der Seite liegendes Marmeladenglas mit einem handgeschriebenen Aufkleber.
Sie rutschte aus. Erkannte im Fallen, auf dem Glas, schemenhaft zwei Buchstaben.
Ein ‚i‘ und ein ‚a‘ schien es, sollte sie noch im Bruchteil des Ausrutschers, assoziieren.
Ein Flash.
Eine Menge rautenförmiger, blauer Steinchen, die am Boden lagen, wurden von ihren Augen noch erkannt. Es war das Letzte, was sie registrierte, bevor sie hart mit dem Kopf aufschlug.
Nie mehr öffneten ihre Lider, um in die Weite der Unendlichkeit zu schauen.
Eulalia ist jetzt ein Teil von ihr.
© Text by HerrWortranken
24 August 2023
LOST DROPLETS
In einem fernen Land, unter dem weiten Bogen des Himmels, verbarg sich ein unberührtes Paradies, von dem nur wenige wussten. Ein Ort, an dem die Natur in ihrer reinsten Form existierte, wo die Schönheit der Erde in jeder Blüte und jedem Windhauch spürbar war. Hier begann unsere Geschichte, in einem Tal umgeben von majestätischen Bergen und durchzogen von klaren Bächen.
In diesem Tal lebten die Menschen im Einklang mit der Natur. Sie verstanden die Bedeutung jedes Elements, das die Erde formte. Doch eines Tages geschah etwas Seltsames: Ein leises Flüstern breitete sich über das Land aus, als hätten die Bäume und Winde eine Nachricht zu überbringen. Es war eine Botschaft von der Erde selbst – eine Bitte um Hilfe.
Die Menschen versammelten sich am Ufer des heiligen Flusses, um zu hören, was die Weisen des Tals zu sagen hatten. Alte Geschichten wurden erzählt, Geschichten von einer Zeit, als die Erde in Harmonie blühte und die Balance gewahrt wurde. Doch im Laufe der Zeit hatten die Menschen vergessen, wie wichtig es war, diese Balance aufrechtzuerhalten.
Einer der Weisen, ein greiser Mann mit funkelnden Augen, erhob sich langsam. Seine Stimme trug die Weisheit vieler Generationen, als er sprach: "Die Erde sehnt sich nach etwas, das einst selbstverständlich war – einem kleinen Tropfen Feuchtigkeit aus Wasser. Es ist der Lebensatem der Natur, der die Erde nährt und ihr Wachstum ermöglicht."
Die Menschen hörten gebannt zu, als der Weise die Geschichte des vergessenen Tropfens erzählte. Er sprach von der Bedeutung jedes einzelnen Regentropfens, der sich auf die Blätter legt und sie erfrischt, von den Bächen, die sich ihren Weg durch das Land bahnen und es mit Leben erfüllen. Jeder Tropfen war ein Geschenk, eine Verbindung zwischen Himmel und Erde.
Entschlossen, den Ruf der Erde zu erfüllen, begannen die Menschen eine Reise, um den verlorenen Tropfen zu finden. Sie durchquerten Wälder und durchstiegen Berge, auf der Suche nach einem Ort, an dem der Tropfen seinen Ursprung hatte. Ihre Reise führte sie zu einem mystischen See, in dessen klarem Wasser sich der Himmel zu spiegeln schien.
Dort trafen sie auf eine weise Wasserfee, die in sanften Tönen sprach: "Ihr sucht den verlorenen Tropfen, der einst die Erde segnete. Doch die Erde wurde von Traurigkeit überwältigt, weil die Menschen die Verbindung zur Natur vernachlässigt haben. Ihr könnt den Tropfen finden, indem ihr zuerst eure Verbindung zur Erde wiederherstellt."
Die Menschen kehrten zum Tal zurück und begannen, die Natur mit neuen Augen zu sehen. Sie pflanzten Bäume, pflegten Gärten und nahmen sich Zeit, die Schönheit um sie herum zu bewundern. Mit jedem Handgriff und jeder freundlichen Geste spürten sie, wie die Erde auf ihre Bemühungen antwortete. Ein Hauch von Magie kehrte ins Tal zurück.
Eines Tages, als die Sonne golden über den Gipfeln aufstieg, spürten die Menschen, wie sich die Luft veränderte. Ein sanfter Regen begann zu fallen, und jeder Tropfen fühlte sich an wie ein kostbares Geschenk. Die Erde nahm den Regen mit offenen Armen auf, und das Tal erblühte in Farben, die schon lange nicht mehr gesehen worden waren.
Die Menschen hatten gelernt, dass die Erde und alles Leben darauf untrennbar miteinander verbunden waren. Jeder Tropfen war ein Symbol für ihre Verantwortung, die Natur zu schützen und zu bewahren. Die Geschichte des verlorenen Tropfens wurde von Generation zu Generation weitergegeben, als Mahnung, niemals die kostbare Verbindung zur Erde zu vergessen.
Die Tage verstrichen im Tal, und die Verbindung zwischen den Menschen und der Natur wurde immer stärker. Sie lernten, im Einklang mit den Jahreszeiten zu leben und die Zeichen der Natur zu lesen. Jeder Sonnenaufgang und Sonnenuntergang erzählte eine Geschichte, die von den Bewohnern des Tals mit Ehrfurcht aufgenommen wurde.
Mit der Zeit begannen die Menschen, ihre Weisheit und Erfahrungen mit anderen Gemeinschaften zu teilen. Nachrichten von dem wundersamen Tal, in dem die Natur in ihrer ganzen Pracht blühte, verbreiteten sich wie der Wind. Reisende aus fernen Ländern kamen, um das Tal zu sehen und von den Lehren der Weisen zu lernen.
Die Bewohner des Tals begrüßten die Reisenden mit offenen Armen und teilten ihre Geschichten und Erkenntnisse. Sie sprachen über die Wichtigkeit der Achtsamkeit im Umgang mit der Natur und wie jeder Einzelne seinen Beitrag zur Bewahrung des Gleichgewichts leisten konnte. Die Botschaft des verlorenen Tropfens wurde zu einem Symbol der Hoffnung und des Wandels.
Die gemeinsamen Anstrengungen führten dazu, dass das Tal zu einem leuchtenden Beispiel für nachhaltiges Leben wurde. Die Bewohner fanden innovative Wege, um Energie zu nutzen, ohne die Natur zu belasten, und entwickelten nachhaltige Landwirtschaftspraktiken, die das Land ernährten, ohne es auszubeuten. Andere Gemeinschaften folgten ihrem Beispiel und begannen, die Verbindung zur Erde wiederherzustellen.
Jedes Jahr versammelten sich Menschen aus der ganzen Welt im Tal, um ein Fest zu feiern – das Fest des verlorenen Tropfens. Es war eine Zeit der Freude, des Lernens und des Austauschs. Während des Festes erzählten die Weisen Geschichten von der Reise, die sie unternommen hatten, um den Tropfen zu finden, und wie sie stattdessen sich selbst gefunden hatten.
Die Botschaft war klar: Jeder einzelne Tropfen – sei es der Regen, der Tau oder der Schweiß eines Arbeitenden auf dem Feld – trug zur Existenz und zum Gleichgewicht des Lebens bei. Die Geschichte des verlorenen Tropfens erinnerte die Menschen daran, dass sie die Hüter der Erde waren und dass ihre Handlungen Auswirkungen auf das gesamte Ökosystem hatten.
Und so lebte das Tal weiterhin als ein Ort des Wissens, der Weisheit und des harmonischen Zusammenlebens von Mensch und Natur. Die Novelle wurde zu einem Vermächtnis, das von Generation zu Generation weitergegeben wurde, als Erinnerung daran, dass der Wert eines jeden Tropfens weit über das hinausging, was das Auge sehen konnte.
Im Laufe der Jahre entwickelte sich das Tal zu einem Zentrum des Forschens und Lehrens. Menschen aus allen Ecken der Welt kamen, um die nachhaltigen Praktiken und die tiefe Verbindung zur Natur zu erlernen. Eine Akademie wurde gegründet, in der das Wissen über den verlorenen Tropfen und die Lehren des Tals in alle Winde getragen wurden.
Die Akademie begrüßte Gelehrte, Forscher und Studenten gleichermaßen. Sie studierten die Ökosysteme, erforschten alternative Energien und entdeckten neue Wege, wie die Technologie im Einklang mit der Natur existieren konnte. Die Weisheit der Wasserfee, übermittelt durch die Generationen der Weisen des Tals, war der Leitfaden für ihre Bemühungen.
Das Tal selbst blühte in voller Pracht. Die Blumen entfalteten ein Kaleidoskop an Farben, die Bäume trugen Früchte in Hülle und Fülle, und die Gewässer sangen in ihrem klaren Rauschen die Geschichten der Jahrhunderte. Die Tiere des Tals fühlten sich sicher und geborgen, und ihre Anwesenheit war ein Zeichen für das Gleichgewicht, das wiederhergestellt worden war.
Immer wieder kamen die Menschen im Laufe des Jahres für verschiedene Feierlichkeiten zusammen. Das Fest des verlorenen Tropfens blieb ein Höhepunkt, aber es wurden auch Feste zu Ehren der Jahreszeiten und der Ernte abgehalten. Diese Zusammenkünfte dienten nicht nur der Freude, sondern auch dem Austausch von Wissen und der Vertiefung der Verbindung zur Natur.
Mit der Zeit breiteten sich die Lehren des Tals über die Grenzen hinaus aus. Andere Gemeinschaften nahmen die Ideen auf und begannen, ähnliche Praktiken umzusetzen. Es entstand eine Bewegung, die sich für den Schutz der Erde und die Wiederherstellung der Verbindung zur Natur einsetzte. Eine neue Ära der Zusammenarbeit und des Bewusstseins brach an.
Die Botschaft wurde zu einem globalen Aufruf zum Handeln. Menschen erkannten, dass sie die Wächter des Planeten waren, und sie nahmen ihre Verantwortung ernst. Gemeinsam schafften sie es, die Auswirkungen des Klimawandels zu mindern und die Vielfalt des Lebens zu bewahren.
Und so endet unsere Novelle in einer Welt, in der der kleine Tropfen Feuchtigkeit aus Wasser nicht nur über das Überleben der Erde entschied, sondern auch über eine Zukunft, in der Mensch und Natur in Harmonie existierten. Die Geschichte des verlorenen Tropfens erinnerte die Menschen daran, dass jede Handlung, so klein sie auch sein mag, eine Wirkung hat – eine Wirkung, die über Generationen hinweg spürbar ist.
16 August 2023
DIE KANTE
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"DIE KANTE" -
Die Novelle "DIE KANTE" von ©HW eröffnet ein faszinierendes Fenster in die Welt der Begrenzung und der Verbindung zwischen Präsentator und Auditorium. Mit meisterhafter Erzählkunst werden in dieser Novelle die Grenzen der Präsentationsfläche untersucht und die einzigartige Beziehung zwischen dem Vortragenden und seinem Publikum beleuchtet. Der Text lädt den Leser ein, über die Bedeutung von Begrenzungen und die Magie der Kommunikation nachzudenken.
Die zentrale Metapher der "Kante" dient als leitendes Motiv in der Erzählung. Diese Kante, die scheinbar die räumlichen Grenzen der Präsentationsfläche markiert, fungiert jedoch auch als Symbol für die Grenzen der menschlichen Vorstellungskraft und Ausdrucksfähigkeit. Der Protagonist der Geschichte steht vor dieser Kante, sowohl physisch als auch metaphorisch, während er versucht, sein Wissen und seine Ideen an das Auditorium zu vermitteln. Diese Kante wird zu einer Reflexion über die Herausforderungen, die mit der Begrenzung von Raum und Zeit in der Kommunikation einhergehen.
Die Beziehung zwischen dem Vortragenden und dem Auditorium wird als wunderbare Freundschaft dargestellt, die durch die gemeinsame Erfahrung der Präsentation entsteht. Der Protagonist erfährt die Energie und das Feedback des Publikums, während er seine Gedanken über die Kante hinweg ausdehnt. Dieser Dialog zwischen Vortragendem und Zuhörern illustriert die innige Verbindung, die zwischen Kommunikatoren und ihrer Zielgruppe entstehen kann. Es wird deutlich, dass die Grenze der Präsentationsfläche nicht zwangsläufig eine Barriere darstellt, sondern vielmehr eine Plattform für den Austausch von Ideen und Emotionen schafft.
Die Novelle stellt auch die Frage nach der Bedeutung von Begrenzungen in unserem Leben. Sie erinnert daran, dass Begrenzungen nicht notwendigerweise Hindernisse sind, sondern vielmehr Anreize, unsere Vorstellungskraft und Kreativität zu entfalten. Die Kante kann als eine Einladung verstanden werden, die vorhandenen Grenzen zu überwinden und neue Wege des Ausdrucks zu finden. Dieser Ansatz verweist auf die Notwendigkeit, Barrieren als Chancen zu betrachten und unsere Fähigkeit zur Anpassung und Innovation zu schärfen.
In "Die Kante" steht die Novelle selbst als Beispiel für die wunderbare Freundschaft zwischen Autor und Leser. Durch die geschickte Verwendung der Kante als Metapher und Symbol schafft der Autor eine tiefgreifende Reflexion über die menschliche Kommunikation und die Fähigkeit, Barrieren zu überwinden. Die Novelle lädt den Leser dazu ein, über die Natur von Begrenzungen, die Macht der Präsentation und die Verbindung zwischen Sprecher und Publikum nachzudenken. Sie zeigt, dass die wunderbare Freundschaft zwischen Kommunikatoren und Zuhörern nicht durch Raum begrenzt ist, sondern durch die Magie des Austauschs und der gemeinsamen Erfahrung genährt wird.
Es wird deutlich, wie die Interaktion zwischen Vortragendem und Publikum zu einer Art Tanz wird, bei dem die Kante zu einem imaginären Schritt in eine erweiterte Welt des Wissens und der Emotionen wird. Der Protagonist navigiert geschickt entlang dieser Kante und nutzt sie als Sprungbrett für seine Gedanken und Ideen. Während er seine Worte über die Begrenzung hinausträgt, öffnet er Türen in den Köpfen und Herzen seiner Zuhörer.
Die Novelle lädt den Leser dazu ein, über die Dynamik von Präsentation und Interaktion nachzudenken. Die Kante wird zur Metapher für die Kunst des effektiven Kommunizierens. Der Protagonist erfährt, wie wichtig es ist, die Aufmerksamkeit des Publikums zu halten, Emotionen zu wecken und gleichzeitig in den Grenzen der Präsentationsfläche zu agieren. Dies spiegelt die feine Balance wider, die erforderlich ist, um Inhalte wirkungsvoll zu vermitteln, ohne das Auditorium zu überfordern oder zu langweilen.
In einem tieferen Kontext verweist "Die Kante" auch auf die Natur von Bindungen und Beziehungen. Die Freundschaft zwischen dem Vortragenden und dem Auditorium verdeutlicht, wie Menschen in der Lage sind, Barrieren zu überwinden und eine Verbindung auf emotionaler und intellektueller Ebene herzustellen. Diese Verbindung geht über die physische Begrenzung der Bühne hinaus und zeigt, wie Kommunikation die Brücke zwischen individuellen Erfahrungen und kollektivem Verständnis sein kann.
Zusammenfassend kann "Die Kante" von ©HW als eine tiefgründige Erkundung der Begrenzung der Präsentationsfläche und der wunderbaren Freundschaft mit dem Auditorium betrachtet werden. Die Novelle lädt den Leser ein, über die Bedeutung von Begrenzungen, die Kunst der Kommunikation und die tiefe Verbindung zwischen Sprecher und Zuhörer nachzudenken. Durch die geschickte Verwendung von Metaphern und Symbolen schafft der Autor eine erhebende Geschichte, die uns dazu anregt, unsere eigenen Grenzen zu erkennen und zu überwinden, während wir uns auf die wunderbare Reise des Austauschs und der Entdeckung begeben.
In "Die Kante" wird die Beziehung zwischen dem Vortragenden und dem Auditorium auch als eine Art symbiotischer Tanz zwischen zwei Welten dargestellt. Der Protagonist nutzt die Begrenzung der Präsentationsfläche, um seine Botschaft zu formen und zu gestalten, während das Auditorium seine Reaktionen und Emotionen zurückspielt, was den Vortrag weiter verfeinert. Diese wechselseitige Beziehung wird zu einer Quelle der Inspiration und des Wachstums für beide Seiten. Der Vortragende wird durch die Reaktionen des Publikums angetrieben, während das Auditorium durch die Präsentation bereichert wird.
In der Novelle wird auch das Thema der Verletzlichkeit angesprochen, das sich in der Interaktion zwischen Vortragendem und Auditorium manifestiert. Der Protagonist wagt es, über die Kante hinauszugehen und sich seinen Zuhörern in seiner vollen Authentizität zu präsentieren. Diese Verwundbarkeit erzeugt eine Atmosphäre des Vertrauens und der Nähe, die es dem Publikum ermöglicht, sich mit den dargelegten Ideen auf persönlicher Ebene zu verbinden. Die Kante wird so zu einem Ort, an dem Verbindungen geknüpft und tiefe Eindrücke hinterlassen werden können.
Der Schreibstil in "Die Kante" ist gekonnt und einfühlsam, was es dem Leser ermöglicht, sich in die Gedankenwelt des Protagonisten hineinzuversetzen und die verschiedenen Ebenen der Kommunikation zu erleben. Die Worte fließen über die wenigen kraftstrotzenden Zeilen und erzeugen eine Atmosphäre der Intimität und Reflexion. Dieser Schreibstil verstärkt das Gefühl, dass die Geschichte nicht nur eine Erzählung ist, sondern vielmehr eine Einladung, in die eigene Kommunikation und die Art und Weise, wie wir uns mit anderen verbinden, einzutauchen.
Abschließend kann "Die Kante" von ©HW als ein kraftvolles Werk betrachtet werden, das die Begrenzungen der Präsentationsfläche und die wunderbare Freundschaft mit dem Auditorium auf vielschichtige Weise erforscht. Durch die Betonung der wechselseitigen Beziehung zwischen Sprecher und Zuhörer lädt die Novelle dazu ein, über die Kunst der Kommunikation, die Bedeutung von Verletzlichkeit und die Magie des Austauschs nachzudenken. Sie erinnert uns daran, dass die Kante nicht nur eine Barriere ist, sondern auch eine Brücke, die es uns ermöglicht, gemeinsam in eine Welt der Ideen, Emotionen und Verbindungen einzutreten.
Hier jetzt die komplette Novelle.
KAPITEL 1 mit Epilog
Vor einhundertdreiundvierzig Jahren, es war der 16. August 1880 stand ich auf dem Fuhrwerkskarren um meine Novelle
DIE KANTE
zu rezitieren, als ich sie sah, die Tochter des Deichgrafen. Ein Blitz der Liebe traf mich mit der unendlichen Wucht und riss mir den Boden unter den Klompen weg, so das ich über den Rand des Wagens fiel. Schwarze Schwaden verdunkelten alles.
Mein Leben entwich.
29 Juli 2023
de la main
Ein WunschGepresst zu SteinUnd dann zerriebenPartikelfeiner StaubFür engen Tintenschlitz im FederkielDamit sich zart und strömungsmächtig feuchtGedanken mit dem Medium TinteAls Abbild zu den viel'n Worten formenUm generationenlang zu kündenDen Nachfar'n dieser SätzeJenes hier als Erbe
Ich frag' mein Auge jeden Tag
Ob es all' Wirrwarr noch zu unterscheiden weiß
Da wir besudelt von dem braunen Scheiß
Der Mensch der hier so freiMit Sätzen formuliertUnd meiste Zeit sich ungewissOb Aussag' ohne Punkt' und KommataDas Ende oder Anfang des GedankensWie auch die ungeachtet SyntaxNur ihm gefallen könnt'Lebt leicht und doch so wirrWie seine LesbarkeitMit allen JunktionenSeidWerte LeserschaftIm JetztNicht sauer wie Zitronen
Verharret weiter nicht im Harren
Grenzt aus die Brut der braunen Massen
Jetzt läuft's Geschmeiß noch ohne Knarren
Doch wehe wenn sie losgelassen
© Text by HerrWortranken
22 Juni 2023
GÜLLENGLUT 2.0
Der unterstützt von einem schwarzbraunblauem Ignoranzkli'ntel bejubelt
Und von den Klimaleugnern mit Lobbyistengold gefüllten Händen wird belohnt
Dieser Verrat
Dem Judaslohne gleich
Die sollt' man schießen hintern Mond
Auf das die ignoranten Erdverbrenner
Ersticken an dem Furz der Hinterseite des Trabanten
Ohn' Ausnahmen
Großflächig
In allen vier Quadranten
02 Juni 2023
DAMALS – LETZTENS – HEUTE
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DAMALS
Es war der 23. Mai 1789, als Meprosia ihren Oberkörper, leicht vornüber gebeugt, auf dem Brückengeländer abstützte und nach unten blickte.
Eine unsichtbare Pollenwolke waberte ihrem Gesicht entgegen. Einige der Kitzelmoleküle verfingen sich in ihrer Nase und lösten einen glitzernden Sekrettropfen aus, der funkelnd dem Wasserspiegel des Sees entgegen fiel.
Just in diesem Moment schnappte ein Frosch mit seiner Klebezunge nach einer Fliege.
Der Nasentropfen, der Meprosia
fand den direkten Weg auf die Geschmackspapillen des Quaackjägers und ummantelte die Fliege mit der steifschleimigen Struktur des Sekretes.
Das beflügelte Sirrtier konnte durch mehrbeiniges Zappeln den Sekretstrang als Rettungsleiter nutzen und so dem zerstörerischen Verdauungstrakt des Frosches entkommen.
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LETZTENS
Das du nicht
Eingewickelt
Und nicht eingesponnen hängst
Als Kokon an eigner Lampe
Dieses ist für dich ein Segen
Frei kannst du dich nun bewegen
© ababpöm Texte & Bild by HerrWortranken
09 Mai 2023
READER
READER
Beschrieb'ne Seiten
Ohne gebund'ne Rücken
Sind Einzelblätter ohne Brücken
Wie lock're austauschbare Saiten
Die angeregt
Unabgestimmt verbreiten
Durch Zufall Dur
Als Weisheitsmelodei
Oder manch' planlos' Moll
Das schwer wie Blei
Der wissbegierig' Leserschaft
Letztendlich okkupiert nur Lebenskraft
Denn keine Logik führt zum Sinn
Was bleibt ist Chaos
Verwurschtelt Spin
© text und Bild by HerrWortranken


















